Bedienungsanleitung: Analogrechner EA-22
Bedienungsanleitung
ANALOGRECHNER EA-22
Dipl.-Ing. H.O. Goldmann Techn. Elektronik 79 Ulm/Donau
N
202
203
264
2.5
3.1
3.2
7.201
703
7.4
Foto
705
7.6
7.6.1
Bedienungsanleitung
Transistor-Tisch-Analogrechner EA-22
Konzept und Maschinenumfang
Bediengerät BG-22
Einschalten des Rechners
Betriebszustände
Meßinstrument und Referenzpotentiometer
F-Buchsen
Zentrale Ubersteuerungsanzeige
Zeitgeber ZG=-22
Rechenarten
Rechenzeit
Anwahlschalter AS-22
Parallelschaltung von Rechnern
Rechenverstärker-Magazin und
Ubersteuerungsanzeigefeld
Nullpunkteinstellung der Rechenverstarker
Operationseinheiten und Potentiometereinheit
Buchsenfarben
Operationseinheit IS-A/B
Doppelintegrier-Summiernetzwerk
Integrator-Speicherschaltung
Operationseinheit PMS-A/B
Doppelmultiplizier-Summiernetzwerk
Operationseinheit FS-A/B
Funktionsgeber-Doppelsummiernetzwerk
Funktionsgebereinstellung
Operationseinheit KS-A/B
Doppel-Komparator-Summiernetzwerk
Potentiometereinheit P=4
Potentiometereinstellung
Netzgerät NG-22
10
11
11
12
13
a4
14
Bedienungsanleitung
Transistor-Tisch-Analogrechner LA=22
1 Konzept und Maschinenumfang
Das Konzept des Tischanalogrechners EA-22 bietet große Flexibilität
in der Bestückung und damit günstige Ausnutzung seiner Rechenver=
verstärker.
Dies wird erreicht durch die konstruktive Trennung von Rechenver=
stärkern und passiven Rechen-Netzwerken. Um die Fläche des Program=
mierfeldes optimal zu nützen, sind die Verstärker in einem Magazin
in der rückwärtigen Hälfte des Rechners untergebracht. Die passiven
Netzwerke sind paarweise zusammengefaßt in auswechselbaren Einschüben,
den sogenannten Operationseinheiten, untergebracht. Die Frontplatten
dieser Operationseinheiten bilden in ihrer Gesamtheit das Programmier=
feld.
Die verschiedenen Typen von Operationseinheiten bieten dem Anwender
die Möglichkeit die Rechnerbestückung zu variieren und seinen je=
weiligen Problemen anzupassen. So sind auch ganz extreme Bestückungen
möglich, z.B. ausschließlich bestehend aus Integratoren oder Multi=
plikatoren. Auch von Teilbestückungen ausgehend kann der Rechner
nach und nach bis zu seinem Maximalumfang ausgebaut werden.
Die Vollbestückung des Rechners umfaßt 22 Rechenverstärker, 20 Koef=
fizientenpotentiometer (5 Einheiten mit je vier Potentiometern) und
10 Operationseinheiten (Doppel-Netzwerke), die zu jeweils zwei Ver=
stärkern gehören. Die restlichen zwei Verstärker stehen als Umkehrer
an besonderen Buchsen des Programmierfeldes zur Verfügung oder
werden für den Zeitgeber benützt.
2 DBedienzerät BG-22
Das Bediengerät dient zur Steuerung der Betriebszustände, zum Ein=
stellen von Potentiometern und Funktionsgebern, zum Messen von
Rechenvariablen und zur Überwachung der Betriebsspannungen. Außerdem
befindet sich auf der Frontplatte des Bediengeräts der Netzschalter.
2.1 Einschalten des Rechners
Vor dem Einschalten des Netzschalters werden im Bediengerät die Taste
"Eigen" (Eigensteuerung) und die Taste "Anfangswert" gedrückt. Nach
dem Einschalten des Netzschalters leuchten auf dem Ubersteuerungsan=
zeigefeld zunächst alle Lampen auf und verlöschen dann wieder inner=
halb von wenigen Sekunden. Der Rechner ist jetzt betriebsbereit.
Bleibt eine Übersteuerungslampe leuchten, so zeigt sie eine Falsch=
programmierung oder einen Defekt des betreffenden Verstärkers oder |
der dazugehörigen Operationseinheit an.
2.2 Betriebszustande
Die Steuerung der Betriebszustände erfolgt durch eine Leuchttastatur
mit den Tasten "Anfangswert", "Rechnen", "Halten!" und "Pot".
Anfangswert: Im Betriebszustand “Anfangswert" nehmen die Integratoren
ihre Anfangswerte auf. Dieser Betriebszustand dient auch als Ruhe-
oder Pausenstellung z.B. für das Programmieren oder die Verstärker=
nullpunkteinstellung.
Rechnen: In Verbindung mit dem Präzisions-Zeitgeber 2G-22, der zur
automatischen Steuerung des Rechners dient, wird durch die Taste
"Rechnen!" die im Zeitgeber vorgewählte Rechenart ausgelöst. Auf der
Leuchttastatur wird dabei der augenblickliche Betriebszustand ange=
zeigt und zwar unabhängig davon, welche Taste gedrückt ist. Ohne
Zeitgeber kann mit der Taste "Rechnen!" nur Dauer-Rechnen eingeschaltet
werden.
Halten: Mit der Taste "Halten" kann der Rechenvorgang unterbrochen
werden, wobei die Amplitudenwerte festgehalten werden. Zur Fortsetzung
des Rechenvorgangs muß wieder die Taste "Rechnen!" gedrückt werden,
für einen Neubeginn der Rechnung zuvor die Taste "Anfangswert".
Pot: Eine besondere Taste "Pot" (Potentiometereinstellen) dient zum
Einstellen von Koeffizientenpotentiometern und Funktionsgebern. In
diesem Betriebszustand werden automatisch die Summenpunkte der
Summiernetzwerke aller Operationseinheiten geerdet, so daß die damit
beschalteten Potentiometer in ihrem belasteten Zustand angemessen
und eingestellt werden können (siehe Potentiometereinstellung).
2.3 MeBinstrument und Referenzpotentiometer
Das eingebaute Meßinstrument dient zu folgenden Messungen:
a) Überprüfung der Referenzspannungen +10 V und der Betriebs=
spannungen +15 V. Das Meßinstrument ist dabei einseitig geerdet
und die Meßbuchse M abgeschaltet.
b) Messung äußerer Spannungen (Rechenvariablen) über die Meßbuchse M
(oder DVM am Anwahlschalter AS-22) in zwei Bereichen, 15 V und
1,5 V. Das Instrument ist dabei einseitig geerdet. Die Eichung
dieser zwei Meßbereiche wird an zwei Potentiometern (P1 und P2
auf der Bediengerät-Karte) an der Rückseite des Bediengeräts
vorgenommen. Eichspannung ist die Referenzspannung.
c) Kompensationsmessungen in Brückenschaltung mit 0,1 % Genauigkeit
für Potentiometer- und Funktionsgeber-Einstellung. Dabei dient
das eingebaute Präzisionszehngang-Potentiometer als Referenz=
spannungsteiler. Die Polarität der Referenzspannung kann umge=
schaltet werden. Das Instrument liegt einseitig fest am Schleifer
des Referenzpotentiometers. Die Empfindlichkeit des Meßinstru=s
ments in Kompensationsschaltung beträgt ca. 7,5 mV/Skt.
Im Betriebszustand "Pot"! ist die Meßbuchse M abgeschaltet und
das Instrument liegt an einer internen Meßleitung (m) (nur für
Potentiometer- und Funktionsgeber-Einstellung). In den übrigen
Betriebszuständen kann die zu messende Größe über die Meßbuchse M
zugeführt werden.
In allen Fällen ist jedoch bei noch größerer Genauigkeitsanforde=
rung der Anschluß eines Digitalvoltmeters an Buchse DVM möglich.
2.4 F=Buchsen
Die F-Buchsen dienen zur Federsteuerung eines Zwei-Koordinaten=
schreibers. Sie sind kurzgeschlossen, solange die Taste "Rechnen"
gedrückt ist.
2.5 Zentrale Übersteuerungsanzeige
Zur zentralen Übersteuerungsanzeige leuchtet im Bediengerät eine
rote Lampe auf, sobald ein Verstärker übersteuert wird.
Bei "Rechnen" und "Halten!" wird die zentrale Anzeige gespeichert,
damit auch kurzzeitige Übersteuerungen nicht übersehen werden. Im
Betriebszustand "Anfangswert" verlöscht sie nach Entfernung der Uber=
steuerung.
Bei gedrückter Taste "Ü-Halt" (Ubersteuerungsanzeige mit Halt) wird
der Rechner bei einer Ubersteuerung automatisch in den Betriebszustand
"Halten" versetzt, um die Aussteuerverhältnisse zur Überprüfung fest=
zuhalten.
Zur Lokalisierung eines übersteuerten Verstärkers dienen die Leucht=
nummern auf dem Übersteuerungsanzeigefeld des Rechners. Bei der Paral=
lelschaltung mehrerer Rechner wird die Übersteuerung irgend eines der
Verstärker in der Gesamtanlage bei allen Rechnern angezeigt.
3 Zeitgeber ZG-22
3,1 Rechenarten
Der Präzisionszeitgeber dient zur automatischen Steuerung des Rechners.
Ein Vorwahlschalter bestimmt die Rechenart, während der Start der
Rechnung durch die Taste "Rechnen! im Bediengerät ausgelöst wird.
Dauer-Rechnen: In Stellung "Dauer-Rechnen" des Vorwahlschalters ist
der Zeitgeber ohne eigene Funktion. Die für die automatischen Rechen=
arten notwendigen zwei Verstärker Nr. 11a und Nr. 11b stehen bei dieser
Rechenart als Umkehrer an besonderen Buchsen des Programmierfeldes
zur Verfügung.
Die automatischen Rechenarten sind:
Repetierendes Rechnen: Die Integratoren durchlaufen dabei periodisch
die Betriebszustände "Anfangswert" und "Rechnen".
Iterierendes Rechnen: Vom Zeitgeber wird ein Zyklus "Anfangswert!" -
"Rechnen" - "Halten" laufend wiederholt. Mit einer speziellen Inte=
gratorsteuerung, die auf dem Programmierfeld zur Verfügung steht,
können Integratoren während der Halteperiode Werte aufnehmen und über
die folgende Anfangswert- und Rechenperiode speichern. Dies ermöglicht
die Übernahme von errechneten Werten aus einem Zyklus in den nächsten.
(Siehe Integrator-Speicherschaltung).
Rechnen mit Halt: Der Rechner wird nach Ablauf der eingestellten
Rechenzeit automatisch in den Betriebszustand "Halten! versetzt. Die
Sägezahnspannung des Zeitgebers geht dabei wieder auf Anfangsstellung.
-von null Volt.
Es können dann einzelne Werte angemessen werden und auch Programm=
anderungen vorgenommen werdene Bei Druck auf die Taste "Weiter" wird
die Rechenzeit um das gleiche bzw. um das neu eingestellte Zeitinter=
vall fortgesetzt.
3+2 Rechenzeit
Für die automatischen Rechenarten kann die Rechenzeit in drei Dekaden
eingestellt werden. Die Anfangswert- und Haltezeiten sind fest vorge=
geben. Dabei sind folgende Kombinationen möglich:
Rechenzeit 0,1...10 sec 10..100 sec
in Stufen von 0,1 sec 1 sec
Anf.- und Haltezeit 0,1 sec 1 sec
Genauigkeit der Rechenzeiten: 0,1 % + 1,5 msec.
Für die exakte Anfangswertaufnahme bei den Integratoren (bei C=5MF)
muß die lange Anfangswertzeit benützt werden. Sie erlaubt außerdem
bei repetierendem und iterierendem Rechnen die Erholung der während
der Rechenperiode übersteuerten Verstärker. Die Eichung der Anfangs=
wert- und Haltezeiten wird an vier Potentiometern (P1 bis P4) auf der
Rückseite des Zeitgebers vorgenommen.
Für eine kontinuierliche Einstellung der Rechenzeit kann ein Potentio=
meter zugeschaltet werden, indem Buchse 1 am Zeitgeber mit dem Eingang
(grün mit grün) und Buchse 2 am Zeitgeber mit dem Ausgang (orange mit
orange) dieses Potentiometers verbunden wird (Potentiometerfußpunkt
geerdet). Im Normalfall ist jedoch immer Buchse 1 mit Buchse 2 durch
einen Kurzschlußstecker zu verbinden.
Eine exakt lineare Sägezahnspannung, die während der eingestellten
Rechenzeit den Bereich -10 V bis +10 V durchläuft, steht niederohmig
an einer Frontplattenbuchse zur Verfügung und kann zur Ablenkung
eines Sichtgeräts benützt werden. Sie ist belastbar bis 10 mA.
An einer weiteren Buchse kann eine Spannung zur Helltastung eines
Sichtgeräts entnommen werden. An ihr liegt in den Betriebszuständen
"Pot" und "Anfangswert" eine Spannung von -25 V (Relaisspeisespannung)
und in den Betriebszuständen "Rechnen" und "Halten" eine Spannung
4 Anwahlschalter AS-22
Mit dem Anwahlschalter können die Ausgänge aller Verstärker angewählt
werden, deren Ausgangsspannung dann z.B. mit dem Meßinstrument im
Bediengerät durch Verbinden des Anwahlschalterausgangs mit der Meß=
buchse M gemessen werden können. Am Anwahlschalter befindet sich
außerdem noch eine Buchse DVM zum Anschluß eines Digitalvoltmeters
(siehe Bediengerät).
5 Parallelschaltung von Rechnern
Für Probleme größeren Umfangs können mehrere Rechner EA-22 parallel=
geschaltet werden. Die Steuerung der Gesamtanlage kann dabei von
einem beliebigen Rechner aus erfolgen, der dann auch die Referenz=
spannung und den Takt für die automatisch gesteuerten Rechenarten
liefert.
Auf der Rückseite des Rechners befinden sich zwei gleiche Paare von
Parallelschaltsteckern St 1 und St2. Zur Parallelschaltung eines
Nachbarrechners ist jeweils der Parallelschaltstecker St 1 über ein
Parallelschaltkabel (St 1) mit dem Parallelschaltstecker St 1 des
Nachbarrechners zu verbinden. Das Entsprechende gilt für St2.
Die Parallelschaltsteckverbindung St 1 dient zur Steuerung der Nach=
barrechner. Uber die Parallelschaltsteckverbindung St2 werden die
20 nummerierten Parallelschaltbuchsen auf dem Buchsenfeld mit denen
des Nachbarrechners verbunden. Es stehen somit 20 freie Parallel=
schaltleitungen fiir Programmierzwecke zur Verfiigung.
Nur an dem Rechner, der die Steuerung der Gesamtanlage übernehmen
soll, wird die Taste "Eigen" (Eigensteuerung) gedrückt. Die Stellung
der übrigen Tasten der Nachbarrechner ist nunmehr ohne Belang. Der
jeweilige Betriebszustand ist jedoch auf den Tastaturen aller Rechner
sichtbar. Eine Übersteuerung in der Gesamtanlage wird ebenfalls von
den zentralen Übersteuerungslampen aller parallelgeschalteten Rechner
angezeigt. Der unabhängige Betrieb eines einzelnen Rechners ist nur
möglich, wenn das Parallelschaltkabel St 1 wieder entfernt wird.
Bei parallelgeschalteten Rechnern können durch die einzelnen Schuko-
Erdleitungen der Netzkabel kleine Differenzspannungen zwischen den
Erdpotentialen der einzelnen Rechner auftreten. In diesem Fall sollte
nur einer der Rechner mit einem Schuko-Netzkabel versehen werden. Die
gemeinsamen Erdleitungen bewirken ohnehin eine Schutzerdverbindung.
6 Rechenverstärker-Magazin und Ubersteuerungsanzeigefeld
Die Rechenverstärker sind steckbar und in einem Kartenmagazin in der
rückwärtigen Hälfte des Rechners untergebracht, das nach Abnahme der
oberen Rückwand sichtbar ist. Unterhalb des Verstärkermagazins liegen
die Zerhacker. Jeweils ein Zerhacker gehört zu zwei Verstärkern.
Der von hinten gesehen im Magazin ganz rechts liegende Verstärker
gehört zum Operationseinheitsteil Nr. 1a (siehe Nummerierung auf dem
Buchsenfeld), der zweite Verstärker von rechts zum Operationseinheits=
teil Nr. 1b usw. Die beiden im Magazin ganz links liegenden Verstärker
sind die Verstärker Nr. 11a und Nr. 11b (siehe Zeitgeber). Das Aus=
wechseln von Verstärkerkarten und Operationseinheiten hilft bei der
Lokalisierung von Defekten.
Die Betriebsspannungen für die Verstärker werden über das an der
rechten Stirnseite des Magazins liegende steckbare Verbindungskabel
(von Netzgerät-Steckbuchse St 1) zugeführt. Über zwei weitere Steck=
buchsen auf der Zerhackerplatte werden die Verbindungen zu den Null=
punktpotentiometern (rechte Steckbuchse) und den Übersteuerungsrelais
(linke Steckbuchse) des Übersteuerungsanzeigefeldes hergestellt. Aus=
wechseln und Einsetzen der Übersteuerungsrelais erfolgt von hinten
(Netzgerät entfernen). Zum Auswechseln defekter Ubersteuerungslampen
im Übersteuerungsanzeigefeld wird die Plexiglasabdeckung abgenommen.
Um für Reparaturzwecke an die dahinterliegende Verdrahtung des Uber=
steuerungsanzeigefeldes zu gelangen, kann nach Lösen von vier Schrau=
ben der ganze untere Bedienungsteil-Einschub etwa 5 cm nach vorn
herausgezogen werden.
6.1 Nullpunkteinstellung der Rechenverstärker
Zur Nullpunktskontrolle und Nullpunkteinstellung werden die einzelnen
Verstärkerausgänge über den Anwahlschalter AS-22 angewählt und über
eine Verbindung von Anwahlschalterausgang zu Meßbuchse M am Bedien=
gerät an das Meßinstrument in Kompensationsmeßschaltung angeschlossen.
Die Kompensationsspannung und das Referenzpotentiometer wird auf Null
eingestellt. Die Nullpunktskorrektur erfolgt am dazugehörigen Poten=
tiometer auf dem Übersteuerungsanzeigefeld. Zur Verstärkung der Meß=
spannung können beispielsweise noch zwei zehnfach verstärkende Sum=
mierer dazwischengeschaltet werden. Falls vorhanden, empfiehlt sich
jedoch der Anschluß eines Gleichspannungs-Mikrovoltmeters.
Die Verstärker werden im Betriebszustand "Anfangswert" in Summier=
schaltung mit unbeschalteten Eingängen gemessen. Die Spannung am
Verstärkerausgang entspricht dabei dem dreifachen Wert der Spannung
am Verstdrker-Summenpunkt.
Eine sehr genaue Nullung kann noch beim Integrator in Integrier=
schaltung erfolgen, indem mit dem Nullpunktpotentiometer die Eigen=
drift am Verstärkerausgang auf null geregelt wird. (Betriebszustand
"Rechnen", Eingangs- und Anfangswertbuchsen unbeschaltet).
7 Operationseinheiten und Potentiometereinheit
Die passiven Rechennetzwerke sind in auswechselbaren Einschüben, den
Operationseinheiten, paarweise zusammengefaßt, deren Frontplatten
zusammen das Programmierfeld bilden und die, in den Rechner einge=
schoben, automatisch mit den dazugehörigen Rechenverstärkern ver=
bunden werden.
7.1 Buchsenfarben
Die Buchsenfarben auf dem Programmierfeld des Rechners haben folgende
Bedeutung:
grün : Eingänge der Rechennetzwerke und
Potentiometer, Verstärker-Summenpunkte (G)
orange : Ausgänge der Verstärker und Potentiometer
gelb : Netzwerk-Summenpunkte
rot : Referenzspannung +10 V
blau : Referenzspannung -10 V
schwarz : Erde (null Volt)
weiß Steuerleitungen, Parallelschaltleitungen,
Verteilerstützpunkte, Dioden, Relaiskontakte.
7e2 Operationseinheit IS-A/B, Doppelintegrier-Summiernetzwerk
Die Operationseinheit IS enthält zwei identische Widerstands-Konden=
sator-Relais-Netzwerke, die in Verbindung mit zwei Rechenverstärkern
die mathematischen Operationen "Integration" und "Summation" durch=
fiihren (Bild 1). Jedes Netzwerk kann durch einfaches Umstecken eines
Doppelkurzschlußsteckers auf der Frontplatte wahlweise zum Integrieren
oder Summieren verwendet werden.
Summierer : Doppelkurzschlußstecker muß Summenzeichen verdecken.
Integrierer : Doppelkurzschlußstecker muß Integralzeichen verdecken.
Buchse R mit Buchse r durch Einfachkurzschlußstecker
verbinden.
Dabei stehen pro Netzwerk fünf Eingänge mit den Bewertungsfaktoren
1,1,1,10,10 und ein Eingang A für Integrator-Anfangswerte zur Ver=
fügung. Ein Eingang oo gestattet das Zuschalten weiterer Eingangs=
widerstände und auch nichtlinearer Netzwerke.
Die Rechenkondensatoren können mit Kurzschlußsteckern im Verhältnis
10:1 von 5 MF auf 0,5 MF für jeden Integrator individuell umgeschaltet
werden, was eine Variation der Zeitkonstante in weiten Grenzen ermog=
licht (0,01...1 sec). Für die Integration ergibt der Rechenkondensator
von 5 MF den Bewertungsfaktor 1 und der von 0,5 MF den Bewertungs=
faktor 10.
Die Erregung der Relais erfolgt im allgemeinen durch die zentralen
Steuerleitungen pt, r und h. Bild 2 zeigt in Tabellenform den Erre=
gungszustand der Steuerleitungen bei den einzelnen Betriebszuständen.
Die Relais (R=Rechenrelais, H=Halterelais) zur Steuerung der Integra=
torbetriebszustände "Anfangswert", "Rechnen" und "Halten! können auch
von außen über die Buchsen R und H auf der Frontplatte erregt werden.
Dies ermöglicht neben der normalen Steuerung vom Bediengerät her auch
den Aufbau von Abtastern, Analogspeichern für iteratives Rechnen und
anderen Sonderschaltungen.
7.2.1 Integrator-Speicherschaltung
Die Integrator-Speicherschaltung für iteratives Rechnen, Bild 3,
ermöglicht die Übernahme von Rechengrößen aus einem Zyklus in den
folgenden. Die Aufladung des Speicherintegrators erfolgt dabei im
Betriebszustand "Halten". Sein Rechenrelais R wird dazu über die
Erregerleitung p und sein Halterelais H über die Erregerleitung s,
beide auf dem Buchsenfeld vorhanden, angesteuert.
Erregerleitung p: nur geerdet bei gedrückter Taste "Anfangswert",
zur Aufnahme erster Anfangswerte bei Rechenbeginn.
Erregerleitung s: nur geerdet im Betriebszustand "Halten".
————— Fe
«40 &
7-3 Operationseinheit PMS-A/B, Doppelmultiplizier-Summiernetzwerk
Die Operationseinheit PMS enthält zwei vollständige Multiplizier- und
Summiernetzwerke, die in Verbindung mit zwei Rechenverstärkern die
mathematischen Operationen Multiplikation, Division, Wurzelbildung
und Summation ausführen.
Die Verstärkereingänge und Ausgänge werden der Einheit über einen
Stecker auf der Rückseite zugeführt. Durch einfaches Umstecken eines
Doppelkurzschlußsteckers auf der Frontplatte kann jeder Verstärker
als Multiplizierer, Summierer oder als offener Verstärker geschaltet
werden.
Summierer : Buchsen mit Verstärkersymbol mittels Doppel=
kurzschlußstecker mit den darüberliegenden
Buchsen des Summiernetzwerks verbinden.
Multiplizierer : Buchsen mit Verstärkersymbol mittels Doppel=
kurzschlußstecker mit den darunterliegenden
Buchsen des Multipliziernetzwerks verbinden.
Als Summierer stehen pro Netzwerk vier Eingänge mit den Bewertungs=
faktoren 1,1, 10, 10 zur Verfügung. Ein fünfter Eingangswiderstand
wird zur Rückführung benützt.
Für die Multiplikation müssen die Größen X und Y in beiden Vorzeichen
angeboten werden. Am Verstärkerausgang ergibt sich dann (bei 20 KOhm
Rückführung) das Produkt Z = +X-Y/10V oder Z = -X-Y/10V bei
Vertauschen von +X und -X oder +Y und -Y.
Da das Multipliziernetzwerk auf einen Rückführwiderstand von 20 KOhm
normiert ist, kann zusätzlich zur Multiplikation noch summiert werden
(Buchse G mit Buchse S verbinden). In diesem Fall sind jedoch die
Bewertungsfaktoren des Summiernetzwerks mit 0,1 zu multiplizieren,
da sich diese auf einen Rückführwiderstand von 200 KOhm beziehen.
Beim Dividieren und Wurzelziehen wird das Multipliziernetzwerk direkt
in die Verstärkerrückführung gelegt, so daß zu diesen Operationen
kein zusätzlicher Verstärker erforderlich ist (Bild 4 und Bild 5).
Falls die Einheit nicht selbst zum Summieren verwendet wird, stehen
die Summiernetzwerke als Eingangsnetzwerke für andere Verstärker zur
_ Verfügung.
Ein
7.4 Operationseinheit FS-A/B, Funktionsgeber-Doppelsummiernetzwerk
Die Operationseinheit FS enthält ein variables Funktionsgebernetzwerk
mit 20 temperaturkompensierten Diodenstrecken und zwei Summiernetz=
werke. In Verbindung mit zwei Rechenverstärkern, deren Eingänge und
Ausgänge über einen Stecker an der Rückseite zugeführt werden,
realisiert die Operationseinheit einen variablen Funktionsgeber oder
zwei Summierer. Die Umschaltung erfolgt durch zwei Doppelkurzschluf=
stecker auf der Frontplatte.
Summierer : Buchsen mit Verstärkersymbol mittels Doppel=
kurzschlußstecker mit den darüberliegenden
Buchsen des Summiernetzwerks verbinden.
Funktionsgeber : Buchsen mit Verstärkersymbol mittels Doppel=
kurzschlußstecker mit den darunterliegenden
Buchsen des Funktionsgebernetzwerks verbinden.
Als Summierer stehen pro Netzwerk vier Eingänge mit den Bewertungs=
faktoren 1, 1, 10, 10 zur Verfügung. Ein fünfter Eingangswiderstand
wird zur Rückführung verwendet. Falls die Summiernetzwerke nicht
benützt werden, stehen sie als Eingangsnetzwerke für andere Verstärker
zur Verfügung.
Für den Funktionsgeber wird nur ein Eingang +X benötigt, wobei am
Ausgang des linken Rechenverstärkers die in allen vier Quadranten
einstellbare Funktion F(X) erscheint. Der zweite Verstärker (rechte
Verstärker) dient dabei zur internen Stromumkehr.
Bei einer Reihe von Funktionen F(X) mit speziellem Verlauf ( zB:
2n+1
X
kann als Summierer verwendet werden. Die Buchse U ist dabei mit Erde
; n=1, 2, ««-) wird der zweite Verstärker nicht benötigt und
zu verbinden.
Die Einheit enthält außerdem noch zwei freie Silizium-Dioden zur
Realisierung spezieller Funktionen wie "Tote Zone", "Betrag" usw.
Sieben Frontplattenbuchsen sind zu einem Verteilerstützpunkt zu=
sammengefaßt.
7.4.1 Funktionsgebereinstellung
Da die Knickpunkte der Diodenstrecken in äquidistanten Abständen von
1 Volt verteilt sind, brauchen zur Einstellung einer Funktion nur die
Anstiege der Diodenstrecken variiert zu werden. Dies ermöglicht in
Verbindung mit dem Funktionsgeber-Einstellgerät FEG eine rasche und
bequeme Einstellung der gewiinschten Funktion. Die Variation der
Anstiege erfolgt durch Grob- und Feinregelung in einem Bereich von
+345 V/V. Eine variable Parallaxverschiebung gestattet auch die
Darstellung von Funktionen, die nicht durch den Koordinatenursprung
gehen.
Zur Einstellung einer Funktion wird die Funktionsgeber-Operations=
einheit zusammen mit dem Funktionsgeber-Einstelleinschub FEE in den
Rechner eingeschoben. Die zu beiden Seiten der Einheit liegenden
Anstiegspotentiometer können jetzt mit einem Schraubenzieher einge=
stellt werden. Das Einstecken der Doppelkurzschlußstecker auf der
Frontplatte der Einheit entfällt, da diese Verbindungen jetzt intern
hergestellt werden. Ein Kippschalter am Funktionsgeber-Einstellein=
schub gestattet das Umschalten von den "allgemeinen Funktionen", wofür
zwei Verstärker notwendig sind, zu den oben erwähnten "speziellen
Funktionen", die nur einen Verstärker erfordern,
Im Betriebszustand "Pot" können jetzt über das Funktionsgeber-Ein=
stellgerät FEG die Diodenknicke einzeln angewählt werden. Die Ein=
stellung erfolgt immer von Null aus in positiver Richtung bis +10 V
und dann von Null aus in negativer Richtung bis -10 V.
Die Knickpunktspannungen können dabei angemessen werden mit:
a) Meßinstrument in Kompensationsmeßschaltung. Der Funktionsgeber=
ausgang ist mit Hilfe des Funktionsgeber-Einstelleinschubs an
eine interne Meßleitung (m) angeschlossen, die mit der Kompen=
sationsmeßschaltung verbunden ist.
b) Meßinstrument auf 15 V/1,5V=-Bereich, durch Verbinden von
Buchse DVM mit Meßbuchse M.
ce) Digitalvoltmeter, angeschlossen an Buchse DVM.
Bei manchen Funktionen ist es ratsam die Einstellung nochmals zu
wiederholen.
7.5 _Operationseinheit KS-A/B, Doppel-Komparator-Summiernetzwerk
Die Operationseinheit KS enthält zwei Komparator- und zwei Summier=
netzwerke. Die Einheit dient in Verbindung mit zwei Rechenverstärkern,
deren Ein- und Ausgänge über einen Stecker an der Rückseite zugeführt
werden, zum Vergleich von Rechenspannungen und zur Summation.
= 43 =
Jeder Verstärker kann wahlweise als Komparator oder Summierer geschal=
tet werden. Die Umschaltung erfolgt durch einen Doppelkurzschluß=
stecker auf der Frontplatte,
Summierer : Doppelkurzschlußstecker muß Verstärkersymbol verdecken.
Komparator : Doppelkurzschlußstecker muß den Buchstaben K verdecken.
Als Summierer stehen pro Netzwerk vier Eingänge mit den Bewertungs=
faktoren 1,1, 10, 10 zur Verfügung» Ein fünfter Eingangswiderstand
wird zur Rückführung verwendet.
In Komparatorschaltung entscheiden die Verstärker, ob eine (bewertete)
Summe von maximal fünf Eingangsgrößen positiv oder negativ ist, und
betätigen dabei ein Relais mit zwei Umschaltkontakten, die auf der
Frontplatte zur Verfügung stehen.
Der mit "a"! bezeichnete Schaltarm ist jeweils mit dem darüberliegenden
und mit "+" bezeichneten Kontakt verbunden, wenn die (bewertete)
Summe der Eingangsspannungen positiv ist, bzw. mit dem darunter=
liegenden und mit "=" bezeichneten Kontakt verbunden, wenn die (be=
wertete) Summe der Eingangsspannungen negativ ist.
Der erforderliche Übersteuerungsschutz für die Verstärker (Zenerdioden)
ist in die Komparatornetzwerke fest eingebaut.
7,6 Potentiometereinheit P-4
Die Potentiometereinheit P-4 enthält vier drahtgewickelte Präzisions=
zehngangpotentiometer zur genauen Einstellung von Koeffizienten und
Anfangswerten.e Drei Potentiometer sind intern geerdet, das vierte (D)
ist erdfrei ausgeführt und erscheint mit beiden Eingängen auf der
Frontplatte. Es kann dort mit einem Kurzschlußstecker ebenfalls ge=
erdet werden. Da für manche Anwendungen zwei Ausgänge benötigt werden,
sind zwei Potentiometer (B und D) mit zwei Ausgangsbuchsen versehen.
Auf der Frontplatte befinden sich außerdem Buchsen für positive und
negative Referenzspannung, die mit Kurzschlußsteckern auf die Poten=
tiometereingänge geschaltet werden können.
Durch einen Widerstand vor dem Ausgang (Schleifer) sind alle Potentio=
meter gegen Überlastung geschützt.
Sats Ye
7.6.1 Potentiometereinstellung
Zur genauen Einstellung und Anmessung der Potentiometer dient die
Betriebstaste "Pot". In diesem Betriebszustand werden automatisch
samtliche Summiernetzwerke aller Operationseinheiten im Rechner von
den Verstärkereingängen (Summenpunkt G) getrennt und ihre Netzwerk=
Summenpunkte geerdet. Die mit Eingangswiderständen beschalteten
Potentiometer können damit in belastetem Zustand gemessen werden.
Durch eine Anwahltaste auf der Frontplatte der Potentiometereinheit
wird der betreffende Potentiometereingang an die +10 V-Referenz=
spannung gelegt, während der Ausgang (Schleifer) an eine interne
Meßleitung (m) geschaltet wird. Diese ist im eingestellten Betriebs=
zustand mit der Kompensationsmeßeinrichtung im Bediengerät verbunden
und kann außerdem über die Buchse DVM (am Anwahlschalter) mit einem
Digitalvoltmeter verbunden werden.
8 Netzgerät NG-22
Das Netzgerät ist in einem Einschub untergebracht, der von hinten,
nach Entfernen der unteren Rückwand, aus dem Rechner herausgenommen
werden kann. Über ein Gerätekabel wird es an das 220 V- Wechselstrom=
netz angeschlossen. Umschaltmöglichkeit für 110 V- Netz besteht.
Im Netzgeräteinschub befinden sich folgende Spannungsquellen:
Referenzspannungspaar (Konstanz 0,01%) +10 V/0,4 A
Betriebsspannungspaar, stabilisiert und niederohmig +15 V/ıA
Hilfsspannung, zenerdiodenstabilisiert -22 V/75 mA
Relaisspannung -25 V/1,5 A
Lampens pannung SV 1A
400 Hz-Rechteckspannung (für Zerhacker) 14 Va Y2W
400 Hz-Rechteckspannung (für Demodulatoren) 20 V„./05 W-
Uber drei Steckbuchsen an der oberen Querleiste des Netzgeräts werden
die Verbindungen zum Verstärkermagazin (St1), zur Schrankverdrahtung
(St 2) und zum Netzschalter im Bediengerät (St 3) hergestellt.
Weitere Einzelheiten sind einer speziellen Beschreibung und den dazu=
gehörigen Schaltungsunterlagen dieses Netzgeräts zu entnehmen.
= 15 0
Cl {| 5 MF
1 o 1200 k }
er 10
C2 0,5 MF
1 o—{200K}—+ ° HH 0
R3 R4
1 o ch —+ tl — fo
R5 z
10 © Bae „© > 0
R6 n ns
00T — io
4
co O0-
R7 R8
A o—{20k} [206 }
+ =. -25V
| H |
6
z
R
eh;
h pt r
Bild 1: Integrator-Summator-Prinzipschaltung
Schaltstellung Integrator
Betriebszustand | pt r h
Pot
Anfangswert ©
Rechnen & oO &
Leitung
Halten ® & @ geerdet
Bild 2: Erregung der Steuerleitungen
= 146 =
10 I
h
— 10 o { } |
E
=
ey u es
@ -25V
S p
Bild 3: Integrator-Speicherschaltung
Steuerleitung p nur geerdet bei gedrückter Taste "AnfY
Steuerleitung s nur geerdet im Betriebszustand "Halten"
Multi=
el plizier- a
X
-1
-1
2= 7 ; ZY-Xe0 | ie
Y darf nicht durch Null gehen.
Netzwerk
(Z)
-X —
Bild 4: Divisionsschaltung
22
Multi= q
(M) plizier- |_|
Netzwerk +
DASE
Zelx ; 22x20
Bild 5: Wurzelbildung
C* = Stabilisierungskondensator