Analog Computers

Reference / Paper · 1972

Versuchsbeschreibung: Anwendung des Servo-Multiplizierers / Aufbau und Wirkungsweise eines PID-Reglers

Read the PDF (12 pp) ↗ Read the English translation →

A two-part German-language application note (January 1972, document numbers A 1357 and A 1360) from PEK Electronic describing laboratory experiments for the PEK Analogrechner Typ 38500 series. Part 1 covers the theory and hands-on exercises for the servo-multiplier (Type 38507), including multiplication, squaring, and division circuits with step-by-step measurement tables. Part 2 addresses the construction and operation of a PID controller implemented on the analog computer, including damped and growing oscillation experiments recorded via X-Y plotter.

Manufacturer
PEK
System
PEK Analogrechner Typ 38500 series
Year
1972
Type
Reference / Paper
Language
German
Learning track
specific applications
Pages
12
  • PEK Analogrechner Typ 38500 series
  • PEK
  • servo-multiplier
  • PID controller
  • analog computer experiments
  • multiplication and division circuits

← Back to the Reference Library

Versuchsbeschreibung: Anwendung des Servo-Multiplizierers / Aufbau und Wirkungsweise eines PID-Reglers

P(E)K ELECTRONIC Versuchsbeschreibung Neben der Anwendung rein elektronischer Mittel für die Multi- plikation über Diodennetzwerke oder entsprechende integrierte Kreise, gibt es auch elektromechanische Mittel für die Multi- plikation. Eines davon ist der Servo-Multiplizierer. Die Arbeitsweise einer Servoeinrichtung ist folgende: Der Antrieb erfolgt über einen Leistungsverstärker. Der Motor kann je nach Ausgangsspannung in beide Richtungen angetrieben werden. Die Ausgangsspannung ergibt sich aus der Summierung zweier Eingangsspannungen, wobei sich eine durch die Stellung eines vom Motor angetriebenen Potentiometers ergibt. Speist man das Potentiometer mit bekannten Spannungen, in diesem Fall mit den beiden Referenzspannungen, so stellt sich das Potentio- meter auf einen Wert ein, der der angelegten unbekannten Span- nung entspricht. Diese wird also mit der Referenzspannung ver- glichen. Man könnte daran denken, die Referenzspannung abzuneh- men, um sie zu messen, und hätte damit das Prinzip eines Kom- pensographen. Beim Servo-Multiplizierer geht man jedoch noch einen Schritt weiter, indem der Motor den Abgriff eines weiteren Potentiometers antreibt, das man als Meßpotentiometer bezeichnen kann. Legt man nun an die Anschlüsse des Potentiometers eine weitere unbekannte Spannung, die man ebenfalls im "Gegentakt" zuführt, so ist die Stellung des Abgriffs einmal proportional der einen Spannung, die abgenommene Spannung aber auch noch ab- hängig von der zweiten Spannung. Beide hängen multiplikativ zu- sammen. Bild 1 zeigt die Verhältnisse mit den beiden Eingangsspannungen u, und Uo und den Potentiometern. Motor 4 D ode Summierer Leistungsverstarker -u2 Bild!: Prinzip eines Servo - Multiplizierers ly Januar 1972 A 1357 - S.1 Die beiden Spannungen Uy und Uy multiplizieren sich am Aus- gang auf. Zur Richtigstellung der Dimension muß dieses Produkt durch eine Bezugsspannung von U = 10 V gestellt werden. Auf der Platte 38507 sind die beiden Spannungen mit Ur und Ur angegeben. Die Darstellung der Differenzbildung mA fort- Blase, ebenso das entsprechende Potentiometer. Es ergibt sich die Formel für die Anwendung dieses Servo-Multiplizierers zu Auf dem Programmierfeld sind für diesen ersten Servo-Multipli- zierer SM 1 folgende Anschlüsse vorgesehen: U a U b U Zune c EI" LEE A Die Referenzspannungen sind unmittelbar zugeführt und brauchen nicht programmiert zu werden. Auf der gleichen Platte ist noch ein weiterer Servo-Multipli- zierer SM 2 vorgesehen, der genau gleich aufgebaut ist, wie der beschriebene. Auf der vom Motor angetriebenen Achse befindet sich jedoch noch ein Sinus-Cosinus-Potentiometer. Dieses wird von der Referenzspannung gespeist. Man kann also an den beiden Abgriffen den Sinus-und Cosinus - Wert der Referenzspannung ent- sprechend dem eingestellten Winkel aus der Multiplikation ab- nehmen. Zwischen der Referenzspannung und den Winkeln besteht dann ein fester Zusammenhang, der sich in nachstehender Tabelle 1 für einige Werte wiederspiegelt: Tabelle 1 Zusammenhang zwischen Referenzspannung und Winkeln _10I5|l0 | 45 +10 | Volt X | 0 90°| 180°| 270° | 360 - An den Ausgängen d und e können die Sinus- bzw. Cosinuswerte der Winkel abgenommen werden. Dem Wert 1 entspricht die Referenzspan- nung von 10 V (Maschinenspannung). Da der Wert der Funktion von der Winkelstellung des Motorantriebes abhängt, besteht zwischen der Spannung Ur und dem Winkel folgende Beziehung: 20 V Ur = &. 5 10 V Mit dem Servo-Multiplizierer können auch Divisionen durchgeführt werden, wie die hier als Beispiel gewählte Aufgabenstellung und deren Lösung zeigen werden. Januar 1972 A 1357 - 5.2 P(E)K ELECTRONIC 1. Aufgabe Man entwerfe eine Rechenschaltung für die Durchführung einer Division: U _ _! D Ya = Up . (1) worin U = Bezugsspannung = 10 V Man löse diese Aufgabe über die Rückführung eines Servomulti- plizierers. 2. Meßschaltung Die Meßschaltung läßt sich leichter entwerfen, wenn man die oben angegebene Gleichung so umwandelt, daß eine Multipli- kation entsteht: _ Hierfür läßt sich die Blockschaltung leicht realisieren: Sie ist in Bild 2 dargestellt. U "Uy fo 2 5 + 2 ar a ey U0 | 3 Bild 2 Blockschaltung fUr Gleichung 2 O Ua Da man am Eingang eines Multiplizierers keine Ausgangsspannung abnehmen kann, benötigt man noch einen Addierer, um die er- forderliche Rückführung vornehmen zu können. Es ergibt sich dann das endgültige Schaltbild nach Bild 3, in welches noch Potentiometer zur Einstellung beliebiger Werte eingefügt wurden. Bild 3 Meßschaltung — — — mi uj ~ Januar 1972 A 1357 = 5,3 3. Geräte Stromversorgung Typ 36013 Potentiometer Typ 38501 Summierer I Typ 38502 Programmierfeld Typ 38506 Servo-Multiplizierer Typ 38507 Meßinstrument Typ 38508 Bedienung und Steverung Typ 38509 4. Versuchsdurchführung 4.1 Schaltungsbeschreibung 4.2 4.3 4.4 Januar 1972 Die beiden Spannungen, entsprechend der Größen U, und Uns werden mit Hilfe zweier Potentiometer der Einfachheit halber aus den Referenzspannungen gewonnen und sind so zu jedem beliebigen Wert wählbar. Die eine Spannung wird dem Summierer S 1 zugeführt, die andere an den Eingang a des Servo-Multiplizierers. Der Aus- gang des Summierers ist gleichzeitig mit dem Eingang b des Servo-Multiplizierers zu verbinden und dient als Abnahme für die Ausgabe des Quotienten u Man stelle nacheinander die in nachstehender Tabelle 1 an- gegebenen Werte für U, und U, (Gleichspannungen) ein, und messe die sich an den Veshdadonasounkben der Schaltung er- gebenden Spannungen. Man berücksichtige, daß die sich am Ausgang des Servo-Multiplizierers ergebende Spannung als durch 10 V dividiert betrachtet werden muß. Tabelle ] U +10 +5 0 =) -10 | +10 +5 0 =5 -10 U +10 | +10 |+10 | +10 | +10 -10 -10 | -10|-10 -10 Alle Spannungen in Volt Man ändere die Schaltung so um, daß sich eine Radizierung ermöglichen läßt, wobei u] = Uy = Ug ZU setzen ist. Man zeichne die so gefundene Schaltung auf. Man mache wiederum eine Messung und stelle die gefundenen Werte in nachstehender Tabelle 2 zusammen. Tabelle 2 Ue +10 +9 +6 +5 +2,5| +0 U a Alle Spannungen in Volt A 1357 - 5.4 P(E)K ELECTRONIC Versuchsanleitung Allgemeines Für die Ausgabe der Rechenergebnisse ist an sich ein X-Y- Schreiber vorgesehen, der auf der Platte 38509 angeschlossen werden kann. Er benötigt keine Zeitbasis, da diese durch den Integrierer 4 bereits im Rechner vorhanden ist. Die Ablaufzeit der Rechnung läßt sich auf der Platte 38503 in 4 Grobstufen (5, 10, 20, 40 sec.) einstellen und geringfügig fein verändern. Soll statt des X-Y-Schreibers ein Oszillograf angeschlossen werden, so ist dies nur sinnvoll, wenn der Rechenvorgang ge- nügend oft wiederholt werden kann, daß sich ein stehendes Bild auf dem Schirm ergibt. Für dieses automatisch sich wie- derholende Rechnen ist die Betriebsart "Automatisch" vorge- sehen. In dieser Betriebsart schaltet ein freilaufender astabiler Multivibrator dauernd zwischen den zwei Betriebs- arten "Einstellen" und "Rechnen" um. Während der Rücklauf- zeit des Strahles steht der Rechner auf "Einstellen" der An- fangswerte, während der Hinlaufzeit auf "Rechnen". Der Oszillo- graf läßt sich an Stelle des Schreibers auf der Platte 38509 anschließen. Um den Rücklauf nicht auf dem Schirm zu sehen, ist eine Rücklaufverdunkelung bzw. eine Hinlauferhellung vor- gesehen, die ebenfalls auf der Platte 38509 gesteckt werden kann. Dazu muß der Oszillograf jedoch einen Eingang für ex- terne Helligkeitsmodulation besitzen. Beim PEK Typ 2002 be- findet sich dieser Eingang auf der Rückseite des Gerätes. Für diese Betriebsart muß der Zeitbasis-Geber auf 0,1 ge- stellt werden. Die Wiederholfrequenz beträgt somit 10 Hz. 1. Aufgabe PID-Regler an einer Regelstrecke 2. Ordnung. Es soll eine Regelung untersucht werden, deren Strecke folgender Gleichung unterliegt: x" (t) +#0,3 x ' (t) + 0,8 x (t) = y (t) Die Lösung für x ist eine gedämpfte Schwingung. Zum An- stossen der schwingungsfthigen Regelstrecke dient der Z-Sprung. Die Aufgabe soll Stück für Stück aufgebaut wer- den, beginnend bei der reinen Regelstrecke, weitergehend Uber einen einfachen P-Regler mit einstellbarer Verstärkung Uber PI- und PD-Regler bis schließlich zum PID-Regler. Januar 1972 A 1360 - S.1 2. Gerdte Für diese Aufgabe ist der vollständig aufgebaute Analogrechner mit allen Platten Typ 38501 bis 38509, sowie Netzplatte Typ 36013/A3 einzusetzen. Für die Darstellung der Funktionen ist ein X-Y-Schreiber zu verwenden. Für schnellere Vorgänge wird ein Elektronenstrahl- Oszilloscop eingesetzt. Hierfür eignet sich besonders PEK-Typ 2002. Passend zu dem Analogrechner kann das Gerät "Analog-Digital- Display) Typ 35970 angeboten werden, welches ebenfalls im For- mat DIN A 3 (hier 2xA3) aufgebaut ist. 3. Schaltungsbeschreibung Bild 1 zeigt die Prinzip-Schaltung der Aufgabe. Darin stellen die beiden Integrierer I und II die Regelstrecke dar. In diese wird auch die Störgröße Z eingegeben. Die resultierende Größe (Lösung) wird auf den Y-Verstärker des Schreibers bzw. Oszillo- grafen gegeben. Mit w kann eine Führungsgröße vorgegeben werden, die in Verbindung mit der Größe x über den Regler auf die Regel- strecke einwirkt. A-D-Display IntegriererI Integrierer I ( Oszillograf ) Zo —— x! PM X y=X? I I —? Pr. wi Pa t Zeit- basis Pot. I Pot. I x —") Pot. I \ SummiererI XW @) Le 1 Verstärker I Pot. ¥ _@) Verstärker I | (ay W oS, Bild 1: Prinzipschatung des PID-Reglers Summierer I /\|| Z\ || A Januar 1972 A 1360; = $2 P(E)K ELECTRONIC Die Schaltung besteht ferner aus einem Summierer I, der die Größe x mit der Führungsgröße w summiert. Es folgen in einer Parallelschaltung drei "Verstärker", die man als Proportional-Verstärker, Differenzierglied und Integrator schaltet. Sie werden am Ausgang in einem Summierer II wie- der zusammengeführt. Die Werte können in den Potentiometern P 1 bis P 5 geteilt werden. Im folgenden werden nun die einzelnen Aufgaben angegeben. 4. Versuchsdurchfihrung _ 4.1 Aufbau einer Regelstrecke In Bild 2 ist der Aufbau der Regelstrecke gezeigt. Durch Verändern der Dämpfungsbeiwerte P4 und P, läßt sich die Schwingung beeinflussen, ebenso 14st sich die Schwing- Amplitude mit Pe einstellen. zo—2(01)5 b |} + d 10 : a), f Ru ch Y- Verst. I1 L2 SA un oO (5 oO\»o wi\ oo wi) p Q Q zu je} Bild 2: Schaltung für abklingende Schwingung mit einstellbarer Dämpfung. Die Verbindungen werden auf dem Programmierfeld hergestellt. Die Kurven der gedämpften Schwingungen sollen mit dem Oszillo- graf oder X-Y-Schreiber aufgenommen werden. Januar 1972 A 1360 - 5,3 4.2 Regelstrecke mit Proportional-Regelung In Bild 3 ist an die bereits aufgebaute Regelstrecke, di e durch sämtliche weiteren Aufgaben immer gleich bleibt, der proportionale Regelzweig angeschlossen. Die Führungsgröße w wird am Anfang mit O eingestellt. Bei der Messung sollt sie dann zweckmäßig zu 0.15 gewählt werden. Für den Reche e n= Verstärker S,, ist ein Typ gewählt worden, dessen Rückfüh- rung von außen gesteckt werden muß. Es ist deshalb der Widerstand (220 ka) getrennt im Schaltbild eingezeichnet. Mit diesem Widerstand ergibt sich der eingezeichnete Ver- stärkungsfaktor 10. Mit P 8 läßt sich der Koeffizient des P-Reglers einstellen. Im Bereich zwischen 0,3 und 0,7 er- gibt sich eine “deutliche Änderung des Regelverhaltens. 10nF 1OnF P6 u a un 7 lH 11 12 a * F 1 f al, f . 10 Y-Verst. ey P4 s( ae er Ze AT f a 0.08 1 N Ze PS = P7 Ss a . -Uref Proportional - Regelteil Gente Bild 3: P- Regler an Strecke 2.Ordnung Januar 1972 A 1360 - 5.4 P(E)K ELECTRONIC 4.3 Regelstrecke mit PD-Regelung In Bild 4 ist zusätzlich ein Differenzieranteil mit ange- schlossen. Beim Stecken des Programmes ist zu beachten, daß der 10 Mn Widerstand und der 1 PF Kondensator extern ge- steckt werden müssen, wogegen der zwischen den Klemmen a und g liegende Eingangswiderstand von22 ka bereits fest ein- gebaut ist. Der Kondensator muß deshalb auf dem Programmierfeld zwischen den gelben Buchsen gesteckt werden. Die Wirkung des D-Anteiles ist deutlich sichtbar, das mehrfache Einschwingen um den Endzustand entfällt fast völlig. 10 Januar 1972 12 Y- Verst. Sg " PD-Regler an Strecke 2. Ordnung A 1360 - S.5 4.4. Regelstrecke mit PI-Regelung In Bild 5 ist statt des D-Anteiles ein I-Anteil angeschlossen. Die Folge davon ist, daß die bleibende Regelabweichung des reinen P-Reglers fast zu O wird, der Endzustand jedoch nur durch häufiges Schwingen erreicht wird. Bi 1 o lo. I2 51 Januar 1972 P 10 5 /'g 42 Bild 5: PI Regler an Strecke 2. Ordnung A 1360 - S.6 eo) Y- Verst. P(E)K ELECTRONIC 4.5 Regelstrecke mit PID-Regelung In Bild 6 ist die optimale Lösung des Problems dargestellt mit allen drei Komponenten P, I und D. In der gezeigten An- ordnung ist die Ausregelung der Störung in kurzer Zeit bis auf ein geringes Restmaß möglich. P6 70 (01) b 11 12 + a f f Y-Verst. ot d rT Cc P4 “(03 P5 a *(008)2 Tr 2,2M2 cr. Ly sı la P10 aT) 59 a 1 } HE sone ls A j c Bild 6: PID-Regler an Strecke 2. Ordnung Januar 1972 A 1360 - S.7 4.6 Darstellung der Funktionen. Die mit den X-YrSchreiber aufgenommenen Funktionen sind nunmehr auf ein Millimeterblatt einzutragen. Es sind je- weils die Extremwerte aufzuzeichnen. 4.7 Schaltung für eine aufklingende Schwingung Mit einer kleinen Änderung läßt sich eine Variante des Aufbaves darstellen. Durch Invertieren der Rückführung von Il wird aus der Schaltung für eine abklingende Schwingung eine solche für eine aufklingende Schwingung. Die Störung muß für diesen Fall sehr viel kleiner gemacht werden, da- mit die Schaltung nicht zu schnell übersteuert wird. Die Schaltung, die nunmehr zu programmieren ist, zeigt Bild 7 P6 11 12 + dlıo 1 f a os Eu — Pb $8 (03° f ‚Le P5 N sont a 0,08 1 a N Bild 7: Schaltung für aufklingende Schwingung mit einstellbarer negativer Dämpfung. 4.8 Darstellung der Funktion Die mit dem X-Y-Schreiber aufgenommene Funktion ist auf Millimeterpapier DIN A 4 aufzuzeichnen. A 1360 - 5.8 Januar 1972 Y- Verst.