Analog Computers

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Erläuterungen zu der D1A-Reihe Analogrechner

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A German-language introductory brochure from Telefunken explaining the principles and applications of the D1A-series analog computers, including the desktop RAT 740 and the precision RA 800 HYBRID system. Covers the basic computing elements (summing/integrating amplifiers, potentiometers, multipliers, function generators, and comparators) with circuit schematics, and illustrates practical application examples in control engineering, mechanical vibration simulation (automobile suspension), electrical engineering (transformer analysis), and process control.

Manufacturer
Telefunken
System
D1A-Reihe (including RAT 740 and RA 800 HYBRID)
Type
Historical Document
Language
German
Learning track
introduction
Pages
17
  • D1A-Reihe (including RAT 740 and RA 800 HYBRID)
  • Telefunken
  • analog computing
  • computing elements
  • applications
  • circuit theory

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Erläuterungen zu der D1A-Reihe Analogrechner

IN Cvs TELEFUNKEN V Erläuterungen zu der DIA-Reihe ANALOGRECHNER Zu beziehen durch die TELEFUNKEN A.G. Abteilung Nachwuchs und Ausbildung 1 BERLIN 10, Ernst-Reuter-Platz 7 Analogrechnen Elektronische Rechenanlagen lassen sich entsprechend ihrer prinzipiellen Wirkungsweise in zwei Gruppen ein- teilen: a) Ziffernrechner oder Digitalrechner b) Analogrechner Bei Digitalrechnern werden alle Rechengrößen durchbestimmte Ziffernfolgen ausgedrückt, die als eine charak- teristische Anzahl oder Anordnung von elektrischen Impulsen bzw. Magnetisierungszustanden magnetischer Speicher dargestellt sind. Die Verknipfung der Ziffernfolgen, entsprechend den Gesetzen der 4 Grundrechnungsarten, erfolgt in beson- deren Rechenwerken. Die erzielbare Ergebnisgenavigkeit hängt nur von der verwendeten Anzahl der Ziffern bzw. der Zahl der Impulse je Wort ab. Form und Größe der Impulse beeinflussen die Genauigkeit nicht. Bei allen Analogrechnern werden dagegen die Rechengrößen durch zugeordnete physikalische Größen dargestellt, deren kontinuierliche Änderungen den Änderungen der Rechengrößen analog sind. Einfachstes analoges Rechengerät ist der Rechenschieber, bei dem die Zahlendarstellung durch Längen erfolgt. Die Analogie ist jedoch nicht nur auf die Art der Zahlendarstellung beschränkt. Da es für physikalische Vorgänge eine gesicherte mathematische Beschreibung gibt, ist es andererseits auch möglich, mathematische Zusammenhänge durch physikalische Vorgänge nachzubilden. Mit Hilfe des Analog- rechners 166% sich ein derorliges physikalisches Modell aufbauen, in dem sich die Variablen nach den glei- chen Gesetzen ändern, wie sie das zu lösende Problem vorschreibt. Es gibt mechanische und elektronische Analogrechner, von denen sich letztere wegen ihrer leichteren Program- mierbarkeit, bequemerer Bedienung und größerer Rechengeschwindigkeit für allgemeine Anwendung durch- gesetzt haben. Mechanische Analogrechner sind nach wie vor für Spezialzwecke in Gebrauch. Beim elektronischen Analogrechner werden die Rechengrößen durch elektrische Spannungen dargestellt. 3 Volt kann z.B. je nach Maßstab die Zahl 30 oder 3 oder 0,3 usw. bedeuten. Mit Hilfe verschiedener, im Analogrechner vorhandener Rechenelemente baut man sich ein elektrisches Netz- werk als physikalisches Modell des zu untersuchenden Vorganges auf. Die Messung der Variablen, d.h. der Spannungen, an bestimmten Punkten dieses Netzwerkes, ergibt die gesuchte Lösung. Die Anwendungsgebiete des Analogrechners umfassen: 1. Lösung gewöhnlicher linearer und nichtlinearer Differentialgleichungen und Systeme solcher Gleichungen, u. U. auch partieller Differentialgleichungen. 2. Allgemeine Nachbildung physikalischer Systeme, die durch Differentialgleichungen beschrieben werden. Damit ist bereits zum Ausdruck gebracht, daß sich der Analogrechner vorwiegend zur Lösung dynamischer Probleme eignet. Diese Probleme liegen einmal auf dem Gebiet der reinen Mathematik, zum größten Teil jedoch bei der Berechnung und Simulation von Vorgängen in Mechanik, Elektrotechnik, Chemie, Optik, Rege- lungstechnik, Verfahrenstechnik und Biologie. Wichtige Anwendungen sind weiter der Einsatz als Simulator für Geräteelemente, Geräte und Verfahren, deren Modelluntersuchung aus Zeit- und Kostengründen oder wegen der Gefährlichkeit eines Originalexpe- riments notwendig ist. Beispiele: ie Elektrotechnik: Analyse und Synthese lineorer und nichtlineorer Netzwerke. Untersuchung dynomischer Vor- gänge, z.B. in elektrischen Maschinen, Transfor- matoren, Leistungsscholtern usw. Maschinenbau: Untersuchung von Schwingungen und schwin- gungsfähigen Gebilden. Hydraulische und pneu- Regelungstechnik: Dynamische Vorgänge in Regelsystemen aller Art Simulation von Regelkreisgliedern Stabilitätsuntersuchungen. Verfahrenstechnik: Simulation verfahrenstechnischer Abläufe matische Vorgänge, Eigenweriarobleme: Optimierung verfahrenstechnischer Abläufe in : Chemie 3. Luftfahrttechnik: Wärmetechnik Simulation von Flugkörpern Steuerung und Regelung won Flugkörpern Flugbahnberechnung. Kerntechnik: Simulation von Kernreaktoren Allgemeine kinetische Untersuchungen. Elektrotechnik . Biologie und Physiologie: Herz-, Nieren-, Kreislaufmodelle Physiologische Regelsysteme Elektronische Analogrechner bestehen aus einer Ansammlung von Rechenelementen, mit deren Hilfe anhand der vorliegenden mathe- matischen Beschreibung des zu untersuchen- den Vorganges eine Rechenschaltung aufge- baut wird. cl Rechenelemente sind: 1. Summierende und integrierende Verstarker nn = 2. Potentiometer zur Einstellung fester Ko- N Oo effizienten 3. Multiplizierer Funktionsgeneratoren zur Erzeugung be- >23 5 liebiger stetiger Funktionen . 15 5. Komparatoren zum Vergleich zweier Span- = nungen. ~~) Diese Rechenelemente werden in bestimmter Anzahl und Kombination zusammengefaßt Tee und in Tisch- oder Schrankgestellen zusammen \ mit den notwendigen Netzversorgungseinhei- ten und Bedienungselementen untergebracht. h ' 4 Pi = <> Ein- und Ausgänge der Rechenelemente er- She - scheinen auf einem zentralen Programmier- : Ts : : feld, wo sie mit Hilfe von Steckern und Pro- Bild 1 RAT 740 grammierschnüren zu Rechenschaltungen ver- bunden werden. Am Tisch-Analogrechner in Bild 1 erkennt man im oberen Einschub links die Ubersteverungslampen zur An- zeige der Überschreitung des zulässigen Rechenbereiches (d.h. Spannungsbereiches) von 19 Rechenverstär- kern, rechts daneben die Netzeinheit mit Anzeigeinstrument und Sicherungsautomaten für die notwendigen Versorgungsspannungen. Das Instrument gestattet gleichzeitig über eine Einzelwahl die Anzeige der Aus- gangsspannungen aller Rechenverstärker. Darunter befinden sich unter der aufklappbaren Abdeckung 2 Knopf- reihen mit je 21 Potentiometerantrieben, die 2 Funktionsgeneratoren zugeordnet sind. Nochmals darunter befinden sich 20 Koeffizientenpotentiometer mit Zehngang-Antrieben. Diese Elemente sowie Multiplizierer und Komparatoren erscheinen auf dem Buchsenfeld des unteren Ein- schubes, wo auf auswechselbaren Programmierfeldern die Schaltungen gesteckt werden. Die Bedienungstastatur zur Wahl verschiedener Rechen- und Prüfzustände befindet sich am unteren Einschub rechts, ebenso Anschlußbuchsen für Auswertegeräte wie Oszillographen und XY-Schreiber. Das Instrument dient zum Nullen der Rechenverstärker, Ausmessen von Spannungen nach dem Kompensationsmeßverfahren und genauen Einstellen der Koeffizientenpotentiometer. Das Potentiometer im unteren Einschub gestattet eine kon- tinvierliche Einstellung der Rechenzeit zwischen !/ıs sec und 100 sec bei repetierendem Rechenbetrieb. Bild 2 Montageeinheit Rechenverstärker Man erkennt den inneren Aufbau des Rechners aus Montageeinhei- ten mit Magazinen für Steckkarten (im vorliegenden Fall die Montage- einheit Rechenverstärker für einen 15-Verstärker-Rechner). Die Karten sind leicht auswechselbar. | Montageeinheit # or 640 aus irker Ko- pan- mter foBt men hei- ent ind pn- Bild 3 Operationsverstarker Das Bild zeigt einen Rechenverstärker (oder Operationsverstärker), bestehend aus einem sog. Hauptver- stärker und einem Hilfsverstärker auf je einer Steckeinheit. Dazwischen ein Chopperrelais, das bei der Stabili- sierung des Verstärkers eine wichtige Rolle spielt. Alle übrigen Rechenelemente sind in ähnlicher Weise auf Steckkarten aufgebaut und in Magazinen unter- gebracht. Bild 4 Präzisions-Analogrechenanlage RA 800 HYBRID Da in der Analogrechentechnik jeder Rechengröße in einer Gleichung oder einem Gleichungssystem ein eige- [Rat till nes Rechenelement zugeordnet wird, ist die notwendige ’ Anzahl der Rechenelemente dem Umfang des vorliegen- \ENHEHIN Gut den Problems stets proportional. Insbesondere in der Ve Luft- und Raumfahrttechnik, aber auch auf allen anderen 7 Anwendungsgebieten erreicht der Aufwand häufig ein Ausmaß, der mit Tischrechnern nicht mehr zu bewältigen ist. Zwar lassen sich mehrere Tischrechner parallel schal- ten so daß der Anlagenumfang erweitert werden kann, aber es gehen Übersichtlichkeit und Bequemlichkeit der Programmierung schnell verloren. Darüberhinaus erfor- dern größere Rechenprobleme eine höhere Einzelge- nauigkeit der beteiligten Rechenelemente, da die Ge- nauigkeit der Gesamtlösung u.a. von den technischen Fehlergrenzen der Einzelkomponenten beeinflußt wird. Man hat daher große Analogrechenanlagen in Gestell- schränken zusammengefaßt. Zugleich mit der Erhöhung der Zahl der Rechenelemente (Größenordnung: 150 Rechenverstärker, 100 Potentiometer, 8 Funktionsgeber, 20 Produkte) setzt man deren Fehlergrenzen etwa um Präzisionsre den Faktor 10 herab und verbessert den allgemeinen ‚ Bedienungskomfort im Hinblick auf Automatisierung des Bild 4 des Prüf- und Rechenablaufes, Ausdrucksmöglichkeit für Rechenwerte auf Zeilendruckern oder Lochstreifen und Servoeinstellung der Rechenpotentiometer. Zusätzlich kann eine Steuerung des Rechenoblaufes durch eingebaute, digital arbeitende Logik-Elemente erfolgen sowie eine Anschlußelektronik für die Zusammenarbeit mit Digitalrechnern vorhanden sein. In den beiden letzien Fällen spricht man von sog. Hybrid-Analogrechnern. Das Bild zeigt eine Präzisions-Analogrechenanlage mit etwa 120 Rechenverstärkern, die sich bezüglich Umfang und Genauigkeit der Rechenelemente sowie des Bedienungskomforts von Tischanlagen unterscheidet. Alle Ele- mente sind auf einem auswechselbaren Programmierfeld zusammengefaßt. Der Ausbau zu einer Hybrid-An- lage ist möglich. UTE EE Analogrechenanlage § - Bild 5 { Analogrechenanlage Wie sich bei umfangreichen Problemstellungen die Rechenelemente eines Prazisionsrechners noch durch Tisch- rechner-Elemente erweitern lassen, zeigt vorliegendes Bild.Ebenso lassen sich mehrere Präzisions-Analogrechen anlagen parallel schalten. Der aktuelle Anlaß für vorliegende Rechnerkombination war die Simulation des Fluges einer Raumsonde von der Erde zum Mars. Bild 6 Symbole (Rechenelemente des Analogrechners) Das Bild zeigt eine Zusammenfassung aller vorkommen- den Rechenelemente, wie sie als Symbole in Blockschalt- bildern einer auf dem Papier entworfenen Rechenschal- tung verwendet werden. In der rechten Spalte steht mathematisch ausgedrückt die durchgeführte Operation, die von Eingangsgrößen y. auf eine bestimmte Ausgangsgröße ya führt. 1. Potentiometer: Summierer: Integrierer: Offener Verstärker: Nichtlineares Rechenelement: Funktionsgeber: Spannungsteiler, gestattet die Einstel- lung von Koeffizienten zwischen Null und Eins. Vor Durchführung einer Rechnung werden alle Koeffizienten größer 1 durch eine sog. Normierung auf Werte kleiner 1 umgeschrieben. Es werden verschiedene Eingangsgrö- Ben zu einer Ausgangsgröße aufsum- miert, wobei die Eingangsgrößen zuvor mit bestimmten Faktoren c mul- tipliziert werden können. Das Vor- zeichen wechselt zwischen Eingang und Ausgang. Im Anschluß an eine Summation aller Eingangsgrößen wird das zeitliche In- tegral über die Summe gebildet. Die Zeitkonstante k der Integration ist wählbar. Das Vorzeichen wechselt zwischen Eingang und Ausgang. Für spezielle Operationen. Allgemeines Symbol. Die Ausgangsgröße ist eine bestimmte Funktion der Eingangsgröße. Die Funktion kann fest verdrahtet oder variabel einstellbar sein. Symbol Benennung Operation s R i Yı-ay, u Oi Potentiometer 03% Pr c Yere Summierer n ME = (Summierverstärke) 7°” m Si¥et f r t integrierer n (Summierender y,--k | (3 c ye Jat y. Integrierverstärker)] 5 i=1 y y Rechenverstärker y,=~-Vy, * * |Operationsverstärker V>1 Nichtlineares >», Rechenelement, allgemein Fe >—v. Funktionsgeber y.-tly,) i >—. Multiplizierer Ya = Yor Yoo Ysı Yor y, | Komparator Ya“ Yaıfür Yat¥s2> 0 Yoo ® | (Vergleicher) Ya“ Yrzfür Yuıtyya<O Ys2 Bild 6 Symbole 7. Multiplizierer 8. Komparator: veränderlicher Zur Multiplikation zweier zeit- Größen. Zum Amplitudenvergleich zweier zur Ableitung scheidungen. Eingangsgrößen und logischer Ent- ge then von J nr Das Bild zeigt das Prinzip des Rechenver- i, i, starkers. Man versteht darunter einen spe- : | ziellen Gleichspannungsverstärker, der u. a. folgende Anforderungen erfüllen muß: A 1. Der Betrag der Verstärkung soll theore- tisch unendlich groß sein. u, Eingangskreis Ausgangskreis u, 2. Der Phasenwinkel zwischen Eingangs- und Ausgangsspannung soll für alle Frequen- zen genau 180° betragen. 3. Im Verstärker dürfen keine unkontrollier- ten Spannungsschwankungen und Stör- spannungen (z. B. Rauschen und Drift) auf- treten. a Bild 7 Rechenverstärker mit Impedanzen Da die Beziehung ug = — v -gilt und bei starker Rückkopplung us—>0 für V>® muß auch gelten ig = 0, d. h. der Strom am Verstärkereingang muß Null sein. Der Rechenverstärker ist stets wesentlicher Bestandteil der Rechenelemente Summierer, Integrierer und Funk- tionsgeber. Zu diesem Zweck ist er im Eingang und der Rückführung mit Netzwerken beschaltet. Vom Cha- rakter dieser Netzwerke, im vorliegenden Fall der Impedanzen Zp und Zı, hängt es ab, welche Rechen- operation durchführbar ist. Die Aufgabe des Rechenverstärkers besteht darin, eine Rückwirkung der Ausgangsgröße auf die Eingangs- größe zu verhindern. Die Entkopplung von Eingangs- und Ausgangskreis wird dabei durch die Tatsache bewirkt, daß infolge der hohen Verstärkung und der Rückführung der Ausgangsgröße auf den Verstärker- eingang der Punkt $ auf Nullpotential liegt. Die Kopplung besteht nur darin, daß nach der Kirchhoffschen Maschenregel für ug = 0, Us = u, ist und wegen ig = 0 entsprechend ip = —iı, Eingangs- und Ausgangskreis vom gleichen Strom durchflossen werden. Für eine der Impedanzen wählt man im allgemeinen einen linearen ohmschen Widerstand, so daß im betref- fenden Kreis Strom und Spannung proportional sind. Die zweite Impedanz wird entsprechend der gewünschten mathematischen Beziehung zwischen Eingangs- und Ausgangskreis gewählt. Bild 8 Prinzipschaltung des Summierers Das Bild zeigt die Schaltung des Rechenver- er, stärkers als Summierer. Alle Impedanzen sind R, i, durch Ohmsche Widerstände ersetzt. Da am — =. Som | Punkt $ (Bild 7) Nullpotential liegt, läßt sich : P auf S die Kirchhoffsche Knotenregel anwen- —j a | den u u. : u Py ° 5 . u | e A i 1 + ie... + ip = —bo I —— — | Nach dem Ohmschen Gesetz gilt fir diese Im | Ströme (da u; = 0 gesetzt) ’y ? Ny | u Ws y ih = R, ai und hieraus ps R, R, R, = Prinzipschaltung des Summierers (gu + Ug +...+ u. eI Re R, Bild 8 Die Schaltung multipliziert also die verschiedenen Eingangsspannungen u; mit festen Faktoren cj = R,/R; und bildet anschließend die Summe. In der Praxis gibt man jedem Summierer einige Eingänge 1, d. h. Eingangswiderstand = Rückführungs- widerstand, und einige Eingänge 10, d. h. Eingangswiderstand = 1/10 Rückführungswiderstand. Bild 9 I | Bes Prinzipschaltung des Integrierers. i, R; Te : ; ; d ee Ss % Wir erhalten anstelle eines Summierers einen Integrierer, wenn der Widerstand R, in der Rückführung durch einen Kondensator C, ersetzt wird. Während alle Gleichungen für den Eingangskreis weitergelten, gilt für io jetzt das Ladungsgesetz due LEG ER 0 (d. h. die gespeicherte Ladungsmenge im a Kondensator ist gleich dem Integral des Zu- flusses). « > Prinzipschaltung des Integrierers Da in S wieder 1 + io +... + in =—io angenommen werden kann, erhalten wir du. 0 dt* Vie 2 Pa tt R, G Wegen u, = u. kann man schreiben er Zi *) — — |- - ft — edt* +... =: di* Der Integrierer bildet also das zeitliche Integral der Eingangsspannungen und gleichzeitig ihre Summe. Uay ist die Ausgangsspannung zum Zeitpunkt t* = 0, d.h. eine Anfangsladung des Kondensators C, bei Rechen- 1 = k; stellen eine Konstante dar (Dimension sec—1), welche die Geschwindig- ito keit der Integration angibt. beginn. Die Faktoren Bild 10 Blockschaltbild eines chopperstabili- sierten Rechenverstärkers. Das Prinzip der sog. Chopperstabilisierung ermöglicht bis zu einer gewissen Grenze die Einhaltung der Forderung nach Vermeidung unkontrollierter Spannungsschwankungen und Störspannungen im Rechenverstärker. Wie bei jedem Gleichspannungsverstärker wirken sich Schwankungen der Umgebungs- temperatur und der Versorgungsspannungen unmittelbar auf die Ausgangsspannung aus. 4 Die Störspannungen machen sich besonders «> unangenehm beim Integrierer bemerkbar, da Aes h Se Flachecivaratakers sie dort über der Zeit aufintegriert werden Blockschaltbild eines chopperstabilisierten Rechenv und die sog. Drift (d. h. Wanderung des Null: Bild 10 punktes) verursachen. Im Ersatzbild verlegt man die Störungen in eine Störspannungsquelle up am Verstärkereingang. Ein chop- perstabilisierter Rechenverstärker besteht aus einem Hauptverstärker (Gleichspannungsverstärker, Vi = 10) und einem Hilfsverstarker (Wechselspannungsverstarker, Vj, => 10°). Ein Chopperrelais, d. h. ein mechanischer Zerhacker, erzeugt aus der Gitterspannung ug eine Wechselspannung, die im Hilfsverstarker verstärkt und an- schließend u. U. durch dasselbe Chopperrelais) wieder gleichgerichtet wird, wobei das Vorzeichen wechselt. Der Hauptverstarker verstärkt in einer Differenzstufe die Differenz der Eingangsspannungen (ug — up) und (— Vj, ug). Dadurch wird die Nullpunktfehlerspannung auf den Wert ur herabgesetzt. Gleichzeitig multipli- h zieren sich die Verstärkungsfaktoren der Gesamtanordnung, so daß die Gleichspannungverstärkung um Vh höher liegt, als bei nichtstabilisierten Verstärkern. Nach außen hin wirkt die Anordnung aus Haupt- und Hilfsverstärker bzw. Chopperrelais wie ein Ver- stärker und wird auch in einem Verstärkersymbol dargestellt. 8 za Zr eier > ia N —— — —— Bild 11 Nichtlineares Netzwerk Zur Erzeugung nichtlinearer stetiger und un- stetiger Funktionen verwendet man ein Approximationsprinzip, bei dem die Funktion stückweise durch einen Polygonzug ange- nähert wird. Hierfür bieten sich Dioden an, bei denen bekanntlich der Durchlaßeinsatz- punkt (bzw. Knickpunkt der Kennlinie) durch eine geeignete Vorspannung verschoben und die Kennliniensteigung mittels eines Vor- widerstandes verändert werden kann. Auf diese Weise lassen sich die Einzel-Kennlinien eines Dioden-Netzwerkes zu einer resultie- renden Gesamtkennlinie aneinanderreihen, wobei die Genauigkeit der Approximation it» durch die Anzahl der verwendeten Dioden be- stimmt wird. Das Bild zeigt die Schaltung eines Nichtlineares Netzwerk Bild 11 Diodennetzwerkes am Eingang eines Verstärkers, mit dem die näherungsweise Darstellung eines Parabelastes erreicht wird. In diesem Fall sind E; und Es negative Vorspannungen. An den Trimmpotentiometern werden die Kennliniensteigungen eingestellt. Bild 12 Prinzipscholtung Parabel-Multiplizierer Bild 12 zeigt die Prinzipschaltung eines sog. Parabel- Multiplizierers. Da es in der Physik direkt keine für Analogrechner bezüglich Aufwand und Genauigkeit realisierbaren Multiplikationsprinzipien gibt, erreicht man die Multiplikation auf 3 verschiedenen Arten durch die Ausnutzung von Hilfsbeziehungen bzw. Kunstschal- tungen. Der Parabel-Multiplizierer arbeitet nach dem Zwei- Parabel-Verfahren, dem die algebraische Beziehung yi + yo\? yı—ya\? YYyE= — 2 2 zugrunde liegt. Dadurch wird die Multiplikation auf eine Summen- und Differenzbildung sowie eine anschließende Quadrierung zurückgeführt. Die Quadrierung läßt sich dabei über eine quadratische Stromspannungskennlinie (also eine Para- bel) realisieren, die man nach dem in Bild 11 beschrie- benen Verfahren als Polygonzug mittels vorgespannter Dioden erzeugt. Dem Parabel-Multiplizierer müssen die beiden Eingangs- größen (d.h. die Eingangsspannungen u; und us) jeweils mit beiden Polaritäten eingegeben werden. Ein Wider- standsnetzwerk sorgt für die Summen- und Differenz- bildung, die Quadratbildung erfolgt über die Parabel- äste. Die Ausgangsspannung Us = Rolo =—R, (ii + ie +ig+i4) des die Teilspannungen aufsummierenden Prinzipschaltung Parabel-Multiplizierer Bild 12 Rechenverstärkers erfüllt danach die Beziehung U, = U}U>. Die Genauigkeit der Multiplikation hängt sehr stark von der Genauigkeit der Parabelapproximation, d. h. dem technischen Aufwand ab, erreicht jedoch natürliche Grenzen durch die Schwankungen der hier ausgenutzten Dioden-Eigenschaften. Bild 13 Prinzipschaltung Time-Division- Multiplizierer Ein anderes Multiplikationsverfahren wird im Falle des Modulations- oder Time-Division- Multiplizierers angewandt. Es handelt sich um rn pi eine sog. Pulshöhen-Pulsbreiten-Modulation, Komparator bei der die Impulshöhe der einen und die eae Tae Corel pa T Impulsbreite der anderen Variablen propor- + | : tional ist. Die Impulsflache ist dann ein Maß L--% Ne EBEN a für das Produkt beider Variablen. | ae tm U Ir U | Tiefpass |. Y,-XY. Das Ausführungsprinzip zeigt unser Bild. = = Syne N) PN Die Impulsbreite wird in Abhängigkeit von der . Eingangsgröße x erzeugt. Solange x = 0 ist, Prinzipschaltung Time-Division-Multiplizierer wird je nach Stellung eines Komparatorschal- ters die Maschineneinheit + E oder —E durch Bild 13 den Integrierer linear aufintegriert, bis fir den zugehörigen Komparator am Integrierausgang die Umschaltspannung erreicht wird, dieser umklappt und über seinen Relaiskontakt die am Integrierer anliegende Spannung umpolt. Es entsteht also eine symmetrische Drei- ecksspannung am Integrierausgang bzw. eine symmetrische Rechteckspannung am Eingang. Wird x von Null verschieden, so steigt die Integrierausgangsspannung in einer Polarität schneller an als in der anderen, es entsteht eine unsymmetrische Dreiecksspannung, die eine entsprechende Modulation der Rechteckspannung zur Folge hat, deren Impulsbreite stets der Amplitude der Eingangsvariablen x proportional ist. Der Mittelwert der Impulsfolge entspricht damit dem Wert der Eingangsspannung x. Den Modulations-Multiplizierer erhält man da- durch, daß der Komparator zumindest einen weiteren Schalter antreibt, an dessen Klemmen die zweite Variable y mit beiden Polaritäten liegt. Während also die Umschaltung entsprechend dem Amplitudenver- halten von x erfolgt, wird die Impulshöhe durch die Variable y bestimmt. Durch eine Mittelwertbildung hinter diesem Schalter erhält man direkt das Produkt ya = *"Y | Da von einem Komparator weitere Schalter an- E gesteuert werden können, ist die Bildung weiterer Produkte mit der Variablen x möglich. Ebenso läßt dieses Ver- fahren durch Veränderung von E auch die Division zu. Bild 14 Prinzipschaltung Servomultiplizierer x Das dritte Multiplizier-Verfahren kann mit +E mit Hilfe eines sog. Servo-Multiplizierers durchgeführt werden. Dabei wird von der Tat- sache ausgegangen, daß man mit Hilfe eines ' \ Potentiometers eine zeitveränderliche Span- N 7 nung mit einer Konstanten multiplizieren frage kann, bei einer Potentiometerverstellung ent- Y ‚ g | sprechend einem vorgegebenen Funktions- : Y,-a-Y-x¥ verlauf auch eine Produktbildung ua (t) = 2 a (t) - Ue (t) möglich ist. Beim Servo-Multi- x plizierer geschieht die Potentiometerverstel- AR lung automatisch über eine Nachlaufregelung, 4» bei der die Differenz der Eingangsspannung x i 4 und einer Spannung « - E gebildet, in einem Verstärker verstärkt und zum Antrieb eines Bild 14 Motors verwendet wird. Da der Motor das sog. Nachlaufpotentiometer antreibt, wird der Vorgang stets in der Richtung wirken, die Differenzspannung gegen Null gehen zu lassen, was den Stillstand des Motors bedeutet. Im Stillstand gilt Prinzipschaltung Servomultiplizierer x x—aE=0 d.h. a= — E Bei langsamen Änderungen von x führt der Motor den Schleifer des Potentiometers stets so nach, daß diese Bedingung erhalten bleibt. Läßt man jetzt durch den Motor die Schleifer weiterer Potentiometer antreiben (in Praxis sitzen diese mit auf der Motorwelle) und legt an deren Anschlüsse Spannungen y (t), so entsteht am Schleifer jeweils eine Spannung ya = ay =o , die dem Produkt beider Eingangsvariablen entspricht. Die Multiplikation ist ebenfalls in allen 4 Quadranten möglich. 10 a Seca Ades er een Se oS ner 7-5 = oO, ToS a ai Bild 15 Erzeugung einer Knickkennlinie Funktionsgeber sollen die Approxi- mation vorgegebener Kurven er- möglichen und damit die Nachbil- dung beliebiger Funktionen der ab- hängigen Variablen (d. h. der Rechenspannungen) gestatten. Am meisten verbreitet ist der Dioden- Funktionsgeber, bei dem eine ge- gebene Funktion durch einen Poly- gonzug aus etwa 10 + 20 Geraden- segmenten angenähert wird. u, u Dafür werden Netzwerke aus vor- gespannten Dioden verwendet, wie sie schon beim Parabel-Multiplizie- rer beschrieben wurden. Erzeugung einer Knickkennlinie Dabei gibt es die Möglichkeit, die Bild 15 Abszissen der Knickpunkte durch feste Vorspannungen festzulegen und durch veränderbare Vorwider- stände den Dioden-Durchlaßwider- stand und damit die Steigung der Kennlinien in gewissen Grenzen zu variieren. Zusätzlich kann man auch die Vorspannungen variabel machen und damit eine Verschiebung der Knickpunkte erreichen, wie unser Bild als Beispiel zeigt. Bei transistorisierten Geräten, bei denen meist 20 Geradensegmente zur Approximation verfügbar sind, ver- zichtet man häufig auf die Verschiebbarkeit der Knickpunkte. & > ne 7 Bild 16 Vereinfachtes Modell einer Auto- mobil-Federung Das Bild stellt das einfachste Modell der Federung eines zweiachsigen Fahrzeuges dar (System mit 2 Frei- heitsgraden). Yı AAAN. vY ° = a Darin bedeuten mı und ma die Mas- sen von Vorder- und Hinterachse Yo einschlieBlich der Rader und die xij Schwingwege, welche von den be- teiligten Massen aufgrund des dy- namischen Verhaltens der koppeln- den Federn und Dampfer bei einer 3 PER WW ° S 8 a S ADAA EC; ii Anregung zurückgelegt werden. Vor- mS der- und Hinterachse sind über die «> Luftreifen, welche durch eine Feder WV Vereinfachtes Modell einer Automobil-Federung mit Federkonstante cj,/cjs nach- Bild 16 gebildet sind, mit den Angriffspunk- ten der resultierenden äußeren Kräfte (d. h. dem Boden) verbunden. Gegen den Wagenaufbau (mit Schwerpunkt $) stützen sie sich durch Federn (Federkonstante c,,/ca9) und parallele Stoßdämpfer (Dämpferkon- stante d,/ds) ab. Der Wagenaufbau erfährt bei Einführung einer Störgröße yo, bzw. yo2 eine resultierende Be- wegung, die durch den Aufbauhub ys; bzw. ys» und den Nickwinkel @ beschrieben wird. Die Störgrößen sind in diesem Fall Straßenunebenheiten, die als einmalig auftretende Störung (z. B. durch eine Sprungfunktion), oder als Nachbildung eines Straßenoberflächenprofils auf einem Funktionsgeber (bzw. durch Eingabe eines über geeignete Meßmittel auf Magnetband aufgenommenen Störungsverlaufes der Straße oder durch rein sta- tistische Anregung aus einem sog. Rauschgenerator) in die Rechenschaltung eingeführt werden. 11 Rechenschaltung fiir eine Automobil-Federung Bild 17 Rechenschaltung fiir eine Automobil-Federung Bild 17 zeigt die Rechenschaltung eines solchen mecha- nischen Schwingers mit 2 Freiheitsgraden der Bewegung. Wir erkennen die bisher beschriebenen Rechenelemente, die zu einer Lösungsschaltung für genau das Differential- gleichungssystem verbunden sind, welches das dynamische Verhalten des Modells aus Bild 16 beschreibt. Die Störun- gen werden an den Punkten yp; und yj» in das System ein- geführt. Den Bewegungsverlauf der Punkte yij, also der der Vorder- und Hinterachsen sowie ihrer Angriffspunkte am Wagenaufbau können als in Abhängigkeit von den Störgrößen variierende Gleichspannungen an bestimmten Punkten der Rechenschaltung abgenommen und auf einem Oszillographen oder Schreiber sichtbar gemacht werden. Durch eine geringe Schaltungserweiterung läßt sich auch eine dem Nickwinkel g proportionale Gleich- spannung gewinnen. Falls genügend Rechenelemente zur Verfügung stehen, kann die Schaltung durch Einführung weiterer federnder und dämpfender Modellteile sowie u. U. auch durch Aufteilung des Systems auf vier Räder beliebig genau dem Originalfall angenähert werden. Bei Betrachtung der Rechenschaltung wird der grund- legende Vorteil des Analogrechners bei der Behandlung von Ingenieurproblemen sichtbar. Eine Veränderung der Einstellung der Koeffizientenpotentiometer, die be- stimmte Material- und Konstruktionskonstanten der beteiligten Modellelemente (hier Automobilfedern und Stoßdämpfer) repräsentieren, wird sofort in einer Veränderung der Lösungskurven Ausdruck finden. Es läßt sich also in kürzester Zeit sowohl qualitativ als auch quantitativ das Verhalten eines Systems überblicken, wodurch praktische Konstruktionsdaten gewonnen werden können, ohne kostspielige, zeitraubende und u. U. auch gefährliche Experimente oder Modellversuche durchführen zu müssen. al Ya-Y¥22 © > ‘NS IN 0 02 O4\._06..--"7 t 2 wos Einschwingverhalten eines Personenwagens Bild 18 12 Bild 18 Einschwingverhalten eines Personenwagens Unser Bild zeigt Lösungskurven für das betrachtete Auto- mobil-Federungssystem, wie sie auch in der Praxis als Entwicklungs- und Konstruktionsgrundlage verwendet werden. Entsprechende Gleichspannungen, an bestimm- ten Stellen der Rechenschaltung abgenommen und auf einem Schreiber aufgezeichnet, geben direkt das Ein- schwingverhalten eines Kraftfahrzeuges wieder, das auf eine Schwelle auffährt (strichpunktierte Linie) und mit einer Person besetzt ist. Als Störung wirkt dabei eine Sprungfunktion zur Zeit tp =0 auf die Vorderräder und verzögert zur Zeit t, = 0,15 s auf die Hinterräder. yo; zeigt das Einschwingverhalten des Wagenvorderteils; yoo das des Wagenhinterteils jeweils über den Achsen. Die gestrichelte Kurve zeigt das Verhalten bei Belastung mit 4 Personen. Die Kurven darunter zeigen die auftretenden Beschleunigungen des Aufbau-Schwerpunktes sowie den Nickwinkel, geben also Aussagen, die für die Beurteilung des Fahrempfindens außerordentlich wichtig sind. Die Kurven sagen alles Wesentliche über die Federungs- eigenschaften des betrachteten Personenwagens aus. Die Untersuchung der Einflüsse von Parameteränderungen (Änderung der Feder- und Dämpferkennlinien, der Be- ladung, der äußeren Störungen) ist jetzt außerordentlich einfach. <= o 42.2.0309 . a 2 a ee u er ee fm. CS ei te a a —_—_ oa — Mitte Me He. A A Bild 19 Differentialgleichungen eines Transformators u 2 Eine Anwendung aus der Elektrotechnik wird anhand der Berechnung eines Transformators demonstriert, dessen Ersatzschaltbild dem Dia zu entnehmen ist. Darunter sind die Differentialglei- chungen aufgestellt, die den zeitlichen Verlauf des Primär- und des Sekundär- stromes (im vorliegenden Fall bei ohmisch-induktiver Last) beschreiben. N Darin sind Ry und R’a die Wicklungs- ws Differentialgleichungen eines Transformators widerstände Lig und L’% die Streuinduk- 5 tivitaten und Li, die Hauptinduktivitat. Bild 19 Bild 20 Rechenschaltung eines Transformators Das Bild zeigt die zugehörige Rechenschaltung, aus der man den Lésungsaufbau fir die beiden Differential- gleichungen und ihre Verkoppelung entnehmen kann. Bei der Aufstellung der Rechenschaltung ist der Eisenkern des Transformators durch Einführung der Magnetisierungs- kennlinie des Eisen L = f (imagn.) berücksichtigt, die auf- grund praktisch vorliegender Meßwerte an einem Funk- wiederum klar wird, daß sich die verschiedensten Trans- formatordimensionierungen durch eine einfache Ände- rung der Potentiometereinstellungen simulieren lassen. Auf diese Weise sind beliebige Parametervariationen in kürzester Zeit durchführbar und ihr Einfluß auf das Ver- halten der Primär- und Sekundärströme bei verschiedenen Belastungen kann beobachtet bzw. registriert werden. Entsprechende Differentialgleichungen sind auch für die Betrachtung der Spannungen aufstellbar. Aus der Schrei- bung der Koeffizienten ist im übrigen das Prinzip der sog. Amplituden-Normierung ersichtlich. Dabei werden alle Lin diy tionsgeber eingestellt wird. An den Potentiometern m] L. dt stehen die jeweils einstellbaren Koeffizienten, wodurch (>) L,, di, ®- Größen auf ihren angenommenen Maximalwert bezogen, i) wodurch ihr Absolutwert < 1 wird und es zu keiner Uber- > steuerung der Rechenverstärker durch Rechenspannungen ey > |10V| (Maschineneinheit) kommen kann. Zusammen Rechenschaltung eines Transformators mit einer Zeitnormierung (Echtzeit, Zeitraffung, Zeitdeh- Bild 20 nung) bildet diese, auf dem Papier zu leistende Vorarbeit, neben der Aufstellung der eigentlichen Problemgleichungen die Hauptaufgabe des Programmierers. Bild 21 Darstellung von Regelungselementen Einer der praktischen Ausgangspunkte der Analogrechentechnik ist die Regelungstechnik. Der Grund liegt darin, daß das Ubertragungsverhalten der in der Praxis vorkommenden Reglertypen direkt dem Ubertra- gungsverhalten einzelner Analog-Rechenelemente oder einer Kombination derselben entspricht. Das Bild zeigt jeweils einen Reglertyp, die zugehörige Ubertragungsfunktion, die Übergangsfunktion sowie deren Realisierung einmal durch normale Rechenelemente, zum anderen durch mit bestimmten Netzwerken beschaltete Verstärker. Bei der Verwendung normaler, d. h. im Analogrechner für allgemeine Anwendungszwecke enthaltener Rechen- elemente, läßt sich z. B. das Pl-Verhalten durch Zusammenschaltung je eines Elementes mit P.- bzw. I-Regelver- halten erreichen. Ein Verzögerungsglied entsteht durch einen rückgeführten Integrierer. Ein anderes Prinzip liegt der Nachbildung eines D-Gliedes zugrunde, das sich in der Praxis nur durch Differen- tiation einer gemessenen Regelgröße gewinnen läßt. Da in einer Analogrechenschaltung meist nicht nur die 13 Nr Regelkreis- | Ubertragungs-| Übergangs Schaltung mitnormalen Schaltung mit passiven i glied funktion funktion Rechenelementen Netzwerken N Vv R SR, 1 P-Glied V Vv Y,-—@—_ >’, Y pl. let Ve Y 1 ren 1 . kom 2 I-Glied + | / 9 p— Yolyze AY Be t “T,=R, C} i 1 Y, V R, 6 3| Pi-Glied WE wt {oe v.R ® en t on IR „RC, V= Ri 1 Verzögerungs- u Theses tke Sr glied 1+pT t Er vll, ab : Y.-S 1 —-v ° B a T=R Cc, Verzégerungs-| 1+ apT Y, iTS it cy R Ale a | eed I Ye ODP OD) ly, Lol pely, Vorhalt APO] As t oY, T-Rc,* BAS Y == = Y N 6 D-Glied pT, = - : (Entnahme des D-Anteils aus der Rechenschaltung) D-Glied TAY, k,Ty R, T Br >) R, C 4 N Verzögerung P > t T=1-@ ao iteshi Ca a T.=RiC; “> Darstellung von Regelungselementen Bild 21 Variablen selbst, sondern auch ihre Ableitungen zur Verfügung stehen, läßt sich der D-Anteil in diesen Fällen am Eingang eines Integrierers durch Aufaddieren der Eingangsgrößen bilden. U. U. muß eine spezielle Differenzierschaltung aufgebaut werden. Die Verwendung allgemeiner Analogelemente zur Nachbildung von Regelkreisgliedern hat den Vorteil, daß sich wieder alle Parameter unabhängig voneinander ändern lassen, so daß sowohl Regelstrecken in ihrem Ver- halten untersucht als auch zweckmäßige Reglerdimensionierungen gefunden werden können. Geringeren Schaltungsaufwand bei Verlust an Flexibilität ermöglichen mit Netzwerken beschaltete Rechenverstärker. 9 Du Endüberhitzer I a Einspritzkühler (i Go Kessel mit Vorüberhitzer Be Turbogenerator Sollwert- N4 einstellung Frischdampf- Temperaturregler | Einspritzregler 9 Einspritz- ° vas 7 wasser An Frischdampftemperaturregelung «> 14 Bild 22 Frischdampftemperaturregelung Eine Rechenschaltung läßt sich in vielen Fällen ohne Auf- stellung von Differentialgleichungen und unter Um- gehung der programmierten Grundoperationen Addition, Multiplikation, Integration direkt aus einem Blockschalt- bild des zu untersuchenden Systems gewinnen. Offen- sichtlich bietet sich diese Möglichkeit in der Regelungs- technik an, wo Regelstrecken durch eine Folge von Funk- tionsblöcken und die Funktionsblöcke in ihren Eigen- schaften durch analoge Rechenelemente beschreibbar sind. Moderne Dampfturbinen werden zumeist mit hohen Frischdampftemperaturen gefahren. Ein wesentliches Überschreiten der von vornherein sehr hohen Sollwert- temperatur würde sehr schnell zur Beschädigung des Hochdruckteils der Turbine führen. Die Kesselregelung ist i. a. zu träge, um bei Drosselung der Dampfentnahme die Wärmezufuhr schnell genug zu verringern. Man setzt daher zusätzlich einen Dampfkühler ein, der im Bedarfsfall die zu hohe Dampftemperatur heruntersetzt. Als Kühler hat sich der Einspritzkühler wegen seines schnellen Ansprechens besonders bewährt. Die erforderliche Temperaturregelung für #2 erfolgt durch Wassereinspritzung in den Einspritzkühler vor dem End- überhitzer. Für die Regelung der Temperatur wird bei diesem Bei- spiel eine Kaskadenregelung verwendet die aus Frisch- dampf-Temperaturregler und Einspritzregler besteht. Aus dem Vergleich von d3;,; und #2.,.), am Temperaturreg- ler wird dabei die Eingabegröße für den Sollwert-Einstel- ler des von — dı gesteuerten Einspritzreglers abgeleitet. a true EEE Blockschaltbild Frischdampf- temperaturregelung Das Blockschaltbild von Regel- strecke und Regler zeigt die Abbil- dung. Da die Übergangsfunktionen der beteiligten Elemente bekannt sind (durch Messung), läßt sich auch sofort eine Rechenschaltung an- geben, welche das Verhalten der einzelnen Glieder der Regelstrecke beschreibt und eine Veränderung des Einspritzreglers gestattet, so daß sich Stabilitatsuntersuchungen am Modell vornehmen lassen. Rechenschaltung Frischdampf- temperaturregelung Diese vereinfachte Rechenschaltung zeigt das Bild. Wir erkennen die einzelnen Rechenschaltungen für Pl-Regelung und Verzögerungsglie- der, die zu einem Simulations-Mo- dell verbunden sind. Im Beispiel wird nochmals anschau- lich deutlich, wie derartige Simu- lationen auf dem Analogrechner in der Praxis die Untersuchung des dynamischen Verhaltens eines Sy- stems und das Durchspielen aller Parameteränderungenvielfach über- haupt erst möglich machen und welch relativ geringer Geräte-Auf- wand erforderlich ist. Dabei lassen sich Ergebnisse gewinnen, die man auf andere Weise keinesfalls er- halten kann. Rechenschaltung für eine unimole- kulare Reaktion Die chemische Verfahrenstechnik ist ein weiteres Gebiet, auf dem der Analogrechner sich mit Erfolg ein- setzen läßt. Einmal ist es die direkte Steuerung verfahrenstechnischer Herstellungs- prozesse, bei der ein Analogrechner durch Verarbeitung anfallender Meßdaten unmittelbar die notwen- digen Änderungen bestimmter Ein- Nußgrößen errechnen und auch die erforderlichen Steuersignale zur Verfügung stellen kann. Das setzt voraus, daß man den Prozeßmecha- nismus kennt und dieser in mathe- matischer Form beschreibbar ist. In den meisten Fällen werden diese Kenntnisse jedoch nicht vorhanden Einspritzkühler Endüberhitzer Rohrleitung % + | » | a, ] Er + R R = = z.Turbine Störgröße Z Einspritzregler | Temperaturregler |, ist Be i» Blockschaltbild Frischdampftemperaturregelung WW Bild 23 Rn «> Rechenschaltung Frischdampftemperaturregelung N 2 Bild 24 , dc, C,to) dt 1 Cc. k-C, — -1 aT To) HN » T -(T-T,) 2F x.9T ie dt k (0) «ER» 7k aT v T dt Rechenschaltung fiir eine unimolekulare Reaktion Bild 25 15 sein. Um darüber hinaus verfahrenstechnische Prozesse überhaupt optimieren zu können, d.h. sie im Hin- blick auf wirtschaftliche Ziele wie beste Qualität und größte Menge des Endprodukts, geringste Mengen der Ausgangsprodukte, kürzeste Prozeßdauer, geringste aufzuwendende Energien usw. vorher zu planen, war bis- lang ihre Untersuchung im Laboratoriums- und Technikumsversuch erforderlich. In neuerer Zeit ist immer mehr auch die mathematische Untersuchung in den Vordergrund gerückt, da sowohl das physikalische Verhalten der technischen Apparatur als auch die Reaktionskinetik mathematisch beschreibbar sind. Hier hilft ebenfalls ein Analogrechner bei der Lösung der in Praxis meist außerordentlich komplizierten Gleichungssysteme. Zeitliche Reaktionsverläufe werden durch Differentialgleichungen für die Reaktionsgeschwigkeit dC/dt be- schrieben, wobei C die Konzentration eines an der Reaktion beteiligten Stoffes andeutet. Bei einer unimole- kularen Reaktion ist diese Reaktionsgeschwindigkeit proportional der Stoffkonzentration en dt wobei das Minuszeichen auf eine Konzentrationsabnahme hinweist. Bei bimolekularen Reaktionen ist die Re- aktionsgeschwindigkeit der Konzentrationsänderung eines der beteiligten Stoffe proportional dem Produkt der Konzentrationen der beiden beteiligten Stoffe: ia = —kCaCp dt D