Analog Computers

Reference / Paper · 1969

Simulation von Schwingungssystemen mit Analogrechnern

Read the PDF (22 pp) ↗ Read the English translation →

A 22-page technical paper by Dr. H. Kramer (Staatliche Ingenieurschule Konstanz), contributed to a VDI-Bildungswerk course (Dusseldorf 1969) on solving control and vibration problems with industrial and self-built analog computers. Part I covers qualitative and quantitative analog simulation of linear spring-damper-mass oscillators, including time and amplitude normalization, maximum-value estimation under initial-condition, step, and periodic forcing, and generation of undamped oscillations. Part II treats nonlinear and continuous systems: the mathematical pendulum (small and large deflections), oscillators with nonlinear damping and bistable restoring forces, two-mass systems, and modal simulation of a jumping beam.

Manufacturer
Telefunken
System
AEG-Telefunken analog computers (general)
Author
H. Kramer
Year
1969
Type
Reference / Paper
Language
German
Learning track
specific applications
Pages
22
  • AEG-Telefunken analog computers (general)
  • Telefunken
  • vibration simulation
  • analog programming
  • nonlinear dynamics
  • differential equations

← Back to the Reference Library

Simulation von Schwingungssystemen mit Analogrechnern

> 1» DATENVERARBEITUNG Ex « H. Kramer Simulation von Schwingungssystemen mit Analogrechnern - Beitrag aus dem Lehrgang: Theoretische und praktische Einführung in das Bearbeiten von Regelungs- und Schwingungsproblemen mit industriellen und selbstgebauten Analogrechnern. VDI - Bildungswerk, Düsseldorf 1969 Herr Oberbaurat Dr. rer. nat. H. Kramer ist Dozent an der Staatlichen Ingenieurschule Konstanz INHALT RB Mm fF re Schwir ‚ende Behandlung von igungsaufgaben Einleitung Qualitative Nachbildung einer linearen Differentialgleichung 2, Ordnung. Ein- läufiger Feder-Dämpfer-Masse-Schwinger Quantitative Nachbildung der Schwingungs- differentialgleichung Normierung der unabhängigen Variablen - Zeitnormierung Normierung der abhängigen Variablen - Amplitudennormierung Abschätzung von Maximalwerten Erregung durch Anfangswerte Erregung durch eine Sprungfunktion Erregung durch eine periodische Störung Erzeugung ungedämpfter Schwingungen Nichtlineare und kontinuierliche Systeme mit Lösungen Nichtlineare einläufige Schwinger Mathematisches Pendel bei kleinen und großen Ausschlägen Schwinger mit nichtlinearer Dämpfung Bistabiler Schwinger Mehrläufige Schwinger Zwei-Massen-System mit nichtlinearem Dämpfer Schwingungen kontinuierlicher Systeme Schwingungen eines vorspringenden Trägers Literatur Seite 12 15 16 17 17 19 19 21 I EINFÜHRENDE BEHANDLUNG VoN SCHWINGUNGSAUFGABEN 1. Einieitung Aufgaben der Schwingungslehre führen in der mathematischen Beschreibung stets auf eine oder mehrere Differentialgleichungen 2.Ordnung. Der Vorteil des Analogrechners, in einfacher Weise Differentialgleichungen lösen zu können, prädesti- niert ihn auch zum universellen Hilfsmittel bei der Analyse von Schwingungsproblemen. Insbesondere bei der Behandlung von nichtlinearen Schwingungs- aufgaben ist er heute unentbehrlich geworden. Zu- nächst sollen deshalb die vorbereitenden Arbeiten zur Nachbildung einer Differentialgleichung 2.Ord- nung mit dem Analogrechner skizziert werden. 2. Qualitative Nachbildung einer line- aren Differentialgleichung 2.Ord- nung. Einläufiger Feder-Dämpfer- Masse-Schwinger Ein schwingungsfähiges System sei nach Bild 1 durch eine Masse m, eine Feder mit der Feder- konstanten c und einen geschwindigkeitsproporti- onal wirkenden Dämpfer (z.B. Flüssigkeitsreibung | auf der Unterlage) mit der Dämpfungskonstanten d gegeben. Wird die Masse m zum Zeitpunkt t = 0 um x(0) = x, aus der Ruhelage (x = 0) gebracht, führt die Masse periodische Schwingungen um die Ruhe- lage aus. E . 7 7 Federkraft : ~Cx) m¥=--dx-cr 2 , im Trdgheitskraft: m& J ¥(0)-0 x(0)- xq : I i x 4 ~~ 1 x(0) = xy x-@ Bild 1. Feder-Dampfer -Masse-Schwinger Die an m angreifenden Kräfte Federkraft : -cx Reibungskraft: - dx stehen zu jeder Zeit mit der Trägheitskraft: m X im Gleichgewicht. Die Ableitung nach der Zeit 4) dt Die Kraftgleichung ist hier und später durch ( ) gekennzeichnet. mXi=--dxX-cx mit den Anfangswerten *(0) = 0; x(0) = x, (1) beschreibt somit den zeitlichen Verlauf der schwingenden Masse. Die Gleichung (1) ist nun mit geeigneten Elementen des Analogrechners (Bild 2) in eine Rechenschal- tung umzuwandeln. Hierzu löst man sie nach ihrer höchsten Ableitung auf und erhält so die Normal- form der Schwingungsgleichung 2. Ordnung %=-d%-u2x (2) . _d “ c mit 65 m (Dämpfungsfaktor) und wy = m (Eigenfrequenz). Nimmt man x als bekannt an, erhält man je- weils mit einem Integrierer -x und x (Bild 3). Danach wird das angenommene X am Eingang des 1.Integrierers durch die nachgebildeten Glieder - 6 x und we x entsprechend der Gleichung (2) erfüllt. Die Anfangs- werte x(0) und x(0) sind dem 1. und 2. Integrierer unter Berücksichtigung der Vorzeichenumkehr der Elemente " einzugeben. Der so gewonnenen qualitativen Re- chenschaltung sind die Geschwindig- keit x(t) und die Elongation x(t) zu entnehmen, Soll ebenfalls die Be- schleunigung X(t) auftreten, kann sie mit einem zusätzlichen Summierer aus den Gliedern mit x und x gebildet werden. Bezeichnung Schaltung Symbol Rechenoperatian UF % £ Bay Aeae a 982087 Potentiometer aa ' UE, - £2 da A A= Ertl Eo-E,) 0SasT 13 ue, 7 offener u =-V£ verstärken | UE? (> A £ >- A y~ 108 Umkehrer E —ı— A Az-E Summierer Ei vy A Ar CE H - Cit; 10 “ fo P:Az=-Eg & IN i T Integrierer ı e > A | RAG SSG fj aT-E£g OL ver P: Pause & 16. H:A=A(T) Toke R: Rechnen &:1:70 . A: Hast ’ Funkfionsgeber | 4 (E))-A A=ft(E) SY £9 Muffiplizierer — m M i A Av EyEp Ey ~ ! 32 Komparator RP A AxE, (5,4 5270) Af — Ax £o(S3+Sp 80) 37 Bild 2. Rechenelemente des Analogrechners X= -6X- Wax x Anfangswerte: x (0) x{0) Bild 3. Qualitative Rechenschaltung des gedämpften Schwingers 3. Quantitative Nachbildung der Schwingungsdifferentialgleichung Das System nach Bild 1 soll folgende Werte haben: m= 1 kps?/cm; b = 0,2 kps/cm; c = 0,81 kp’cm; x(0) = lem; x(0) = 0. Man erhält damit die quantitative Differentla.- gleichung X = -0,2s-l x -0,815°? x mit x (0) = 1 cm; x(0)=0 Die Zahlenwerte für § (=0,2), w2 (= 0,81, (0) = 0 und x{0) = 1 sind an den Potentiometern der Rechenschaltung im Bild 3 ohne weiteres einzu- stellen. Der Rechner liefert sogleich die gesuchten Funktionen x(t) und x(t). In vielen Fällen werden jedoch die Zahlenwerte der Systemparameter nicht einstellbar sein. Des halb sind im allgemeinen die beiden nachfolgenden Normierungsoperationen durchzuführen. 3.1 Normierung der unabhängigen Variablen - Zeit- normierung Die Konstanten des nachzubildenden Systems, das heißt die Faktoren der Differentialgleichung, können außerhalb des am Rechner sinnvoll erfüll- baren Bereichs von 0,01 bis 1 liegen, Unter Berücksichtigung der Eingangsfaktoren ''10" der Integrierer kann dieser Bereich von 0,01 bis 10 ausgedehnt werden. z.B. mit den Werten: m= 1 kps”/em; d= 2kps/cm; c = 81 kp/cm x (0) = 0; 2 x (0) = lem erhält man die Differentialgleichung %=-257l &- 81 s-2 x, x(0)=1cm Der Zahlenwert fiir wg (= 81) ist mit einem Potentiometer nicht mehr zu verwirklichen. Derartige Vorgänge laufen scheinbar zu schnell ( wo > 1s-l) für eine Nachbildung mit dem Ana- logrechner ab. Gleichungen dieser Art können je- doch durch eine Maßstabsänderung der unabhän- gigen Variablen des Problems, der Problemzeit t, für den Analogrechner aufbereitet werden. Man führt dazu nach: T= Act A: Transformationsfaktor (3) eine dimensionsfreie Variable t(Maschinenvari- able) ein. Nach Bild 4 enisprechen 2>1s 7}: einer Maßstabsdehnung (Zeit- dehnung), A<1 sl: einer Maßstabsverkürzung (Zeit- raffung). 4.44, AT 4 px fad) Bild 4. Zeitnormierte Funktion Mit t = At ergibt sich aus der Schwingungsgleich- ung (2), indem durch 12 dividiert und die Ab- . dC) . el) Ly y . . kürzung Gat) dt ( Y verwendet wird, die Gleichung 2 " 6, _ So it den Anf. t (4) zoe x) - mit den An swerten x 7% 2 x ang Durch eine geeignete Wahl von A lassen sich nun die Koeffizienten dieser Differentialgleichung in den Arbeitsbereich der Potentiometer bringen. Im allgemeinen ist AX Wo zu setzen, wodurch der Koeffizient von x in die Größenordnung von 1 kommt. z.B. Aus der Differentialgleichung des vorherigen Beispiels liest man ab: A = w,_ = Veis?= fe) 9 sl. Man setzt nun A = 10 s-!, also gleich einer Zehnerpotenz, um einfacher umrechnen zu können und aus später noch beschriebenen Gründen. Die transformierte Gleichung lautet somit x" = -0,2 x' -0,81 x mit x' (0) = 219. - 0; x (0) = 1 em, Das transformierte System ist so am Analogrech- ner einstellbar geworden. Das Integrierelement (Bild 2) erlaubt nun, über den in Stufen wählbaren k-Faktor (z.B. 187! oder 1081 durch Änderung der Rückführungskapazität) den Zeitablauf an der Maschine, die Maschinenzeit t* zu beeinflussen. Es gilt T=kt* (5) Für k = 1s=#ist somit die Maschinenvariable t mit der Maschinenzeit t* zahlenmäßig gleich. Aus den Gleichungen (3) und (5) läßt sich die Maschi- nenvariable eliminieren. Es ergibt sich dann zwi- schen der Problemzeit t und der Maschinenzeit t* die Beziehung red, (6) Wird also im letzten Beispiel k = 4 = 10 s-1 ge- wählt, das heißt werden alle Integrierer mit diesem k-Faktor gesteckt, läuft der Schwingungsvorgang in "Echtzeit an der Maschine ab. Da aber nur k-Werte von 1, 10, häufig auch 102 und 103 am Analogrechner verwirklicht sind, können nur Systeme, die unter Zeitdehnung (4 > 1s-1) und Wahl einer Zehnerpotenz transfor- miert wurden, durch nachträgliche Erfüllung der Echzeitbedingung: k = 4 in Problemzeit am Analogrechner wiedergegeben werden. Das Bild 5 zeigt die zeitnormierte Rechenschal- tung aus dem Bild 3 in Echtzeitdarstellung. ot7 a 2 OO Bild 5. Zeitnormierte Rechenschaltung des gedämpften Schwingers 3.2 Normierung der abhängigen Variablen - Am- plitudennormierung Liegen für die Anfangswerte einer Differential- gleichung zu große Werte vor, überschreiten die Rechengrößen den durch die Elemente gegebenen Bereiche von -1 bis +1. Extrem kleine Anfangs- werte würden die Elemente unbefriedigend aus- steuern und zu großen Fehlern führen. Diese ver- stärkerbedingte Einschränkung des Wertebereichs erfordert eine Normierung (für periodische Vor- gänge - Amplitudennormierung) aller an Verstär- kerausgängen auftretenden Rechengrößen. Die zeitnormierte Differentialgleichung (4) führte zur Rechenschaltung im Bild 5. Dort treten x’ und x an den Ausgängen der Verstärker auf, die folg- lich beide normiert werden müssen. Für eine ge- gebene Aufgabe werden - mindestens in einem gewissen Zeitbereich - die zu normierenden Größen den Wertebereich re 1 1 1 - xX + . Ion ! m < * <txm mit x |x Im ax - x + i = m ex < +x, mit x, = Ik | max einnehmen, bzw. durch ihre Maximalwerte divi- diert in folgendem Einheitsbereich liegen t -l< a < +1, xm x -le— < +1. Xm Deshalb sind x' und x in der Gleichung (4) ent- sprechend x! = x . x! gs 2 (x' : lies: x-Strich-normiert) =-6X— Og X X(0)=Xg, X (0) =Xg und (7) X= X- X Tri mom 2.0. ofp (x : lies: x-normiert) zu substituieren. x' und x , Xo , sind dimensionslose Varia- x)= i X(0)=Xg ple im Maschinenbereich -1 bis +1. x', die normierte Ableitung, ist in folgendem nicht zu verwechseln mit {x)', der Ableitung von x. Mit der Gleichung (7) erhält man über 2 (x' x) = Fy! - 28 6 x die zeit- und amplitudennormierte Differential- gleichung x x m Die Aufgabe des 1. Integrierers der Rechenschal- tung im Bild 6 ist es, diese Gleichung zu inte- grieren und x zu gewinnen. Der 2.Integrierer er- rechnet x nach der leicht zu bestätigenden Inten- Jolin — titat ‘ x mit x (0) = — (8b) x 1 xX m (x) =— x x ~ m Die Gleichungen (8a, 8b) führen in der bereits besprochenen Weise auf die zeit- und amplituden- normierte Rechenschaltung im Bild 6. 2 vO » @0 XE" OX” 52 x)= x10) x(0)=Xy I_ ”, ’ [xcs Xm Xm Pa Bild 6 x = x’ Zeit- und amplituden- Am, normierte Rechen- schaltung 4. Abschätzung von Maximal- werten Um eine Aufgabe nach Abschnitt 3.2 zu normieren, ist es zuvor notwendig, die Maximalwerte aller in der Rechenschal- tung auftretenden Variablen zu kennen. Folgende Möglichkeiten können dieser Vorbereitung nützlich sein. Ve r . Das zu simulierende System ist in der axis bereits genügend bekannt, oder es bestehen Modelle, an denen die Maximalwerte bereits meßtechnisch ermittelt wurden. Aus der mathematischen Beschreibung des Sy- stems mit den Anfangswerten oder den Stör- zrößen können unter gewissen Annahmen Maxi- malwerte abgeschätzt werden, die im allge- meinen eine hinreichend optimale Normierung der Variablen gestatten. . In vielen Fällen, besonders bei nichtlinearen Systemen, ist eine Abschätzung der Maximal- werte nicht ohne weiteres möglich. Man gelangt häufig schneller als durch eine eingehende mathematische Analyse zur optimalen Schaltung, wenn man über die Zeitnormierung durch eine geeignete Wahl von 2 auf gute Einstellbarkeit der Koeffizienten programmiert und grob ge- schätzte, möglichst gleiche Maximalwerte für die Variablen annimmt. Der probeweisen Rech- nung mit der gefundenen Schaltung kann man dann genügend genaue Maximalwerte entnehmen und in einem zweiten Programmierschritt zur optimalen Schaltung kommen. Übersteuert bei der Proberechnung ein Integrierer, so können die Eingangsgrößen durch vorgeschaltete Poten- tiometer genügend herabgesetzt werden. Für die lineare Schwingungsdifferentialgleichung lassen sich die gesuchten Werte jedoch durch ein- fache Abschätzungsanweisungen gewinnen. Sie hängen davon ab, ob das System durch Anfangs- werte oder durch Störgrößen in Schwingungen ver- setzt wird, 4,1 Erregung durch Anfangs- werte Wird der lineare Feder- Dämpfer-Masse-Schwinger im Bild 7 durch die Anfangs- werte x(0) = x, und x(0) = Xo erregt, läßt sich die Lö- sungsfunktion x(t) des unge- dämpften Systems (6 = 0) bekanntlich als Uberlagerung der Teillösungen x I ww IN £ ° “0 -8x-wfr mV wen £ 7 a ] - 8 EEE u meh) IL . Lt v Xm = Wo Xm, i A ” Ruhelage X=0 Xp Bild 7. Schwinger durch Anfangswerte erregt Daraus gewinnt man die Abschätzung für Kr x (9a) m” Die Ableitung der ungedämpften Lösungsfunktion nach der Zeit ergibt folgende Beziehung zwischen dern maximalen Schwingweg x, und der maximalen Schwinggeschwindigkeit x,, x wx (9b) m o*m Für gedämpfte Systeme (d > 0) liegen die ge- suchten Maximalwerte stets unter den nach (9a, b) zu errechnenden Werten. z.B. Mit den Werten: 6 = 4,5 s"1;02 = 900 s-t; x(0) = 0,3 cm und x (0) = 12 cm/s für das System im Bild 7 ergibt sich die Dif- ferentialgleichung -4,5 s-! x - 900 s-2 x, x die in Echtzeit zu simulieren ist, Für die Zeitnormierung t = A t wählt man A = 10 s-}. Für die Maximalwerte ergeben sich nach den Gleichungen (9a, b) x 0,5 cm m 15 cm/s bzw. x =1,5 cm m m Die Maschinengleichungen nach (8a, b) lauten somit (x! )' ‘bzw. (x)' -0,45 x -3x mit x’ (0) mit x (0) 0,8 0,6 3x Zur Echtzeitsimulation ist an der Maschine k =2 = 10s7! zu setzen. Das berechnete Beispiel führt zur Rechenschaltung im Bild 8. Die Lösungsfunktionen x (t) und x(t) (x)= -G 46x -3x x (0)=0,8 (x)'=3x’ x (0)=06 n=k=10577 oO . — sin @ ru ot + x, cos Wot { darstellen. Bild 8 . Rechenschaltung für Echtzeitsimulation der Schaltung sind im Bild 9a in Abhängigkeit von der Maschinenvariablen t und im Bild 9b als Phasendiagramm (x' aufgetragen über x) wieder- gegeben. Die volle Aussteuerung des Einheitsbe- reichs bestätigt, daß beide Variablen richtig nor- miert wurden. KATI; OD Bild 9a. Lösungsfunktionen x (r) und x’({r) der Schaltung im Bild 8 -7 + + Bild 9b. Phasendiagramm der Schwingerschaltung im Bild 8 Bild 10. Rechenschaltung bei freier Wahl von i Um den Aufzeichnungen die Problemwerte zu ent- nehmen, ist m 1, die t-Achse mit dem festgesetzten A-Wert in die Problemzeit t umzurechnen. In Bild 9a ent- spricht so dem Gesamtmaßstab T= 15 eine Zeit 2, der Einheitsmaßstab für x' und x nach der Gleichung (7) mit den Maximalwerten x! und x zu multiplizieren. So entspricht in den Bildern 9a und 9b der normierten Größe x' = 1 eine Geschwindigkeit von 15 cm/s und x = | ein Schwingweg von 0,5cm. Bei Verzicht auf eine Echtzeitsimulation des letzten Beispiels hätte man auch A = wo = 30s-1 wählen können. Es errechnet sich dann Xm = X,, = 0,5cm und die Maschinengleichungen lauten jetzt mit x'(0) = mit x (0) = € „ IM Sie führen zur Rechenschaltung im Bild 10, Ein Vergleich mit der Schaltung im Bild 8 zeigt, daß sich bei freier - nicht durch die Echtzeitbe- dingung eingeschränkter - Wahl von A zwei Poten- tiometer wegen x,,, = Xm, erübrigen. Man gelangt so zur einfachsten Rechenschaltung des gedämpften Schwingers, 4,2 Erregung durch eine Sprungfunktion Der Schwinger im Bild 11 soli durch eine sprung- förmige Änderung der Koordinate X; UM Xgm erregt werden. Die Differentialgleichung des Schwingungs- vorgangs lautet jetzt x =.-.6x- we (x - x,) mit den Werten (10) x(0) = 0; x(0) = Ound xg = x sm Unter dem Einfluß einer derartigen Störung kann im ungedämpften Fall die Lösungsfunktion x(t) die doppelte Sprunghöhe, nämlich 2 Xgm. Erreichen. Im stark gedämpften Fall wird x(t) zumindest Xsm: Man erhält so die Abschätzung (11a) Xm = 2 Xen, Die ungedämpfte Schwingung wird eine Amplitude von xm/2 um den Mittelwert x, haben. So ergibt sich entsprechend der Gleichung (9b) für den Maxi- malwert von Xm die Beziehung x = a, x K)=-0%Br’-x ö oom (17) x [0)=08 z.B. Das System im Bild 11 (x)'= x’ habe die Werte: xX(0)=06 w2 = 900 s72; Xo * 0,5cm ösei im Bereich zwischen 0 und 30 s-1 veränderlich, Für die Zeitnormierung wähle man A = w, = 30 s7} Xs x 5 x.(E) Y LAK A Oo” m J ° ¥=-6 X-W8(x- Xp) WV Ts : Z 7 a Y =~ = a b= = Kom Xm=2Xsm ALL Bild 11 x in = Zz @, Xm Schwinger durch < > —L_ pe m” 97 Störfunktion x, erregt a Nach den Gleichungen (lla und 115) ernäh man die Maximalwerte Axlt) Tt x =lem m x = 15 cm/s bzw. x = 0,5 cm m m und damit die Maschinengleichungen x (x!) =- 2x - 2x4 itx el ; XP STR PRT XS MNS OF X(T) _ — sm 7 (x) = 0,5 x! Der Potentiometerwert 8 liegt zwischen Oundl. Die Rechenschaltung dieses Beispiels zeigt das r Bild 12. Einige charakteristische Lösungskurven für cd sind im Bild 13 wiedergegeben. A Bild 13b. Phasendiagramm für Schwingschaltung im Bild 12 für 3 = 0,1 — 4.3 Erregung durch eine periodische Störung Ss Das System im Bild 11 soll durch eine periodische Stö- (X = gs x’ rung entsprechend xX =x - sinwt s sm >| O 7 “1 erregt werden. Die be- ae -1(=Xs) schreibende Differential- — gleichung lautet nun 2 5 | ¥=- 6% -w% (x- i 2 Km sinwt) (12) Bild 12. Rechenschaltung für sprunghafte Störung Die maximale Amplitude der Lösungsfunktion x(t) hängt in (T) diesem Fall a 90 un +7+ 1. von dem Verhälnis der 37 erregenden Frequenz w 03 en zur Eigenfrequenz wy ab. 70 Für w = wo erreicht die 057 if erzwungene Schwingung ihren größten Wert (Re- sonanz). m 70 20 30 T 2. von der Dämpfungsgröße ö des Systems ab. Im Resonanzfall wird fürö = Bild 13a. Schwingweg bei sprungförmiger Erregung (Schaltung Bild 12) 0 die Amplitude om. Für Dampfungen 6 > 0 und w = @, erreicht die erzwungene Schwingung folgende Maximal- werte 2 (13a) mE *sm a Kun = Wo x (13b) z.B. Der Schwinger im Bild 11 habe die Werte: BER 102 = 900 5°” 6= 7,58 und werde durch X, = 0,2 cm- sinwt erregt. Die Frequenzw ändere sich von 10 bis 100 s-1. Für die Zeitnormierung wähle man wieder A = 30 st. Mit den Gleichungen (13a, 13b) erhält man die Maximalwerte Xm? hn? 4- 0,2cm = 0,8cm J m” 0,8cm 24 cm/s bzw. x Die Normierung von Gleichung (12) fiihrt zu den Maschinengleichungen (x')' = - 0,25 x’ - x + 0,25 sin P (x) = x Im Bild 14 ist die Rechenschaltung dieses Beispiels wiedergegeben. Das Bild 15 zeigt die erzwungene Schwingung x(t) in Abhängigkeit von der linear veränderten Störfrequenz w. Die notwendige Stör- schwingung wird nach der Schaltung im Bild 17 gewonnen. (925 N, x (T) 7+ I) Bild 15. Erzwungene Schwingung bei einer verän- derten Storfrequenz w- Schaltung Bild 14 10 025 7 Soh Oe on er Bild 14, Rechenschaltung: Schwinger mit periodischer Störung Bild 16, Amplitudenstabiler Sinus-Cosinus-Oszillator Abschatzungsformein für Maximalwerte: Differentialgleichung: x = - dx -w2 (x - xg) Anregung . durch: m m Anfangswerte x(0) = x 2, /%,\2 1. _ ° X= {/Xot {2 X= Km x(0) = x, Sprungfunktion = =2 x = Xs = Xom Xm 2% x Periodische Störung Ee o . Im 6 *sm Km Xs = XsmSinot = @oXm 5. Erzeugung unge- dampfter Schwin- gungen (x )'=-Q25X"-X+ 025 sine T I ? (x)= x Ungedämpfte Sinus- oder Cosinusschwingungen wer- den als periodische Stör- funktionen für Schwingungs- systeme oder auch zur Frequenzganganalyse be- nutzt. Dazu sollte die Kreisfrequenz w dieser Schwingung von Hand oder nach einer vorgeschriebe- benen Zeitfunktion geändert werden können. Eine Schaltung für eine ungedämpfte Schwin- gungist aus der normierten Schwingungsglei- chung im Bild 6 flr dé = 0 zuerhalten. Da x, em ®o der Wert —. Xm A beiden noch verbleibenden Potentiometer er- w = Wo Xp, ergibt sich für Die 9 @ halten so den gleichen Wert — . Fordert man A am Ausgang des 1. integrierers - x' = sin Wo Tt muß der Anfangswert x’(0) = 0 gesetzt werden, Am Ausgang des 2. Integrierers wird Wo für x = cos Tt cer Anfangswert x (0) = 1, Die so gewonnene Schaltung im Bild 16 erzeugt somit an den eingezeichneten Steilen eine unge- dämpfte Sinus- und Cosinusschwingung, die für cos (221) Bild 17 Sinus-Cosinus-Oszillator oT) Petit A mit variabler Frequenz @ ° . alle einstellbaren Werte von zZ (mit der Eingangs- wertigkeit der Integrierer bis 10) normiert ist. Durch gleichzeitiges Verändern der beiden Poten- tiometer läßt sich die Frequenz der Schwingung variieren. Soll die Frequenz nach einer bestimmten Funktion @ (T) verändert werden, müssen beide Potentio- meter durch Multiplizierer ersetzt werden, die die Variable w(t) in der Schaltung wirksam werden lassen (Bild 17). Eine genauere Analyse der Rechenschaltung fordert allerdings, daß die Ände- rung von @ genügend langsam erfolgen muß, Bedingung: w (tT)'r € w(t) um eine störende Amplitudenänderung zu vermeiden. Auch die Fehler der Rechenelemente können ” bei längeren Rechenzeiten zu unerwünschten Ab- weichungen von der Anfangsamplitude führen. Für Resonanzuntersuchungen ist aber eine über lange Zeit stabile Amplitude notwendig. Sie ist durch zwei Rückführungen {in den Bildern 16 und 17 gestrichelt dargestellt) zu erreichen. Die Rück- führung über das mit kleinem Wert eingestellte Potentiometer entspricht einer geringen negativen Dämpfung und bewirkt eine langsame Anfachung der Schwingung. Das gegeneinandergeschaltete Zener- diodenpaar erzeugt dagegen eine starke Dämpfung, sobald die Spannungsamplitude die Durchbruchs- spannung der Diodenanordnung übersteigen möchte. Durch eine geeignete Wahl der Dioden kann so eine Begrenzung bei der Einheitsgröße 1 erfolgen. Bei diesem Wert stabilisiert sich die Amplitude der Schwingung. Die Verzerrung der Kurvenform ist durch einen kleinen Wert des Anfachpotentiometers vernachläßigbar klein zu halten. 11 12 IL NICHTLINEARE UND KONTINUIERLICHE SYSTEMEMIT LÖSUNGEN 1. Nichtlineare einläufige Schwinger Ein System und somit die beschreibenden Differen- tialgleichungen sind nichtlinear, wenn die abhängi- gen Variablen oder deren Ableitungen von anderem als 1. Grad auftreten, d.h. wenn man Glieder der Form: x x, x2, f(x), x x2, sin(x) usw. vorfindet. Methoden, die durch Superposition von Einzellö- sungen zur Lösung führen, scheitern bei nichtline- aren Differentialgleichungen ebenso wie das Ver- fahren der Laplace-Transformation, Deshalb kommen gerade bei nichtlinearen Aufgaben die Möglichkeiten des Analogrechners voll zur Gel- tung. Er wird grundsätzlich so wie bei linearen Differentialgleichungen programmiert. Abgesehen von der häufig umfangreicheren Vorbereitung tre- ten keine zusätzlichen Schwierigkeiten auf. Aller- dings müssen jetzt neben den Variablen auch Funk- tionen normiert werden, An einigen Beispielen sollen die Methoden skizziert werden. Wenn diese vornehmlich aus dem Bereich der mechanischen Schwingungen ausgewählt worden sind, so geschah dies wegen der häufig größeren Anschaulichkeit derartiger Systeme, 1.1 Mathematisches Pendel bei kleinen und großen Ausschlägen Die Möglichkeiten des Analogrechners zur Lösung nichtlinearer Systeme lassen sich gut am mathe- matischen Pendel bei verschieden großen Aus- Bild 1, Mathematisches Pendel schlägen und beim überschwingenden Pendel stu- dieren, wenn eine starre Pendelstange vorausge- setzt wird. Das in Bild 1 dargestellte Pendel der Länge 1 führt nach Auslenkung um (0) = @g oder (und) angesto- Ben mit p(0) =®, freie Schwingungen um die Ruhe- lage P = 0 aus. Die Bewegungsgleichung auf der Erdoberfläche (Erdbeschleunigung g) ergibt sich aus dem zu jeder Zeit gültigen Momentensatz zu P= -E sing (1) ml$=-mglsinp 1 mit den Anfangswerten (0) =@9, 20) =P a) Linearisiertes Pendel Für kleine, d.h, für singy@ , ergibt sich daraus die linearisierte Pendelgleichung D= _& , p i? Diese zuvor behandelte ungedämpfte lineare Diffe- rentialgleichung 2. Ordnung hat die harmonischen Lösungen sin Wt und cosw yt, wo 1 ist die Eigenfrequenz des linearisierten Pendels. Wenn bei größeren Ausschlägen keine Linearisie- rung der einfachen Gleichung (1) mehr erlaubt ist, würde die analytische Behandlung bereits auf elliptische Integrale führen. Am Analogrechner genügt eine Nachbildung der Sinus-Funktion, die in verschiedenen Fällen im folgenden gezeigt wird, um die Lösung zu gewinnen, Zur Normierung der Pendelgleichung sind die Maximalwerte Pm und®m erforderlich. Für kleine Psind die Abschätzungsformeln für die lineare ‘Differentialgleichung zu benutzen. Für größere ist eine Beziehung zwischen $®m und®m aus demEner- giesatz zu gewinnen, den man durch Integrationder Schwingungsgleichung erhält i mi? 12 2 (9) = mgl(l-cosP, ) . Mit Wy = \E ergibt sich daraus © =o en 0 2 (1-cosp,) (2) Bei Schwingungen bis zum oberer. Un.nenri ans? kann somit benutzt werden. Mit den Normierungsbeziehungen T= ht, Pspp, FFE g' =_ m — In erhält man durch Multiplikation von Gieicnung (1) mit I . 229 die normierte Pendeig.eic nung NL wg? . (P) =-—>-'* — sin ( I ) ae Pr P me und bei freier Wahl von A= ®q 1 . F oe sin v9 mit den Anfangswerten PO) = 5 90) = m m Die zweite triviale Gleichung für (@)' soll hier und nachfolgend nicht mehr gesondert geschrieben wer- den. Nach Gleichung (4) ist die allgemeine Rechenschal- tung in Bild 2 gebildet worden, Zar) Bild 2. Allgemeine Rechenschaltung des mathematischen Pendels Je nach dem Bereich von ®,, kann am Analogrech- ner die Sinus-Funktion auf verschiedene Weise er- zeugt werden. Diese Möglichkeiten sollen im einzel- nen diskutiert werden. b) Pendel mit großen Ausschlägen 3 oder 8, so ist die Funktion sin(®,%) bereits nor- miert. Man verwendet in diesem Fall am einfach- sten die in den Rechner einsetzbaren festeinge- stellten Funktionsgeber Liegen die Werte fiir®,, im Bereich ®,, < A= sin (2 B| oder A=sin (TE). 9, ist demnach 7/2 oder zu wählen. Derartigen Funktionsgebern muß + E und - E zugeführt wer- den, Durch Vertauschen der Eingänge ist die ne- gierteSinus-Funktion zu erhalten. Nimmt man %,, =’ an, so ergeben sich für die Po- tentiometer in Bild 2 folgende Werte: 1 A Pot (Ii Gir = 37 F 0,5 m 0 qg! 2W m_ O14. . Pot (2): > 1G = = 0,636. m m Liegt®,, jedoch nicht in der Nähe von 7/2 odera, und möchte man die dann eintretende schlechtere Aussteuerung der Integrierer vermeiden, so ist mit den wirklichen Maximalwerten zu normieren und in der Rechenschaltung ein Pot (3) einzufügen, daR den Wert a oder = erhält, Der Sinus-Funktionsgeber bildet dann wieder richtig: {1} 7 c) Pendel mit kleineren Ausschlägen z.B. - sin (P ). m Für 0,1< ¥,,< /2 ist ein Festfunktionsgeber we- gen mangelnder Aussteuerung nicht empfehlenswert. Ist z.B. Py, = 7/6 (= 300), so erreicht der Funk- tionswert sin (PP) maximal # 0,5. Jetzt sollte bes- ser ein einstellbarer Funktionsgeber verwendetund eine spezielle Normierung der Sinus-Funktion wie folgt vorgenommen werden: sin|P @ sin @ ® = sin ® sing sin 92 Im Funktionsgeber wird jetzt die Funktion sing m durch einen Polygonzug approximiert. Der Faktor sin Pm um den die Sinusfunktion nun größer nach- gebildet wird, ist dann in Pot. (1) der Schaltung zu berücksichtigen. Für @,, = 7/6 und somit nach Gleichung (2) ze = 2 (1 - ; Y%) = 0,52 erhält man folgende Werte für die optimale Simulationsschaltung: It 1 1 Pot (1): gr sin Fe ’ 2” 0,97 m , P Pot (2): = He = 0,99 d) Uberschwingendes Pendel Für Pendelüberschläge,@ > , die natürlich nur bei angestoßenem Pendel (X0) > 0) erhalten wer- den, sind Funktionsgeber bisher genannter Art nicht brauchbar, da sie mit genügender Genauig- keit eine Sinus-Funktion nur über eine Periode nachbilden können. Eine Funktion sin @ einer Vari- ablen@(t) ohne Beschränkung in der Periodenzahi kann aber als Lösung der ungedämpften Schwin- gungsdifferentialgleichung erzeugt werden, wenn über die Ableitung 9! verfügt werden kann, Leiten wir zunächät eine solche Funktionsgeberschaltung ab. Setzt man A. = 1 sing, A 9 = COs@, so findet man durch Differentiation nach t die bei- den zugehörigen Differentialgleichungen 1, Ord- nung 13 ro gi 12 an gl Ay A, , Ay A,®? mit den Anfangswerten: A, (0) = sin®y, A, (0) = COS) - Da A} und Ag definitionsgemäß normiert sind, lau- ten die normierten Differentialgleichungen (A,) (A,)' = a, D f _ ' t - Ay Ind: Ay 9? (5) 1 In Bild 3 sind die Rechenschaltung sowie das Sym- bol dieses speziellen Funktionsgebefs dargestellt. Danach sind aus der normierten Ableitung 9' die in Bild 4, in der für die Anfangswerte Potentiome- ter mit zwei Eingängen vorgesehen sind. Der zweite Integrierer für % ist demnach nur noch notwendig, wenn ® selbst von Interesse ist. Im all- gemeinen wird man zur Darstellung der Schwingung die in kartesischen Koordinaten (Bild 1) verwenden. Es sind dazu = -1cos® und X = 1 sing auf ein Registriergerät zu geben. Beide Rechen- größen sind für eine Einheitslänge (1 = 1) der Schaltung zu entnehmen. An der Maschine bestätigt man leicht, daß Os 9, für earns Cara —— + C-sing, %(0)= 0,5, P'(0)= 0 und cospg = -1, sing, =0 +" ı 7 OM (,) 7 SIND > > oder für | ra , 5 p(0) = 0, 90) = 0,5 cos@g = +1, sing = 0 | ‘SS - 7 gerade der obere Umkehrpunkt erreicht N Urs SS --9 0. . . gr! | I, Mm Wp) > eos” © 08 wird, Die Schaltung entspricht der ge- 4 ay wünschten Normierung. U m nt none * COS ' Org O % Wird im letzten Fall '(0) > 0,5 gesetzt, ra o so wird das Pendel überschwingen und, 7 da es ungedämpft angenommen wurde, Bild 3. Sinus-Cosinus-Funktionsgeber fortwährend in gleicher Richtung umlau- Funktionen sing und cos@ jeweils mit beiden Vor- zeichen zu erhalten. Allerdings ist ®' mit beiden Vorzeichen zuzuführen und P'„, an zwei Potentio- metern einzustellen, Selbst unter Verzicht auf eine gute Aussteuerung der Multiplizierer sollte La nicht durch ein Potentiometer vor diesem Funktionsgeberelement verwirklicht werden. Das Potentiometer würde aussteuerungsabhängig be- lastet, da die Multiplizierer eine nichtlineare Last darstellen, und man müßte es deshalb mit einem zusätzlichen Verstärker vom Eingang des Funk- tionsgebers abtrennen, Schließlich müssen noch die Anfangswerte sin® und cos®Pg eingegeben wer- den, weil es sich hier um ein nichtlineares Inte- grierelement handelt, was auch im Symbol zum Ausdruck kommt. Mit der entwickelten Funktionsgeberschaltung soll jetzt eine normierte Rechenschaltung für ein über- schwingendes Pendel abgeleitet werden. Wenn die Pendelmasse die höchste Lage gerade durchlaufen kann, ergibt sich für die maximale Winkelgeschwin- digkeit nach Gleichung (3) der Wert in = 2. Wir wollen das Pendel bis zum doppelten Wert vr. untersuchen. Aus dem von -w bis +a reichenden ®-Bereich lassen wir -2R SPS + 279m = 27) zu, d.h. zwei Umlaufe des Pendels. = 4 Aus Gleichung (4) erhaltenwir mit © = 2%und @' = 4 m m die Maschinengleichung mit den Anfangswerien g! 0 eo) = -gr-, Fo) m wollen wir positive und negative Anfangswerte ein- stellen können, so ergibt sich die Rechenschaltung 14 fen, Das Phasendiagramm der Schwingungen ist für ver- schiedene Anfangswerte in Bild 5 wiedergegeben, Das hin- und herschwingende Pendel hat geschlos- (gp'}'=-G,25 sin (2% 9) COS Py Bild 4. Rechenschaltung des überschwingenden Pendels ot Bild 5, Phasenkurven des mathematischen Pendels oben: in positiver @-Richtung überschwingend mitte: um $7 0,2”, -2r usw. pendelnd unten: in negativer @-Richtung überschwingend sene Phasenkurven um 0, +27 -2musw, 1 rechts und links laufenden Wellenkurver chen der recht oder links herum überscn“ Masse, Die mathematische Analyse eines Rührenuszil.a- tors führt zu einer Differentialgleichung m: nichtlinearen Dämpfungsglied, das eine Se.bsier- regung der Schwingung bewirkt, Mit guter Annähe- rung läßt sich die Spannung U am Schwingkreis (L,C) eines solchen Oszillators durch {uigende Gleichung beschreiben: einem LC 0 - (a- gu’) Ut =o. aund § sind Parameter, die Konstanten der Riick- kopplungsschaltung und der Réhrencharakteristik enthalten, Führt man nach 8 u: = x? eine dimensionslose Größe x ein, sowie mit A = Te (Eigenfre- quenz) eine Zeittransformation t = At durch, so erhält man mita = TE dienachvan der Pol benannte Differentialgleichung x= a(1- x) x! -x (7) Dieses System soll für Werte 0 Sax 2,5 untersucht werden. Vergleichen wir diese Gleichung mit der line- Mit x =x x und x'=x!'x' erhalten wir aus = "m = "m leichung (7) x - oy -—+" x (8) x’) = -( -x mit den Anfangswerten ' -,'! ! u = x'(0) IE x(0) X9/ Die eingesetzten Maximalwerte ergeben schließlich die Maschinengleichung \ 2 (x') = lo - (x)"] x'- 0,4 x. (9) Danach wird die Rechenschaitung in Bild 6 gewon- nen, Die nichtlineare Klammer der Gleichung ist mit einem Multiplizierer nachgebildet, dessen Ausgangsverstarker gleichzeitig die Addition der Konstanten vornimmt. Das Potentiometer (0,4a), +7 -7 > (x)= 4a (0,25- (X19) X94 = 7x [Au Bild 6. Rechenschaltung der van der Polschen Differentialgleichung aren Schwingungsdifferentialgleichung, so se- 7 hen wir anstelle des Dampfungsfaktors (-6) S hier + a(1-x2) stehen. Für kleine Amplituden x x (x < 1) ist somit eine Anfachung der Schwin- ~ 2-05 gung zu’erwarten, die durch schaltungsbeding- /\ GAREN te Störungen geringster Art auch ohne An- a iy 3 En 27 = fangswerte (Xo = 0, x(0) = 0) eintreten wird. T Für x < 1 wechselt das betrachtete Glied das Vorzeichen und wirkt dämpfend. Dieses ge- gensinnige Verhalten wird bei dem freien 4 Schwinger dazu führen, daß er sich bei einer 7 bestimmten Amplitude stabilisiert. 7 Die notwendige Abschätzung der Maximalwerte ’ ist jetzt aus Anfangswerten nicht mehr mög- x > 2-70 x lich, da diese für a > 0 nach wenigen Schwin- gungen bedeutungslos sind. Nur Anfangswerte, die zunächst größere Amplituden als bei der stationären Schwingung erzeugen, sind bei Be- ginn der Simulation zu berticksichtigen. Eine Abschätzung von x,, aus der Bedingung für die stationäre Schwingung (1-x2) = 0 ist -7 wegen mangelnder Kenntnis der Kurvenform nur grob möglich. Einer Versuchsschaltung 7 wird leicht zu entnehmen sein, daß für alle a gilt: I Auch für x), abgeschätzt werden, da fiir kleine a die Eigen- frequenz gleich 1 ist. Für größere a, d.h. für größere Verzerrungen der zunächst sinusför- migen Lösung, ist sicher Xm > Xm- Auch hier kann zunächst nur ein Wert = Xm ia L 1 zeigt erst die Versuchsrechnung, daß im zu betrachteriden Bereich für a gilt Losungskurve Phasenkurve Bild 7. Lösungskurven x (t)und Phasenkurven x! über x für drei Parameter a das das nichtlineare Verhalten des Schwingers be- stimmt, erreicht für a = 2,5 gerade den Maximal- wert 1. Um einen definierten Beginn der Schwin- gung zu erreichen, werden für die Untersuchungen Anfangswerte x'(0) = 0,1 und x(0) = 0,1 angenom- men, In Bild 7 sind Lösungskurven x(t) und Phasenkurven x! (x) für verschiedene a aufgezeichnet, Mit wachsendem a stellt sich die Schwingung mit konstanter Amplitude schneller ein, gleichzeitig nehmen die Periode der Schwingung-ühd die nicht- lineare Kurvenform zu, was besonders eindrucks- voll aus den Phasenkurven ersichtlich ist. Schließ- lich wird bei a = 2,5 praktisch der Einheitsbereich ausgenutzt und damit die richtige Annahme der Maximalwerte bestätigt. 1.3 Bistabiler Schwinger Als Beispiel für einen Schwinger mit nichtlinearen elastischen Eigenschaften soli ein System mit zwei stabilen Lagen betrachtet werden, das einer peri- odischen Störung xX FX Ss sm sinwt unterworfen ist. Die Differentialgleichung des Systems lautet . . 2 - - He sit la xs +x 8? (10) Vergleichen wir mit der linearen Schwingungs- gleichung, sg ist das Glied der rückstellenden Fe- derkraft (-wgx) jetzt + (a - x2) x g7 Für kleine x (x< Ja) liegt demnach eine vom Zen- trum x = 0 wegtreibende Kraft vor. Die Gleichge- wichtslagen des Systems ergeben sich aus (a-x2) =0 zu - + X19 ta . Die Eigenfrequenz wg für Schwingungen um die Ruhelagen berechnen wir aus der Ableitung des elastischen Glieds, die der Federkonstanten bei der linearen Differentialgleichung entspricht. Wir d 1 "a1 erhalten ye (a-x”)x = Va - 3x° und fiir x = + Va = 2a st Nach diesen allgemeinen Betrachtungen soll nun ein solches System mit den Konstanten ö= 0,2 sl, a=0,1 (11) (12) untersucht werden. a) Gleichung (12) erlaubt es, eine Eigenfrequenz von etwa 0,5 s-1 anzugeben, und mit Xm = WOXyy (für Mit den Systemkonstanten erhält man aus Gleichung (1X0) 0s “ x=- 0,2x+ (0,1 - ws 40,1 372 sinwt Die Normierung erfolgt mit T= At (A= is), x= xX? 1, x = x'+ 0,5 und führt zur Maschinengleichung (x) = - 0,2 x'+ 20,1 - (9?) x4 0,2 sin or (13) Am-T Xm=0,5 057 > x 3 Vax L . j -7 x 7 Va -4,5 4 Bild 9, Das elastische Glied des bistabilen Schwingers +7 x Ne Eu =0,03 0 700 “4 300° 2700 | Mn ~The Bild 10. Bistabiler Schwinger mit periodischer Störung unterhalb der Eigenfrequenz e) 1 i] 05H die lineare Differential- gleichung gültig) eine Be- ziehung x = 0,5 s7! Xin abzuschätzen. Eine Ver- suchsrechnung wird letz- teres bestätigen und gleichzeitig zeigen, daß eine Störamplitude von Xgm = 0,1 etwa ein xml erzeugt. 16 Bild 11. Phasenkurven des bistabilen Schwingers a) unterhalb der Resonanz, b) in der Nähe der Resonanz c) oberhalb der Resonanz Die Rechenschaltung ist im Bild 8 wiedergegeben. Die notwendige Störfunktion wird nach der Schal- tung im Bild 16 ( TeilI ) erzeugt. Der Rechnung kann nun die das elastische Glied charakterisieren- de kubische Parabel mit den beiden stabilen Lagen entnommen werden (Bild 9). Bild 10 zeigt das ty- pische Einschwingen in die stabilen Lagen. Der Wechsel wird durch die hier sehr niederfrequente Störung verursacht. Der Einfluß der Störfrequenz ist aus den Phasenbildern (Bild 11) zu ersehen. Mit steigender Frequenz wird der Wechsel zwischen den Stabilitätspunkten schneller; in der Resonanz geht die Schwingung über beide Lagen hinweg und pendelt schließlich oberhalb der Resonanzirequenz nur noch um eine Lage. Bild 12 zeigt letztlich noch die Phasenlage zur Störschwingung. Tr N Bild 12, Bistabile Schwingung in Abhängigkeit von der Störgröße 2. Mehrläufige Schwinger Besteht ein schwingungsfähiges System aus nin einer Richtung gegeneinander beweglichen Teil- systemen (z.B. Massen) und hat es somit n Frei- heitsgrade, so führt die mathematische Beschrei- bung auf n Differentialgleichungen 2. Ordnung. Sind die einzelnen Differentialgleichungen linear (lineare Systeme), kann das Superpositionsprinzip zur Lösung angewendet werden. Auch die Methoden der linearen Regelungstheorie führen schnell zum Ziel. Bei genauerer Analyse praxisnaher Systeme stößt man aber meist auf nichtlineare Differential- gleichungssysteme, bei deren Lösung der Analog- rechner, wie schon im vorangegangenen Abschnitt, ein angemessenes Arbeitsfeld findet. 2.1 Zwei-Massen-System mit nichtlinearem Dämpfer Das in Bild 13 dargestellte System aus zwei federnd gelagerten Massen findet praktisch bei allen Fahr- zeugen seine technische Realisierung. Jede Achse Bild 13. Zwei-Massen-System eines Fahrzeugs, auf dessen Räder gleichzeitig eine Schwingungsanregung durch zg wirkt (z.B. Schienenstöße), so daß sich Rad und Rahmen senk- recht verschieben, kann durch dieses ebene Er- satzmodell nachgebildet werden. Bei der Radfede- rung eines Automobils würde den Systemkonstanten folgendes entsprechen: m, Masse der Radaufhängung und Räder m, halbe Aufbaumasse © Federkonstante der Reifen Cy Federkonstante der Achsfederung d, Dämpfungskonstante der Stoßdämpfer Wenn die Koordinaten z; jeweils auf die Ruhelage ihrer Massen m; als Nullpunkt bezogen werden, so lauten die Bewegungsgleichungen des Systems dylz] = 25) ~ cylz, = 25) = 0,02, ~ 29) m, 2, = My 49 =~ dol2y = 24) - Sprungförmige Störungen 2g = Zgy, und periodische Störungen zg = Zym Sinwt sollen das System erre- gen. Wir wollen folgende Systemwerte für die Normie- rung annehmen m,= 4 kps-/m c, = 32000 kp/m m, = 50 kps?/m c, = 8000 kp/m d, = 100 kps/m für (2,-2,)<0 2 22 Z = 0,02 m = 10 kps/m für (2,-2,)>0 0m °’ , Das nichtlineare Dampfungsglied tragt dem Verhal- ten eines realen Stoßdämpfers Rechnung, der bei entspannender Feder wes