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Reference / Paper · 1968

Die Funktionsgleichungen des digitalen Integrators

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German-language technical article by W. Zoberbier (1968) presenting the characteristic equations of the digital integrator, the fundamental component of the digital differential analyzer (DDA). The paper derives the operational equations governing the Y-register and Z-register modes, analyzes register boundary conditions and overflow handling, and provides synthesis rules for the critical circuit structure around the digital integrator. Applications to general-purpose computer implementation for rapid simulation are discussed.

Manufacturer
Unknown
System
Digital Differential Analyzer (DDA)
Author
W. Zoberbier
Year
1968
Type
Reference / Paper
Language
German
Learning track
general theory
Pages
9
  • Digital Differential Analyzer (DDA)
  • Unknown
  • digital integrator
  • digital differential analyzer
  • numerical methods
  • simulation

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Die Funktionsgleichungen des digitalen Integrators

Die Funktionsgleichungen des digitalen Integrators The characteristic equations of the digital integrator Elektron. Rechenan!. 10 (1968), H. 5, S. 234—242 Manuskripteingang: 3. 8. 1968 In dieser Arbeit wird versucht, die Funktionsgleichungen des digitalen Integrators so darzustellen, daß sie die Möglichkeit bieten, fiir jede Rechenphase seinen Zustand genau darstellen zu können, ohne auf die interne digitale Schaltnetzstruktur ein- gehen zu miissen. In dieser Form erlauben die Gleichungen eine elegante Programmierung fiir eine schnelle Simulierung einer digitalen Integrieranlage auf dem Universalrechner. Darüber hinaus lassen sich aus den Funktionsgleichungen Bedingungen für die Synthese der digitalen Schaltnetzfunktion zur Reali- sierung des digitalen Integrators ableiten. The paper attempts to present the characteristic equations of the digital integrator in such fashion that they allow the exact presentation of the integrator state for each phase of computa- tion without necessity of describing the internal structure of the combinational circuit. This equation type permits elegant pro- gramming of a general-purpose computer for the rapid simula- tion of a digital differential analyzer (DDA). Moreover, conditions may be derived from the characteristic equations for the synthesis of the digital combinational circuit structure needed to materialize the digital integrator. 1. Einleitung Der digitale Integrator als das charakteristische Rechen- element einer digitalen Integrieranlage (DDA) soll eine Operation ermöglichen, die im Prinzip einer Integration ent- spricht. Hierbei ist der Begriff der ‚Integration‘ mehr im Sinne der Lösung einer Differentialgleichung zu verstehen, als daß wie beim Integrator eines Analogrechners unmittel- bar am Ausgang das Integral der zu integrierenden Funktion ablesbar ist. Der digitale Integrator arbeitet mit Inkrementen sowohl am Eingang als auch am Ausgang, und diese Inkremente sollen den Differentialen der verschiedenen Variablen entsprechen. Die Lösung der Aufgabe besteht dann darin, die Differentiale der Lösungsfunktion zu finden. Und diese Differentiale, oder richtiger, die entsprechenden Inkremente, die eine durchaus meßbare Größe haben, liefert der digitale Integrator. Der digitale Integrator, dessen Symbol in Bild 1 dargestellt ist, soll die Eingangsinkremente Ax und Ay so verarbeiten, daß das Inkrement Az des Integrals Xe z= | ydx (1) xo als Ausgabegröße entsteht. Im Bild sind näherungsweise von W. ZOBERBIER AEG-Telefunken Ulm/Donau anstelle der Inkremente Ax, Ay und Az die Differentiale dy, dx und dz gesetzt. Das entspricht dem allgemeinen Ge- brauch. Man sollte sich aber stets dariiber im klaren sein, daß der digitale Integrator mit quantisierten Schritten, näm- lich den Inkrementen, arbeitet. Das Ausgabeinkrement Az soll nun die Abhängigkeit (1) charakterisieren, und zwar sei Az; durch Az;=2;—2Z)-4 (2) definiert, wobei für jedes 7 z= \ ydx (2a) xo gelten soll. Fiir Az; folgt dann: Azı= | ydx— | ydx= | ydx. (2b) Analog zu (2) sei auch AYi= Vie Yi-1 (3) definiert. Geht der Integrand y mit seinem jeweiligen Wert y; durch ein Inkrement Ay; aus dem alten Wert y;_, hervor, dann soll fiir den Integranden das Bildungsgesetz Vi=Vi-r + Ay; (3a) gelten. Und fiir dx erscheinen die Inkremente Ax; der unab- hängigen Variablen x. In welcher Form nun die Integration mit Hilfe des digitalen Integrators vorgenommen werden soll, hängt von der ge- wünschten Genauigkeit, von dem Feinheitsgrad Ax, mit dem der Ablauf der unabhängigen Variablen x beschrieben wird, aber auch davon ab, wie stark sich y innerhalb eines Ax; ändern kann. Das Integrationsverfahren für den digitalen Integrator muß aber, da es sich bei ihm um einen in sich ab- geschlossenen und unveränderbaren technischen Baustein handelt, ein für allemal vorgegeben werden, so daß bei der Entwicklung des digitalen Integrators am Anfang die Ent- scheidung steht, ob eine relativ einfache Integrationsmethode mit nicht zu großer Genauigkeit, wie die Integration durch Rechtecksummation — deren Integrator mit dem wenigsten technischen Aufwand aufgebaut werden kann —, oder aber eine genauere Methode, wie die Trapez-Integration, vorzu- a Yen} dx dz at dy Bild 1. Das Symbol des digi- talen Integrators. ziehen ist und man sich dafür etwas mehr Technik leistet. Kompliziertere Methoden wie die Simpson-Regel kommen offenbar kaum vor. Hier seien diese beiden einfachsten Fälle, die Rechteck- summation und die Trapez-Regel, behandelt. Bei der Rechtecksummation sei anstelle von y ein Wert y = yi* = const im Intervall (x_,, xi] gewählt und y;* gehe aus dem zuvor geltenden Wert »;_* gemäß Formel (3a) hervor. Dann ist 2-1 Xin~t Im Falle der Trapez-Regel wird y=5-(i-T+y)=const für das Intervall (x¢_,, x:] gewählt, und dann folgt An= (v4 98) Ax, bzw. An=yfAx- —AytAn,, (4a) wenn man y4_,* durch y;* — Ay;* ersetzt. Die Formeln (4) bzw. (4a) stellen nur die Methode dar, nach der der digitale Integrator arbeiten soll. Intern hat er eine ganz andere Zahldarstellung, eine Zahldarstellung die kein Komma kennt, die aus den reellen Zahlen ganze Zahlen gemacht hat, und deren Verknüpfungen nach den Regeln der Festkommarechnung in einem Digitalrechner vor sich gehen. Will man eine digitale Integrieranlage mit Hilfe eines Universalrechners simulieren, d. h. die internen Schaltschritte innerhalb der Anlage abbilden, dann spiegeln die obigen Formeln das Geschehen im digitalen Integrator nicht wider. Korrekt wäre das Nachrechnen aller Vorgänge in den digi- talen Verknüpfungselementen und Flip-Flop der Anlage. Aber das verbietet sich, da hierzu ein zu hoher Aufwand an Rechenzeit nötig wäre. Interessant ist darum eine Darstellung, aus der jede Registerstelle und jede Verknüpfung abgeleitet werden kann, die aber auch das Geschehen im Integrator in einer zusammengefaßten Form wiedergibt. Dies sei in den folgenden Kapiteln durchgeführt. 2. Die Operationen im Y-Operationsteil Im Abschnitt 1 wurde bereits gezeigt, daß die Integranden- funktion y nach Gleichung (3a) sukzessive akkumuliert ge- dacht sein kann: Yi=Vi-1 +Ay;. (3a) Der Anteil des digitalen Integrators, in dem dieser Prozeß geschieht, ist der Y-Operationsteil. Eine digitale Anlage, und sei es ein digitales Integriergerät, arbeitet aber grundsätzlich mit quantisierten Größen, so daß im digitalen Integrator anstelle von y nur zugeordnete digitalisierte Werte y* er- scheinen können, die sich so wenig wie möglich von wahren Größen unterscheiden sollen. Ist Oy!) der Quantisierungs- 4) In dieser Arbeit werden Größen z. T. auch durch zwei und mehr Buchstaben gekennzeichnet, wie es bei den Programmiersprachen ALGOL und FORTRAN gebräuchlich ist. Damit ist allerdings ver- bunden, daß zur Kennzeichnung der Multiplikation immer ein Multi- plikationszeichen gesetzt werden muß. schritt für die Größe y (Qy > 0), so stellt er ein Maß für die Unterscheidungsmöglichkeit dar, d.h., es soll immer der wahre Wert innerhalb y*sSy<y*+Qy (5) liegen, wobei y* selbst ein Vielfaches von Qy ist. y* läßt sich nun normieren, indem y* durch sein Vielfaches von Oy dar- gestellt wird: Y=y*/Qy, (6) bzw. es ist y*=Y-Qy. (7) Y ist die Registerfunktion zu y*. Analog dazu muß Ay;* gebildet sein, so daß Ay? =DY,-Qy (8) definiert sei. Unter diesen Umstanden wird im Y-Operations- teil statt (3a) die Operation yr=yi-1+Ayr (9) durchgeführt oder in der normierten Form Y=Y_,+DY. (10) DY; ist ebenso wie Y;_, ganzzahlig, so daß Y; wieder ganz sein muß. Je nach der angewandten Technik wird es einen maximalen Betrag für das Inkrement DY geben. Um die Bedingungen, die damit zusammenhängen, besser formu- lieren zu können, seien zuvor einige Definitionen festgelegt. Es sei die Signumfunktion sgn A eingeführt, aber hier mit SA?) bezeichnet: +1, wenn A>0O — 1, wenn 4<0 SA -| (11) für A = 0 kann SA beliebig gewählt werden, weiter sei VA eine Vorzeichenfunktion, für die gilt: Va wenn A>O (12) 0, wenn A<0’ wiederum darf für A = 0 VA beliebig gewählt werden, und dann sei BA eine Betragsfunktion mit A, wenn A>0 BA=| 9 wenn A<0' (13) Die Signumfunktion SA und die Vorzeichenfunktion VA charakterisieren an sich den gleichen Sachverhalt, so daB zwischen ihnen eine eindeutige Beziehung SA=2:VA-1 (14) besteht. So gilt z. B. fiir DY=SDY:-BDY, (15) wobei SDY die Signumfunktion und BDY der Betrag von DY ist. Für DYsind nun — abhängig vom gewählten Verarbeitungs- typ innerhalb des digitalen Integrators — Grenzen ange- nommen, die DY nicht überschreiten darf, damit der Inte- 2) In dieser Bezeichnung soll der Buchstabe die- Funktionseigenschaft charakterisieren, während A hier das Argument darstellt. In DY wiederum kann genauso D als Funktionszeichen und Y als Argument angesehen werden. Die Buchstaben S, D, B, V, R sind als Funktions- zeichen für solche Zwecke freigehalten. 235 grator richtig arbeitet, und solche Begrenzungen sind in der Regel durch eine Form —max(BDY)=DY Smax(BDY) (16) bzw. O<BDY <max(BDY) gegeben. Als Beispiel seien drei häufig vorkommende Typen genannt: a) BDY= 1. DY kann in diesem Falle nur die Werte +1 und —1 annehmen: DYe {- 1, +1}. Dieser Integrator arbeitet rein binär. b) max (BDY) = 1. Dies ist der Fall, für den DY den Werte- vorrat DYe {—1, 0, +1} besitzt, und der Integrator muß fiir DY ternär arbeiten. c) max (BDY) = max (Y). In diesem Integrator nimmt DY gegeniiber Y keine Sonderstellung ein, wie in a) und b), bei denen DY zugunsten einer einfacheren Technik einer Beschränkung unterworfen wird. Ebenfalls von der gewählten Technik abhängig ist die Form, wie die Registerfunktion Y des Integranden y innerhalb des Integrators dargestellt wird. Hier sind zwei Darstellungs- typen aufgezählt und näher behandelt: a) Die Darstellung von Y als r-Komplement unter Zuhilfe- nahme seiner Vorzeichenfunktion VY, die ihren Vorzug deswegen hat, weil sie im Z-Operationsteil praktisch nicht zu umgehen ist. b) Die Darstellung von Y durch den Betrag BY und die Signumfunktion SY bzw. die Vorzeichenfunktion VY. Diese Darstellung ist dann vorzuziehen, wenn das Register zur Akkumulation einer Lösungsfunktion dienen soll, die unmittelbar in Vorzeichen und Betrag ablesbar sein soll. 2.1 Die Darstellung im r-Komplement Die Darstellung im r-Komplement bedeutet, daB fiir negative Y der Registerinhalt RY = Y +r gesetzt wird und RY größer oder gleich Null sein soll. Zusammengefaßt soll gelten: _Y, wenn Y20, d.h. wenn VY =1 RY= ly +r", wenn ¥ <0,d.h. wenn VY=0, (17) wobei N die Anzahl der Registerstellen ist, die so gewählt ist, daß r"<Y<r" (18) erfüllt wird. Dieser Sachverhalt läßt sich kürzer formulieren durch RY=Y+(1-VY):r" (19) und 0<RY<r". (20) Anstelle der Formel (10) für Y; müssen jetzt andere für RY; und VY; treten, die als Funktionen von RYj_,, YYi_,, BDYi und VDY; auszudrücken sind. Dazu ersetzen wir die Größen in (10) durch , Y=RY-(1-VY)r", (19a) wie es sich aus (19) ergibt, und (15) durch DY =(2:VDY—1)-BDY, (15a) 236 wobei SDY = (2: VDY — 1) nach (14) gesetzt ist. Dann gilt RY-(1-VY)r"=RY-,-(1-VY_,)r" +(2-VDY,-1)-BDY.. (21) Dividiert man die ganze Gleichung durch rX und wendet darauf die Entierfunktion an, so wird Yi é; ,— 1): BDY, RY) _vn- Be +2 VD¥A I) | . . r -(1-VY-,). (2la) Aus (20) läßt sich aber ableiten, daß für jedes RY os kt cy (20a) „N ist und daß dann [*]-o (206) ‚N sein muß. Anders ist es bei der Entierfunktion auf der rechten Seite der Gleichung (21a). Sie kann durchaus = 1 oder = 0 werden, so daß ein Ansatz RY;_, + 2: VDY¥i- 1): BDY,; = RU+ DÜ- rN (22) mit 0 < RU < rX sinnvoll ist. Eine solche Konstruktion hat den Vorzug, sich eng an das technische Geschehen im Inte- grator anzulehnen, bei dem das Auftreten von Überträgen als Kriterien für Bereichswechsel herangezogen wird, z. B. bei Übergängen vom positiven zum negativen Zahlbereich und umgekehrt. Bei Anwendung der Entierfunktion auf Gleichung (22), nachdem diese durch r¥ dividiert und be- achtet wurde, daß RU) 6 rN u ist, wird dann DÜ= ‚N RYE V PY <1 BPH, (23) und, wenn man dies für (21a) verwendet, VY,=VY,_,+DU. (24) Die interne Darstellung von DU im digitalen Integrator ent- spricht aber der von (15a), so daß VY=VY_,+(2:VDÜ-1)-BDÜ (24a) ist. Beachtet man nun, daß für Yeine Bereichsüberschreitung nur bei Y = 0, aber keine Überläufe vorkommen können, dann kann VDU = 1 nur sein, wenn VDY; =1 ist, und ebenso ist VDU = 0, wenn VDY; = Oist, d.h. esist VDU = VDY;. Das gibt uns schließlich die endgültige Formel für VY;: VY,=VY,_,+(2:VDY,—1)-BDU. (24b) Löst man nun Gleichung (21) nach RY; auf und ersetzt darin VY; durch die rechte Seite von (24b), dann folgt die gesuchte Formel für RY;: RY;=RY._,+(2:VDY-1)-(BDY;—- BDÜ:r").(25) Handelt es sich bei Y um eine periodische Funktion, dann ist die Voraussetzung für Formel (24 b) nicht mehr zutreffend, sondern es können Überschreitungen sowohl in positiver als auch in negativer Richtung beliebig erfolgen. Die Bedingung dafiir ist allerdings, daB y gerade so normiert ist, daB Y die Periode r\ hat, so daß für Y gilt 0O<Y<r"—-1,d.h.esist Y=RY, (26) und wegen der Periodizität läßt sich RY aus einem Hilfswert HY; = Yıı, + DY; berechnen, da ein k derart existiert, daß Y=RY+k-r% (27) ist, zu RY=HYmodr“. (28) VY ist bei dieser Darstellung irrelevant. Eine zweite Möglichkeit der Periodizität ist die, daß Y die Periode 2 rN hat, wobei angenommen werden kann, daß Y die Bedingung r"<Y<r" (29) erfüllt. Die Formel (28) für RY gilt dann ebenso, nur muß VY evtl. modifiziert werden; denn nach (24b) können jetzt YYı>1 und VY; < 0 auftreten, die keinen Sinn haben. Beim Überschreiten des Hauptwertes nach oben hin, also über rN hinaus, geht Y von einem positiven in einen nega- tiven Wert über, und Entsprechendes geschieht an der unteren Grenze. Das Vorzeichen wechselt also innerhalb 2 - rN mit der Periode 2, und dasselbe gilt demzufolge für die Vor- zeichenfunktion VY, die dann VYmod2 zu nehmen ist. Nennt man das VY;, das man mit Hilfe der Formel (24b) herausbekommen hat, VY;*, dann ist VY,=VY;* mod2, (30) wobei VY*=VY_,+(2:-VDY-1)-BDÜ und 0<VY<2 ist, und wenn das gilt, kann man statt dessen * vY= vorn | Ve | (31) schreiben. 2.2 Die Darstellung in Betrag und Vorzeichen Wird Y im Register durch seinen Betrag BY und die Vor- zeichenfunktion VY dargestellt, wobei die Beziehungen Y=SY-BY=(2:-VY-1)-BY (32) und entsprechend j DY=SDY-BDY=(2:VDY-1)-BDY (33) existieren, und benutzt man diese Darstellungen in (10) für die Bildung des neuen Wertes Y;, dann erhält man Y=SY-BY=Y,_,+DY=SY_,-BY_,+SDY;-BDY,, (34) oder, wenn auf der rechten Seite SY;_, ausgeklammert wird, SY, BY,=SY,_,-(BY,_,+SY,_,-SDY,BDY). (35) Hierbei ist beriicksichtigt, daB nach Definition SY?) =] ist. Man kann nun den Operationsablauf sich zweistufig vor- stellen, indem zuerst eine Größe PY gebildet wird und hinterher die Verknüpfung von PY mit SY;_, geschieht. PY entsteht durch Addition oder Subtraktion von BDY; zum alten Registerinhalt BY;_,, je nachdem SY;_, ' SDY; positiv oder negativ ist: PY =BY,+SY,_,-SDY,-BDY,. (36) PY kann aufgrund dieser Bildung sowohl positiv bleiben oder auch negativ werden. Das letztere passiert dann, wenn vom stets positiven Betrag BY; ein noch größeres positives BDY; abgezogen wird. Wann das erfolgt, erkennt man sehr leicht, nämlich wenn bei der Verknüpfung ein Übertrag BDÜ entsteht. Denn da angenommen werden muß, daß -r"<Y<r" (37) ist, weil Y nicht über das Fassungsvermögen des Registers hinauswachsen darf, daß also auch 0sBY<r" (37a) gilt, kann ein Übertrag nur beim Übergang durch den Null- punkt entstehen. Macht man nun für PY den Ansatz PY=RÜ+DÜ:r" (38) und gilt für RÜ 0<RÜ<r" (39) und für DÜ DÜ=SDÜ-BDÜ, so folgt [*]-[pu+2]-»o-=s00:200, (40) da DU ganzzahlig und [RU/,¥] = 0 wegen 0 < RÜNN <1 ist. Wie Y kann auch PY nach (35) und (36) nur wie folgt variieren: -r"<PY<r", (41) und das bedeutet, daß -1<| |-spv-spv<1 (42) r bei BDU = 1 nur für SDU = —1 erfüllt ist. Bei BDU = 0 ist das Vorzeichen unerheblich, und somit muB gelten: +s PY Wie schon gesagt, gibt es bei der Betragsdarstellung nur zwei Klassen, die die positiven und negativen Werte charakteri- sieren, und ein Ubergang von der einen zur anderen kann nur erfolgen, wenn ein BDU = 1 auftritt. Tritt kein Übertrag auf, dann bleibt die Funktion Y in derselben Klasse, d. h. sie behält ihr Vorzeichen. Dieser Sachverhalt kann so ausge- drückt werden: (43) SY,_,, wenn BDU=0 Y= p~ To 2. SY, |_ So wenn BDC =o, (44) oder als Formel: SY,=SY,_,-(1—2-BDU). (45) Eine entsprechende Formel erhält man für VY;, wenn die SY nach (14) durch die VY ausgedrückt werden, nämlich VY,=VY,_,+BDU-(1-2-VY,_,). (46) (45) verwendet man nun fiir die Bestimmung von BY;, und 237 es ist wegen BY=SY;SY_,'PY und SY-SY_,=1-2-BDÜ BY,=(1-2-BDÜ)-PY. (47) Aus dem, was über den Y-Operationsteil bisher behandelt wurde, kann man erkennen, daß einmal zur Darstellung der Funktion Y ein Register benötigt wird, in dem Y;_, in einer einmal gewählten Zahldarstellung gespeichert werden kann, und daß außerdem ein Schaltnetz nötig ist. das die Ver- knüpfung der beiden Größen Y;_, und DY; vornimmt. Für die Realisierung der Y-Operation sind also zwei Operations- einheiten nötig, die ,, Y-Register‘‘ und „,Y-Addierer“ genannt werden (Bild 2). Y-ı DY, Bild 2. Der Aufbau des Y-Operationsteiles. Y-Addierer 3. Die Operationen im Z-Operationsteil Für die Z-Operation innerhalb des Integrators sind in Ab- schnitt I zwei Möglichkeiten (4) und (4a) zur Bildung des Inkrements Az; der Integralfunktion erläutert worden. Diese beiden Methoden sollen hier behandelt werden in ihrer Aus- führung durch den digitalen Integrator, und zwar in 3.1 die einfachere Methode der Rechtecksummation und in 3.2 die Trapezmethode. 3.1 Die Integration nach der Rechtecksummation Zugrunde gelegt wird die Formel (4) aus Abschnitt 1 Az,=y;'Ax;, die allerdings wie im Y-Operationsteil durch die zugeordneten digitalisierten Größen ersetzt wird: Azt=yr-Ax}. (48) Analog zu Ay* in (8) sei definiert Ax*=DX-QX, (49) und fiir DX sollen dieselben Bedingungen gelten, wie sie fiir DY in (16) aufgestellt wurden. Eines ist allerdings hier in noch stärkerem Maße zu berücksichtigen, daß nämlich die Schwierigkeiten bei der technischen Realisierung wegen der durchzuführenden Multiplikation in (48) für max (BDX) > 1 wesentlich größer sind als für max (BDX) = 1. Für unsere mathematischen Betrachtungen spielen diese Bedenken keine Rolle, es soll aber auf den einfacheren Spezialfall max (BDX) = Lim geeigneten Augenblick besonders hingewiesen werden. Wie für DY in (15), gibt es auch für DX eine entsprechende Form DX=SDX-BDX=(2-VDX-1):BDX. (50) Als Zahidarstellung kommt für die Z-Operation nur das r-Komplement in Frage, wie es in 2.1 für Y behandelt wurde, da hierbei der Registerinhalt jeweils nur den Rest darstellt, der bei der Inkrementbildung übrig bleibt und beim nach- folgenden Verarbeitungszyklus weiter verwertet wird. Die 238 Überläufe des sogenannten Z-Registers — das sind die An- teile, die über maximale Fassungsvermögen hinauswachsen — stellen die Inkremente des Integrals dar. Sie alle akkumuliert bilden dann das Integral. Az;* wird also nicht unmittelbar erzeugt, sondern das Inkrement DZ - Oz soll immer als Viel- faches des Quantisierungsschritts Oz abgegeben werden und ist irgendwie von Az;* abhängig. Das Prinzip dabei ist, daß nicht immer bei jeder Eingabe von Werten y;* und Ax;* ein Inkrement Az;* geliefert wird, sondern daß eine Zwischenspeicherung erfolgt, und daß erst nach dem Anwachsen auf einen vorgegebenen Mindestwert Oz eins abgegeben wird. Dazu wird Az;* durch seine Defini- tion Az*=z¥—z,_* (51) ersetzt und die Gleichung (48) dann umgeformt zu zP=z,_T+ yp Axe. (52) Der Trick ist nun, daß z;* nicht in derselben Einheit wie DZ; + Oz dargestellt wird, sondern in einer Einheit Orz, die wegen der Gleichung (52) gleich dem Produkt von Qy- Ox sein sollte. Ist nämlich z#=GZ,'Orz (53) und y¥-Ax¥= Y,Oy-DX;-Ox, dann folgt nach (52) GZ; Qrz=GZ;_,-Qrz+ Y,,-DX;-Qy-Qx, (54) und es ist zweckmäßig, in dieser Gleichung die Maßein- heiten gleich zu setzen: Orz=0x:0y, (55) so daß dann aus (54) GZ;=GZ;_,+Y,;-DX; (56) folgt. Nach (55) kann Orz nur der kleinste mögliche Quantisierungs- schritt für z* sein; der Quantisierungsschritt Oz für das Inkrement des Integrals muß also größer oder mindestens gleich Orz sein. DZ als normiertes Inkrement soll immer mit der Maßeinheit Oz abgegeben werden, wenn sich eine aus- reichend große Menge von Inkrementen Orz im ,,Z-Register“ angesammelt hat. Besitzt das Z-Register M Registerstellen, so wird sein Fassungsvermögen bei r gerade überschritten, und es muß bei r Inkrementen Orz ein Oz abgegeben wer- den. Das heißt, es ist Oz=r™"-Orz. (57) Die quantisierte Größe z;* ist auf Orz bezogen. Will man nun wissen, aus wie vielen Inkrementen DZ sich z;* zusammen- setzt, so muß man es durch Oz dividieren und davon die Entierfunktion bilden. Da dies kein Vielfaches von Qz zu sein braucht, wird ein Rest rz;* übrig bleiben, der kleiner als Oz sein muß. Aber wie z;* ist auch rz;* Vielfaches von Orz. zi* setzt sich dann folgendermaßen zusammen: * zr * *_| “i |. 4 58 2 Z| Qz+r2} (58) mit OSrz*<r™, (59) und bezeichnet man * [zt |=z, (60) und rz;* als Vielfaches von Orz mit rz*=RZ,:Orz, (61) dann folgt z}=Z,;-0z2+RZ,-Orz. (62) Das normierte Inkrement DZ; ist mit dem Quantisierungs- schritt Qz verkniipft, so daB naheliegt, es mit Hilfe der Z; zu definieren: DZ=Z-Z;_,. (63) Beachtet man außerdem, daß nach (57) Qz = rM - Orz ist, und formt man die Gleichung (52) entsprechend um, dann erhält man mit (62) DZ, r" + RZ,=RZ,-,+ Y,- DX, (64) die Funktionsgleichung fiir die Z-Operation des digitalen Integrators. Wird die Operation zweistufig ausgefiihrt, indem zuerst PZ,=RZ,_,+Y, DX, (65) setzt und anschließend, da ja auch PZ;=DZ, r" + RZ, (66) nach (64) ist, aus PZ;/,M die Entierfunktion gebildet wird, so bekommt man unmittelbar PZ, RZ,=PZ,-DZ;'r". (68) Die Formeln (65), (67) und (68) bilden zwar ein vollständiges System, von denen aber nur die Gleichung für RZ; direkt verwendbar ist, denn weder sind Y; und DX; unmittelbar ge- geben, noch wird DZ; verlangt. Für Y; und DX; sind aller- dings die Eingabegrößen in der richtigen Form vorgegeben, so ist nach (50) (67) und DX,=(2:VDX,-1): BDX, (50) und Y; je nach Zahldarstellung im Y-Register a) im r-Komplement (29): Y=RY-(1-VY):r\ (29) b) in Betrag und Vorzeichen (32): Y,=(2-VY,—1)- BY,. (32) Entsprechend der Darstellung fiir DX; und DY; sind nun noch aus DZ; der Betrag BDZ; und die Vorzeichenfunktion VDZ; zu bestimmen. Es ist also zu untersuchen, wie aus VY;, VDX; und eventuell dem Übertrag des Z-Registers, der der Betrag BDZ; von DZ; ist, die Vorzeichenfunktion VDZ; ermittelt werden kann. Dazu sei in Gleichung (65) ¥,=SY,-BY, und DX,=SDX, BDX; gesetzt, damit PZ; auf Vorzeichenverhältnisse hin näher be- trachtet werden kann: PZ,=RZ,_,+SY; SDX,- BY, BDX,. (65a) Sowohl RZ;_, als auch BY; und BDX; sind in dieser Glei- chung nicht negativ, so daß PZ; nur negativ werden kann, wenn ein Übertrag BDZ; auftritt und wenn außerdem SY;: SDX; = —1 ist. Ist dies nicht der Fall, dann muß PZ; positiv oder gleich Null sein. Andererseits ist aber nach (66), indem DZ,=SDZ;' BDZ, eingesetzt wird, PZ,=SDZ;: BDZ;-r“ + RZ,. (66a) Hierin sind wiederum alle Größen mit Ausnahme von SDZ; nicht negativ, und es kann PZ; nur negativ werden, wenn BDZ; = Ound SDZ; = —1 ist. Zusammengefaßt kann also gesagt werden: +1, wenn BDZ,=0 oder SY,-SDX,;= +1 —1, wenn BDZ, +0 und SY,;-SDX;=—1° (69) Es ist aber SY;- SDX; = +1 nur dann, wenn beide Vor- zeichen übereinstimmen, somit also nur, wenn auch die bei- den Vorzeichenfunktionen den gleichen Wert haben, d.h. wenn von der Logik her gesehen die Äquivalenzaussage VY; = VDX,; erfüllt ist. VY; und VDX; können beide nur die Werte 0 und 1 annehmen, so daß sie als Aussagenvariable einer binären Logik angesehen werden können, und der Fall SYı'SDX; = +1 entspricht dann der Aussage A,=VY,\VDX;v VY,\VDX,=1. (70) A; kann ein arithmetischer Ausdruck 4,=VY,-VDX;+(1—-VY)-(1—VDX)=1 (71) zugeordnet werden, wenn man beachtet, daß das Komple- ment A der booleschen Variablen A dieselben Werte wie der arithmetische Ausdruck A-12A (72) hat, und Entsprechendes gilt fiir die Konjunktion A-B2AaB. (73) Die Disjunktion läßt sich über das de Morgan-Theorem her- leiten, wonach AvB=AnBal-(1-A)(i-B)=A+B-AB (74) ist. Um nun noch ähnlich für BDZ; in Verbindung mit 4; vorgehen zu können, sei eine weitere Funktion NA; einge- führt, die als Nullabfrage bezeichnet wird: 0, wenn BDZ,;=0 NA,;=4,’ nn Ai N wenn BDZ,+0 (75) Sie erlaubt, die Aussage (69) vollständig als eine logische Aussage zu formulieren: 1, wenn SDZ,= +1, und das gilt, wenn NA,=0 oder A,;=1 VDZ= 0, wenn SDZ,= —1, » (78) und das gilt, wenn NA;=1 und 4;=0 In einer Formel dargestellt ist das VDZ,=NA,;,v A, , (77) 239 bzw. in arithmetischer Form VDZ,=1—NA,-(1—4). (78) DZ, erhält man dann als DZ,=(2:VDZ,;—1)- BDZ; und RZ; hat man dann nach Formel (68). Das Formelsystem fiir die Berechnung von VDZ;, BDZ; und RZ; setzt sich somit zusammen aus den Gleichungen (19) bzw. (32), (50), (65), (67), wenn DZ; unmittelbar bestimmt werden kann; VDZ = 1(SDZ; + 1); aus (80) folgt BDZ; = SDZ; + DZ;; und schließlich (68). Wird nicht DZ; bestimmt, sondern liefert das Schaltnetz den Übertrag BDZ, dann wählt man besser das Formelsystem: (19) bzw. (32), (50), (65), (71), (79), (80) und (68). Die Realisierung der Z-Operation kann man sich ähnlich wie bei der Y-Operation vorstellen. Sie besteht aus zwei Opera- tionseinheiten, dem ‚„Z-Register‘“ und dem ,,Z-Addierer“. Die Registereinheit ist die gleiche wie beim Y-Register; evtl. besitzen beide eine unterschiedliche Länge. Der Z-Addierer hat einen Eingang mehr als der Y-Addierer, denn er hat die Ausgabewerte vom Z-Register mit den Ausgabewerten vom Y-Addierer und dem Eingangs-Inkrement DX; zu ver- knüpfen. Der gesamte digitale Integrator setzt sich dann aus den beiden Operationen, Y-Operation und Z-Operation, zu- sammen. Wie dies als Prinzipschaltbild aussieht, zeigt Bild 3. DZ; . Z-Addierer (79) DX, Yi4 DY; Bild 3. Der Aufbau des digitalen Integrators. Y Addierer Eine Bemerkung zur Formel (65) sei noch angeführt. In ihr erscheint das Produkt Y; - DX;, das sich in der Schaltung als eine Verknüpfung der Zahlen RY; - BDX; bzw. BY; BDX; äußert. RY; oder BY; sind auf jeden Fall Größen, die größer als 1 werden können. Anders ist es bei BDX,. Hier gibt es den Fall max (BDX) = 1, der sich heraushebt. Gilt nämlich diese Voraussetzung, dann kann die Multiplikation mit 1 oder 0 auch als Entscheidung angesehen werden, ob RY; bzw. BY; zu RY; addiert werden soll oder nicht, und dann kommen in der Formel (65) zur Bildung von PZ; nur Additionen vor. Ist max (BDX) > 1, dann besteht diese Möglichkeit nicht mehr, sondern es muß eine Multiplikation ausgeführt werden. 3.2 Die Integration nach der Trapezmethode Diese Methode unterscheidet sich gegenüber der Rechteck- methode, die im vorigen Kapitel behandelt wurde, nur da- durch, daß von y;* - Ax;* noch ein Anteil 4 - Ay;* : Ax;* abgezogen wird. Da nach (8) Ay =DY,-Qy (8) und nach (49) Ax* = DX; Qx (49) ist, besteht zwischen der gewünschten Form 4- Ayı* + Ax;* und der internen Darstellung im Integrator $+ DY;- DX; die Beziehung 1 1yr-Axt=1-DY;-DX;-0y:0x. 7 5 (80) 240 Subtrahiert man dies von (52) bzw. von (56), so ergibt sich 1 GZ,=GZ,_ 1+ Y;DX;—5° DY, DX;. (81) Für GZ geschieht nun dasselbe wie in 3.1, und es gelten über- all dieselben Schlüsse, nur daß anstelle des PZ;, wie es durch (65) gegeben ist, PZ=RZ,,+Y-DX—ı 5 DY; DX; (82) genommen werden muB. Eine Komplikation tritt allerdings bei der Bestimmung von VDZ; auf. Um diese zu beseitigen, sei PZ; etwas anders ge- schrieben, nämlich PZ,;=RZ,_,+FY, DX; (83) und FY=Y, 1 py. . 2 FY; tritt in (83) an die Stelle von Y;, und alles, was in 3.1 ab Formel (65a) für Y;, VY;, SY; behandelt wurde, gilt jetzt für FY;, VFY; und SFY;. Wenn VFY; bestimmt ist, dann kann A; nach (71) berechnet werden, und der weitere Rechnungs- gang erfolgt wie in 3.1. (84) Ersetzt man FY; durch Vorzeichen und Betrag FY,=SFY, BFY, (85) und entsprechend auch Y; und DY;, dann ist sry BEY, =S¥¢( BY,—}-S¥;-SDY:-BDY), (86) und nennt man den Inhalt der Klammer auf der rechten Seite EY,=BY,—5"S¥; SDY; BDY,, (87) so muß SFY,=SY,- SEY, (88) sein. Die Vorzeichenfunktion VEY; von EY; aber ist auf ähnliche Weise zu ermitteln, wie es in (46) geschah: Da der Betrag BEY; von EY; ein Betrag von Y; ist, der so begrenzt ist, daB das Register nicht überläuft, tritt ein Übertrag BDEY; = 1 dann und nur dann auf, wenn der Nullpunkt, gleichgültig von welcher Seite her, überschritten wird. Dies muß dann immer einen Vorzeichenwechsel bedeuten. Also gilt +1, wenn BDEY;=0 SEY= * 1, wenn BDEY;=1? und man erhält analog zu (44) bis (46) VEY,=1-BDE,. (89) Es ist nun SFY; = +1 nur dann, wenn die Vorzeichen von Y; und EY; übereinstimmen, oder anders formuliert: Es ist VFY; = 1 nur dann, wenn VY; = VEY;, und das bedeutet VFY,=VYAVEYVVYAVEY. (90) Die zugeordnete arithmetische Schreibweise dafür ist: VFY=VY,; VEY+(1-VY)-(1-VEY). Setzt man auBerdem (89) ein, dann ergibt sich VFY,=VY,— BDEY,-(2-VY,-1). (91) Das Formelsystem für die Berechnung von VDZ;, BDZ; und RZ; muB nun so abgedndert werden, daB statt (65) die Formel (82) benutzt wird, dann die Formel (91) eingeschoben wird und schließlich in (71) anstelle von VY; der Wert für VFY; gesetzt wird. Der weitere Ablauf erfolgt wie in 3.1. 3.3 Der Maßstabsfaktor des Z-Inkrements Mit jedem Ausgabetakt gibt der Integrator sein Ausgabe- inkrement DZ; ab. Dieses DZ; ist normiert und gibt keine Auskunft über die Größe, die es repräsentieren soll. Aller- dings muß ein Zusammenhang zwischen Az;* und den Ein- gabegrößen y;* und Ax;* bestehen, der von den Maßstabs- faktoren von y;* und Ax;* abhängen muß. Aus Formel (55) Qrz = Qx:Qy und (57) Oz =r™- Qrz bekommt man den Zusammenhang 02: r "=0x:Q0y (92) zwischen den Quantisierungsschritten der Integralfunktion z* und denen der Größen y* und Ax*. Anstelle der Normierung mit Hilfe des Quantisierungsschritts Qy, der die Formel (7) zur Folge hat, findet man noch eine andere Schreibweise: Y=fy-y*, (93) wobei fy als Maßstabsfaktor des Y-Registers bezeichnet wird. Zwischen Qy und fy besteht dann die einfache Be- ziehung fy = 1/Qy. Häufig wird die Wahl des Maßstabs- faktors fy so vorgenommen, daß er eine Potenz vor r ist: Sy = r°Y. Das hat bei ganzzahligen Sy den Vorteil, daß bei der Multiplikation mit einem solchen Maßstabsfaktor die Ziffernfolge innerhalb des Registers erhalten bleibt, sondern nur eine Kommaverschiebung bewirkt wird. Somit kann also Jy=1Qy=r” gesetzt werden. Entsprechendes gilt für jede der anderen Variablen. (Oft wird Sy als „Maßstabsfaktor‘‘ bezeichnet, obwohl das nicht korrekt ist.) Setzt man (94) und die entsprechenden Größen in (92) ein, so ergibt sich rer Mayr (94) (95) oder Sz+M=Sx+Sy, (96) die bekannte Relation zwischen den „Maßstabsfaktoren‘“. Hieraus folgt weiter: Sind Sx und Sy ganzzahlig, dann ist auch Sz ganzzahlig. Es sei nun untersucht, welche Bedingungen man an die An- zahl der Registerstellen im Y-Register N und im Z-Register M knüpfen muß. Das Fassungsvermögen des Z-Registers r” muß mindestens so groß gewählt werden, daß der maximal mögliche Wert von y;* : Ax;* in seiner normierten Form im Z-Register so viel Platz findet, daß ein entstehendes Inkrement DZ; - Oz einen Maximalwert max (BDZ) nicht überschreitet. An dieser Stelle muß festgestellt werden, wie groß die normierten Werte von y;* und Ax;* sein können. Es kann vorkommen, daß es nicht möglich ist, das Register voll auszunutzen, und weiß man, daß n die Anzahl der Registerstellen im Register ist, die stets leer bleiben, weil der Wertevorrat von Y nur N — n Stellen in Anspruch nimmt, dann gilt N-n-i N-n r <Ynax <0 , (97) Bildet man von dieser Ungleichung den Logarithmus zur Basis r und anschließend davon die Entierfunktion, so erhält man N—-n=["log Yaaıtl- (98) Diese Beziehung gibt die Möglichkeit, aus einem vorge- gebenen Ymax auf die notwendige Registerlänge N zu schlie- Ben, oder, wenn die Registerlänge bekannt ist, auf die Anzahl der Leerstellen x. Der häufigere Fall ist allerdings der, daß nicht Ymax, sondern nur das Maximum |yjmax der Funktion selbst bekannt ist, aus dem Ymax dann berechnet wird. Es geht also jetzt darum, die Gleichung (98) so zu modifizieren, daß Ymax durch einen Ausdruck in |y|max ersetzt wird. Zwischen Ymax und |y|max besteht aber die Beziehung Ymax = |y|max/Qy<Ymax + 1, und bildet man davon den Logarithmus zur Basis r, dann ist "log Yinax <’log |Ylmax — "log Qy <’log ( Yinax + 1) . (99) Da stets Ymax > O ist und r > 1, ist die Ungleichung erfüllt, so daß auch log (Ynax + D<log Ya r)="l08 Ynax +1 (100a) gilt. Beachtet man (100a), wenn man die Entierfunktion auf (99) anwendet, dann erhält man ["log Ynax] S["log |¥lmax— log Ov] <["log Ynax] +1, und das bedeutet, daß nur [log Ynax = [log |YImax —"log Qy] (101) sein kann. Anstelle von (98) kann man also die Formel N—n=['logi¥|max—"log Qy]+ 1 (102) benutzen. Nun gibt es zweifellos eine ganze Zahl & derart, daB ymax zwischen r#-1 und r* liegt: MO" S[Vlmax <<", (103) woraus k=["log|¥|max] +! (104) folgt. Aus (103) kann man entnehmen, daß k gerade die Anzahl der Stellen angibt, die |ylmax vor dem Komma besitzt. Nun ist "logQy=—Sy (105) eine ganze Zahl, die in (102) eingesetzt aus der Entierfunk- tion herausgezogen werden kann. [log |y|max] ist nach (104) aber gleich k — 1, so daB schlieBlich aus (102) die Formel N-n=k+Sy (106) entsteht. Diese Gleichung ist in etwas anderer Form bekannt. Läßt man nämlich n weg, das selbst immer größer oder gleich Null ist, dann muß aus (106) N2k+Sy (107) folgen; das ist die sogenannte Überlaufbedingung. Formel (106) erlaubt noch eine weitere Deutung von Sy. Ist N die Gesamtzahl der Registerstellen, von der die Anzahl n der leeren Stellen abgezogen wird, dann sind N — n Stellen übrig, die während der Operationen benutzt werden. Diese 241 bestehen nun aus einem Anteil von Ziffern der Zahl y, die vor dem Komma stehen, nämlich k Stellen, während noch ein Rest von N — n — k Stellen hinter dem Komma übrig- bleiben. Das müssen aber nach (106) gerade Sy Stellen sein. Für Y; liegt sicher eine obere Grenze vor, und zwar ist nach (106) N — n die Anzahl der Registerstellen, die gerade aus- genutzt wird, und die höchste darstellbare Zahl ist \"” — 1. Außerdem besteht für DX; wie für DZ; eine maximale Be- grenzung max (BDX), so daß dem Produkt yi* - Ax;* als obere Grenze der Wert r4-” - max (BDX) entspricht. Das muß aber kleiner oder gleich dem Wert sein, der durch max (BDZ) multipliziert mit der maximalen Füllung + des Z-Registers gegeben ist: max (BDZ)-r™ =max(BDX)-r""" (108) bzw. "log max (BDZ)+ M ='logmax(BDX)+N—n. (108a) Aus technischen Griinden kann es giinstig oder zweck- mäßig sein, daß sowohl das Y-Register als auch Z-Register die gleiche Lange besitzen. In diesem Falle ist N = M, das zu einem Spezialfall der Formel (108 a) führt: n="log (ma ep) max (BDZ) (109) Bei voller Ausnutzung des Y-Registers ist rn = 0, und das ist nur möglich für max (BDX)=max (BDZ). (110) Anders ist es, wenn max (BDZ) größer als max (BDX) sein soll, weil vielleicht DX durch Addition mehrerer Inkremente zu groß geworden ist, dann gibt eine geeignete Wahl von n die Möglichkeit, daß max (BDZ) durch den Integrator auf ein gewünschtes Maß reduziert wird. 4. Schlußbemerkung Über digitale Integrieranlagen (digital differential analyzers) gibt es bereits eine sehr vielfältige Literatur, in der allerdings der digitale Integrator in der Regel nur als Teil der Gesamt- anlage gesehen und seine Theorie entsprechend kurz be- handelt wird. Es sind deswegen innerhalb des Textes keine 242 Literaturhinweise gegeben worden, weil der Ansatzpunkt dieser Arbeit sich von dem bisher bekannten in der Art der Behandlung stark unterscheidet. Trotzdem soll auf die Lite- ratur hingewiesen werden, die Grundlagen für diesen Auf- satz bringt. — An dieser Stelle sei den Herren J. Preusker, P. Selbach und W. Spering gedankt, die bei der Bearbeitung dieses Themenkreises sehr geholfen haben. Literatur [1] Van der Waerden, B. L., Moderne Algebra J. Berlin - Göttingen - Heidelberg 1960. [2] Hasse, H., Vorlesungen über Zahlentheorie. Berlin- Göttingen - Heidelberg 1950. (3] Braun, E. L., Digital Computer Design. New York und London 1963. [4] Shileiko, A. V., Digital Differential Analyzers. Oxford, London usf. 1964. [5] Mayorov, F. V., Electronic Digital Integrating Computers. London. [6] Lesemann, K.J., Ziffern-Integrieranlagen, in K. Steinbuch: Ta- schenbuch der Nachrichtenverarbeitung. Berlin - Göttingen -Hei- delberg 1962, S. 1241— 1253. [7] Grabbe, E. M., Ramo, S., und Wooldridge, D. E., Handbook of Automation, Computation and Control, Volume 2. [8] Ameling, W., Ein schneller Funktionsgenerator für eine digitale Integrieranlage. Elektronische Datenverarbeitung, Heft 1, 1966, 8. 36—47, [9] Rowley, G. C., Digital Differential Analyzers. British Communica- tions and Electronics, Dez. 1958, S. 934—-938. [10] Bellomy, F., Digital Differential Analyzer. 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