Analog Computers

Reference / Paper · 1977

Ein elektronischer Koordinatenwandler ohne Diodennetzwerke und seine Anwendung bei der Messwertverarbeitung mechanischer Groessen

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A 1977 doctoral dissertation submitted to the Technische Universitat Wien by Dipl.Ing. Fritz Vogel. The work describes a novel electronic coordinate converter that converts Cartesian coordinates to polar coordinates without diode networks, using an arctangent approximation based on the hyperbolic tangent function. The dissertation covers analog and digital implementation methods, circuit design, four-quadrant operation, computational accuracy analysis, and application examples including acceleration measurement and biaxial stress analysis.

Manufacturer
Technische Universitat Wien
Author
Vogel, Fritz
Year
1977
Type
Reference / Paper
Language
German
Learning track
specific applications
Pages
94
  • Technische Universitat Wien
  • coordinate conversion
  • analog computing circuits
  • polar coordinates
  • measurement systems

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Ein elektronischer Koordinatenwandler ohne Diodennetzwerke und seine Anwendung bei der Messwertverarbeitung mechanischer Groessen

BEIRBERTATION "Ein elektronischer Koordinatenwandler ohne Diodennetzwerke und seine Anwendung bei der Meßwertverarbeitung mechanischer Größen" ausgeführt zum Zwecke der Erlangung des akademischen Grades eines Doktors der technischen Wissenschaften eingereicht an der Technischen Universität Wien von Dipl.Ing. Fritz Vogel 2460 Bruck/L., Höfleinerstr. 966 Wien, im September 1977 Es wird ein nach einem neuen Verfahren arbeitender elek- tronischer Koordinatenwandler für die Umwandlung von kar- tesischen Koordinaten in Polarkoordinaten beschrieben, der es erlaubt, bei geringen Naterialauiwand eine sehr gute Rechengenauigkeit zu erreichen. Das Rechenverfahren für die Bestimmung des Polarwinkels p aus den vorgegebenen kartesischen Zoordinaten x, y beruht auf folgendem Gedanken: Abweichend von der üblichen Anwen- dung trigonometrischer Beziehungen wird zunächst eine ein- fach zu realisierende Hilfsfunktion f() berechnet, die durch eine zweite Hilfsfunktion g(p) linearisiert wird: 9=f(p)g(p). Die Darstellung der Funktion g(p) erfolgt in einer Rechen- schaltung mit spannungsabhängigen Widerständen (Varistoren). Auf die Anwendung kostspieliger Diodenfunktionsgeber kann deshalb verzichtet werden. Das beschriebene Rechenverfahren wird mit bekannten analogen und digitalen Verfahren verglichen. Die bestehenden Vor- und Nachteile werden gegenübergestellt. Ein eigenes Kapitel ist den Rechenfehlern, ihren Ursachen und ihrer Messung gewidnet. Möglichkeiten zur Erhöhung der Rechen- genauigkeit werden aufgezeigt. Abschließend werden anhand zweier Anwendungsbeispiele die Einsatzmöglichkeiten des Koordinatenwandlers und seine Vor- teile bei der Meßwertverarbeitung mechanischer Größen be- schrieben. ME rr ken nung Herrn o.Prof.Dipl.Ing.Dr.techn. Alexander Weinmann danke ich sehr fiir die Betreuung dieser Arbeit. Herrn o.Prof.Dr.phil. Rupert Patzelt danke ich ebenfalls fiir seine Anregungen und das Interesse, das er meiner Arbeit entgegenbrachte. Weiterhin schulde ich Dank Herrn em.Prof.Dipl.Ing. Dr.techn. Adolf Slattenschek, der es mir ermöglichte, diese Dissertation an der Technischen Versuchs- und Forschungsanstalt der T.U. Wien durchzuführen, sowie Herrn Dipl.Ing.Dr.techn. Wilhelm Tauffirchen und Herrn Ing. Gerhard Benedikter für ihre wertvollen Hinweise und fruchtbringenden Diskussionen. Inhaltsverzeichnis Seite 1. Problemstellung 1 2° Bekannte analoge Verfahren für die Umwandlung von kartesischen Koordi- naten in Polarkoordinaten 4 2,1 Darstellung von Vektor-Betrag und Polarwinkel mit Hilfe von Winkel- funktionsgebern 4 Cac Annäherung der arctan-Funktion durch eine Exponentialfunktion 6 3. Digitale Verfahren für die Umwand- lung von kartesischen Koordinaten in Polarkoordinaten 11 2,4 Parallel arbeitendes Digitalrechen- werk mit Festwertspeichern als Funktionsgeber 11 3.2 Digital arbeitender Koordinaten- wandler mit Mikroprozessor 18 4. Realisierung eines neuen Koordi- natenwandlers 21 Lt Bildung des Vektor-Betrages 21 4.2 Die Darstellung des Polarwinkels 22 4.2.1 Erzeugung einer Hilfsfunktion f (p) 22 4.2.2 Die Linearisierung von f (9) 26 Seite 4.2.2.1 Der Varistor 26 4.2.2.2 Korrekturschaltungen mit Varistoren 28 4.2.3 Übergang auf Vierquadrantenbetrieb 53 4.2.4 Praktische Schaltungsausführung 34 Be * Rechengenauigkeit 49 5.1 Überblick über die zu erwartenden Fehler und Maßnahmen zur Erhöhung der Rechengenauigkeit 39 562 Messung der statischen und dyna- mischen Fehler des Koordinaten- wandlers 45 Seco Statische Fehler 45 5.2.2 Dynamische Fehler 46 5.2.3 Rauschen 47 6. Gegenüberstellung der einzelnen beschriebenen Koordinatenwandler- typen 52 7. Anwendungsbeispiele für den neuen j Koordinatenwandler 55 7.1 Beschleunigungsmessung an einen bewegten Körper mit drei Freiheits- graden (ebene Bewegung) 55 7.2 Analyse des zweiachsigen Spannungs- zustandes mechanisch beanspruchter Körper 63 8. Zusammenfassung 68 9. Literaturverzeichnis 69 Anhang: -_ ET Bilder, Schaltpläne Bild Bild Bild Bild Bild Bild Bild Bild hAw1 AA. 2 A423 A4.4 : A4.5 : A4.6 A4.7 A4.8 : Verstärkerschaltung, Typ 1: Berienschaltung von ohmschen Widerstand und Varistor im Ein- gangskreis des Operationsver- starkers : Verstärkerschaltung, Typ 2: Parallelschaltung von ohmschen Widerstand und Varistor im Ein- gangskreis des Operationsver- starkers : Verstarkerschaltung, Typ 3: Serienschaltung von ohmschen Widerstand und Varistor im Rückführungskreis des Opera- tionsverstärkers Verstärkerschaltung, Typ 4: Parallelschaltung von ohmschen Widerstand und Varistor im Rückführungskreis des Opera- tionsverstärkers Praktische Ausführung des Koordinatenwandlers : Schaltplan Vektor Betrag : Schaltplan Absolutwert, Dividierer : Schaltplan Linearisierungs- verstärker, Quadrantenschalter Seite 74 ve 76 72 78 23 80 81 Bild A4.9 Bild A4.10: Bild A411: Bild A4.12: Bild A7.4 Bild A7.2 sn Ye : Schaltplan Testsignal-Generator Schaltplan Überwachungsschaltung Schaltplan Netzteil Verdrahtungsplan : Phantomkopf und Fallmaschine für die Untersuchung von KFZ-Wind- schutzscheiben : Phantomkopf, innerer Aufbau Seite 82 83 84 85 86 87 1. Problemstellung Die elektronische Messung mechanischer Größen nimmt auf allen Gcbieten der Naturwissenschaft und Technik immer mehr an Bedeutung zu. Ein sichtbares Zeichen dafür ist die Vielzahl von Geräten, die speziell für diesen Zweck entwickelt wurden und deren Zahl laufend ansteigt. Eine wichtige Gruppe unter den mechanischen Größen nehmen diejenigen ein, die einen zeitabhängigen, vektoriellen Charakter aufweisen, also Größen, für deren Definition zwei Werte erforderlich sind: ihr Betrag und die Richtung, in der sie wirken. Die wichtigsten Vertreter dieser Gruppe sind: Kräfte, Geschwindigkeiten, Beschleunigungen, Deh- nungen und Spannungen. Diese Größen werden heute fast ausschließlich mit Hilfe elektrischer Verfahren erfaßt. Es ist deshalb naheliegend, für eine zeit- und kostensparende Auswertung dieser Meß- ergebnisse ebenfalls elektronische Geräte in Form von Analog- oder Digitalrechnern einzusetzen, die es erlauben, die Meßwerte bereits während des Meßvorganges entsprechend aufzubereiten und verschiedene Rechenoperationen durchzu- führen. Dies ist besonders dann von Bedeutung, wenn durch den direkten Vergleich des Rechenergebnisses mit der gemessenen physikalischen Größe die Aus- | wertung wesentlich vereinfacht wird, oder wenn für ein bestimmtes Ergebnis nicht der Meßwert selbst, sondern nur eine aus ihm abgeleitete Größe betrachtet werden soll. In vielen Fällen ist es sogar unbedingt erforderlich, daß gleichzeitig mit der Messung einer mechanischen Größe sofort auch eine rechnerische Auswertung vorge- nommen wird, beispielsweise bei verschiedenen Regelungs- aufgaben oder bei der Überwachung von Vorgängen oder Ver- suchen, die abgebrochen werden sollen, wenn das Ergebnis von einem vorgeschriebenen Wert zu stark abweicht. Bei diesen Auswertungen tritt häufig das Problem auf, daß ein für die Messung vorgegebenes Bezugssysten in cin anderes übergeflührt werden soll. Ziel dieser Arbeit war deshalb die Entwicklung eines elektronischen Koordina- tenwandslers für die Umwandlung von kartesischen Koordi- naten in Polarkoordinaten, unter Berücksichtigung der folgenden Anforderungen: 1) Der Rechner soll für die Erfassung rasch ver- änderlicher mechanischer Vorgänge geeignet sein, Als höchste auftretende Signalfrequenz werden 2 kHz angenomnen. 2) Der Koordinatenwandler muß in Echtzeitbetrieb arbeiten, es sollen also auch über einen längeren Zeitraum ankommende Meßdaten vererbeitet werden können. 3) Als Eingangssignale stehen die von den Meßwert- aufnehmern bzw. von den nachgeschalteten Meß- verstärkern gelieferten Analogspannungen im Be- reich von + 10 V zur Verfügung. 4) Zur Darstellung auf einem Oszillografen oder Ab- speicherung auf einem Magnetbandgerät soll die Ausgabe des Rechenergebnisses ebenfalls in Form von Analogspannungen im Bereich von + 10 V er- folgen. 5) Für eine gleichzeitige Registrierung der Meß- signale und der Auswerteergebnisse muß die Aus- gabe der Rechenergebnisse kontinuierlich und simultan erfolgen 6) 7) 8) -~ 4 - Die Rechengenauigkeit des Koordinatenwandlers soll im Interesse einer preisgiinstigen Reali- sierung an die Genauigkeit der zum Einsatz kommenden Meßwertaufnehmer und Registriergeräte angeglichen sein. Der maximale Rechenfehler soll 1 % vom Endwert nicht überschreiten. Die Bedienung des Gerätes muß möglichst einfach sein und ohne besondere Einschulung durchgeführt werden können. Durch entsprechende Zusatzeinrichtungen soll einerseits eine rasche Funktionskontrolle des Rechners und andererseits die Anpassung an verschiedene Meßprobleme möglich sein. Für die Verwirklichung der oben angeführten Punkte wurde ein Koordinatenwandler in Analogtechnik entworfen, .bei dem die Darstellung des Polarwinkels nach einer neu- artigen Methode erfolgt. Das Arbeitsprinzip dieses Koordinatenwandlers wird in Kapitel 4 näher beschrieben, 2. Bekannte anslope Verfahren für die Umwandlung von kartesischen Koordinaten in Polarkoordinaten 2.1. Darstellung von Vektor-Betrag und Polarwinkel mit Hilfe von Winkelfunkti.onsgebern Die Umwandlung von kartesischen Koordinaten in Polar- koordinaten ist in der Analogrechentechnik und Meßwert- verarbeitung ein häufig wiederkehrendes Problem. Man findet deshalb in der Fachliteratur eine Reihe von Rechen- schaltungen, die speziell für die Lösung dieser Aufgabe entwickelt wurden. In /18/ wird eine Rechenanordnung beschrieben, die die trigonometrischen Beziehungen zwischen kKartesischen Koordinaten und Polarkoordinaten ausnützt. Wie Bild 2.1.1 zeigt, kann der Vektor-Betrag r aus zwei Teilkomponenten zu- y i > sammengesetzt werden: < > of A 4. \ 4? % | Y N B } Bild 2.1.1 r= x.cosy + y.sinp (sisi) Weiters gilt fiir die Strecke AB in Bild 2.1.1: AB = x.siny = y.cosy oder O = x.sinp - y.cosp = F(p) (2,1,2) Mit Hilfe dieser Beziehung kann der Polarwinkel p be- réchnet werden. = x sinw Y Vv x.cCOSY y.sinp y.cosp F (y) \ x Gi x Bild 2.1.2: Rechenschaltung zur Transformation von kartesischen Koordinaten in Polarkoordi- naten. Durch die beiden Winkelfunktionsgeber und die Multipli- zierer M i und M 4 wird die Hilfsfunktion F (p) erzeugt, die an den Eingang des Regelverstärkers Vp gelegt wird. Dieser Verstärker regelt seine Ausgangsspannung Uy so lange nach, bis F (») entsprechend der Gleichung (2.1.2) Null geworden ist. Die Spannung U entspricht dann dem Polarwinkel 9. Mit dieser Rechenschaltung lassen sich extrem hohe Rechengenauigkeiten erzielen. Bei günstiger Aussteue- rung der Koordinatenwandlereingänge können Fehler <0,1 % erreicht werden. Allerdings hat dieses Rechenverfahren den Nachteil, daß die Genauigkeit nur durch einen sehr hohen Schaltungs- aufwand (vier Multiplizierer, zwei Diodenfunktionsgeber) erreicht werden kann. Die Verwendung dieser Rechenan- ordnung erscheint deshalb nur dann sinnvoll, wenn dic gebotene Genauigkeit voll ausgenützt werden kann und wenn die Kosten sekundäre Bedeutung haben, wie dies zum Beispiel bei großen Präzisionsrechenanlagen der Fall ist. Weiters muß als Nachteil die Tatsache erwähnt werden, daß der Rechner beim Einschalten oder bei Übersteuerung instabil werden kann. Die Gleichung (2.1.2) ist nämlich nicht nur für einen einzigen Wert erfüllt, sondern auch für alle weiteren Winkel Es 1äßt sich zeigen, daß von allen Lösungen der Glei- chung (2.1.2) nur diejenigen stabil sind, für die die Bedingung [| > 0 (2,4,3) K dp erfüllt ist. Der Rechner muß deshalb durch eine Rückholschaltung er- gänzt werden, die den Ausgang des Regelverstärkers Vp automatisch auf Null setzt, sobald der Differentialaus- druck in Gleichung (2.1.3) negativ wird. 2.2. Annäherung der arctan-Funktion durch eine Exponentialfunktion Bei der Koordinatentransformation ist eine exakte Be- rechnung des Polarwinkels p mit Hilfe der arctan- Funktion praktisch nicht möglich. Die Ursache dafür - 7 - liegt in dem unendlich großen Dynamikbereich, den der Quotient z für einen Polarwinkel O < p <90° zu über- streichen hat. Es gibt jedoch ein sehr einfaches Ver- fahren, bei dem der arctan durch eine Exponentialfunktion angenäöhert wird /34/. Die Funktion yya 5 T Zs . — ; aa 1,2125 (2.2.4) folgt im Bereich O sz = E mit sehr guter Genauig- keit der arctan-Funktion. Den Fehlerverlauf der Näherung, aufgetragen über dem Polarwinkel 9 , zeigt Bild 2.2.1. 0,8 0,6 | = 0,4 a : f \ 63 / N Fo VA \ | {2 3 4 \so 60 7 feo 90 -02 7 7 N ~ WA WA -0,8 % grad v——— Bild 2.2.1: Fehlerverlauf der Näherungsfunktion Da sowohl im Zähler als auch im Nenner von Gleichung (2.2.1) der Ausdruck (#)° steht, erfolgt die Dar- stellung der Funktion z am einfachsten in einer Rechenschaltung mit Rückkopplungszweig. 1) Das Bild 2.2.2 zeigt den Aufbau einer solchen Rechen- anordnung« YO x0-—— 02x arctan(2 -) Tt he leet than \j—_—-———--=- 2 Bild 2.2.2: Implizierte Rechenschaltung zur Erzeugung einer Näherungsfunktion für den arctan Die Schaltung arbeitet nach folgendem Prinzip: Am Ausgang des Multiplizierers erscheint ein Signal zei, (2)? (2.2.2) Dieses Signal z wird von einer konstanten Größe subtrahiert: 1) Diese Schaltungen werden in der Literatur häufig auch als "implizite Rechenschaltungen" bezeichnet. Einsetzen von u in Gleichung (2.2.2) liefert: = (EL ya 2 = (5 Zz) e Cs) bzw. Os E + Cod = 5 (=)* n und daraus folgt die gesuchte Beziehung Tt Zs ae 1+ A Der große Vorteil dieser Rechenschaltung liegt in ihrem einfachen Aufbau, wodurch sie besonders gut geeignet erscheint für die Verwendung als Rechner-Baugruppe in der Meßwertverarbeitung. Es werden heute von mehreren Bauteile-Herstellern Module angeboten, die es erlauben, den Dividierer, den Exponentialfunktionsgeber und den Multiplizierer in Bild 2.2.2 durch einen einzigen Multifunktionsbaustein zu ersetzen /8/,/9/.Mit diesen Bausteinen lassen sich äußerst preisgünstige Rechenschaltungen mit relativ guter Genauigkeit herstellen. Bei einer praktisch er- probten Schaltung wurden für den Bereich O <p < 90° Fehler besser als 1 % gemessen. Leider besitzen diese Rechenschaltungen auch eine Reihe von Nachteilen, die ihre Einsatzmöglichkeiten sehr stark einschränken: 1) Es können nur positive Eingangssignale verarbeitet werden, d. h. es können nur Winkel im 1. Quadranten berechnet werden. r 2) Die Frequenzbandbreite ist sehr stark von der Höhe der Eingangsspannungen abhängig und sinkt sehr rasch mit kleiner werdenden Eingangssignalen /8/. Wie alle Rechenanordnungen mit Rückkopplungs- zweigen neigt auch die oben beschriebene Schaltung zum selbständigen Schwingen. Diese Schwingungen müssen durch geeignete Korrekturen des Frequenz- ganges, Z« B. durch Einfügen eines Tiefpaßfilters in den Rückkopplungszweig unterbunden werden. In der praktisch erprobten Schaltung mußte ein RC-Filter mit einer Zeitkonstante T = 2.10”? sec vor den Eingang des Summierers Vi (Bild 2.2.2) gelegt werden. Durch dieses RC-Glied wird jedoch die Frequenzbandbreite der Rechenschaltung noch weiter reduziert (- 0,5 dB Grenzfrequenz: 470 Hz). 3. Digitale Verfahren für die Umwandlung von kartesischen Koordinaten in Polarkoordinaten 3.1 Parallel. arbeitendes Digitalrechenwerk mit Festwertspeichern als Funktionsgeber Vergleicht man verschiedene analoge und digitale Rechen- verfahren, so scheint für den Aufbau eines Koordinaten- wandlers ein parallel arbeitendes Digitalrechenwerk am besten geeignet zu sein, weil es die Rechengeschwindig- keit der Analogtechnik mit den Vorteilen der Digital- rechner vereinigt, ohne daß jedoch die Nachteile der Analogrechentechnik, wie zum Beispiel Drift, schlechte Langzeitstabilität, begrenzte Rechengenauigkeit u.s.w. /40/, mit in Kauf genommen werden müssen. Trotzdem konnten bis vor kurzer Zeit parallel arbeitende Rechen- werke schon allein aus Kostengründen nicht in Erwägung gezogen werden. Durch die technologischen Fortschritte bei der Her- stellung schneller Festwertspeicher mit großer Kapa- zität gewinnt dieses Rechenverfahren jedoch immer mehr an Bedeutung. Ein Lösungsvorschlag für einen Koordi- natenwandler, der nach diesem Prinzip arbeitet, soll deshalb im folgenden diskutiert werden. Bild 3.1 zeigt das Blockschaltbild eines Koordinaten- wandlers mit parallel arbeitendem digitalen Rechenwerk, wie es für die Verarbeitung mechanischer Meßgrößen ver- wendet werden könnte. Die in analoger Form zur Verfügung stehenden Eingangssignale x und y müssen zunächst in parallele Digitalzahlen x*, y* umgewandelt werden. Im Blockschaltbild sind vor den Analog-Digital-Wandlern noch zwei "Sample and Hold-Verstärker" eingezeichnet, die folgende Aufgabe zu erfüllen haben. Da die AD-Kon- verter eine bestimmte Zeit benötigen um das Eingangs- signal zu digitalisieren, würde bei raschen Meßvorgängen 12 - * -ULOYUITSÄSIASMISAFT pun NIIMUSYI9LTEITZTA SIOTPUCMUSFLUTPIOON SSUTO PITAFTEUOSNDOTE :1°S PITE { 06 ic Ana eujs2le —=q ONNMNNENY3 u NN yaHdızas ] an | Pr an 2190) ier <a ~ LWSMLS2d e's 7 A | ji; I dx ubıg NE 0 a T YDIONYM UINYYLSU3A i j N3H9134S x -av [7 a Dr A) (#4) -1u3Mis34 |* + ; _ | | BAZ Aza MSIONVM IL run a yaUBIAWNS YOLVYBNZ9 -vüo “a U3HII34S ( Ay x) -13711VUVd -yanals. u! f ! A 2%) ze . x uBiS YINYYISUIA ss Y3H2124S a a ‚-010H ir = x . ayeuBbiseyidig “pdt QA Sx -lyaMisza | * N 3WAVS ajeubisGoyeuy A’ af AY x eine Änderung des Signalpegels während dieser Konver- sionszeit zu Umsetzfehlern führen. Die vorgeschalteten Sample and Hold-Verstärker übernehnen jedoch zu einen bestimmten Zeitpunkt das Meßsignal und halten es während der Konversionszeit konstant. Ist die Umsetzung beendet, erhält der SH-Verstärker erneut den Befehl, das Ein- gangssignal abzufragen. Nach der Umsetzung der Eingangsgrößen erfolgt die weitere Berechnung der Polarkoordinaten in digitaler Form. Zur Erzeugung der nichtlinearen Funktionen (Quadrierer, Radizierer, inverse: Winkelfunktion) werden Festwert- speicher verwendet, die als "elektronische Wertetafeln" arbeiten. Über die Adress-Eingänge der Speicher werden die Variablen eingegeben, die Speicherinhalte geben dann die dazugehörigen Funktionswerte wieder. Der Speicherplatzbedarf Ng für eine derartige Funktions- werttabelle wird durch die gewünschte Auflösung und da- mit durch die verwendete Bit-Anzahl bestimmt. Für eine Wortlänge von n Bit sind n.?” Speicherzellen erforder- Ich» Ne = wg (3.1) Auch ein Dividierer-Rechenwerk kann mit Hilfe eines Festwertspeichers aufgebaut werden, wenn die Division auf das Produkt aus Dividend und dem Kehrwert des Divisors umgeformt wird. Die digitale Multiplikation wird dann zum Beispiel durch fortgesetzte Addition in einem Parallelrechenwerk ausgeführt, während die reziproken Werte des Divisors wieder einem Halbleiter- speicher entnommen werden. Die auf diese Weise berechneten Polarkoordinaten r und % werden durch zwei Digital-Analog-Wandler wieder in Analogsignale zurückverwandelt und können einem entsprechenden Registriergerät zugeführt werden. Der größte Vorteil dieses Rechenverfahrens ist seine hohe Arbeitsgeschwindigkeit. Sie wird praktisch nur durch die Konversionszeit der Analog-Digital-Wandler bestimmt und. liegt für handelsübliche Typen, je nach der Bit-Anzahl, im Bereich von einigen Mikrosekunden. Die Rechenzeit der Addierer (ca. 60 ns) und die Zugriffszeit der Speicher (ca. 50 ns bei TIL- Speichern) sind demgegenüber ~ auch wenn man beachtet, daß sich die Rechenzeiten der einzelnen arithmetischen Stufen addieren - zu vernachlässigen. Als weiterer Vorteil kommt hinzu, daß für die Durch- führung der Rechenoperationen keine Takt- und Steuer- signale benötigt werden. Das Rechenwerk arbeitet also, ebenso wie im Analogrechner, in Echtzeit. Eine Ab- speicherung von Ergebnissen zwischen den einzelnen Rechenschritten ist deshalb nicht erforderlich. Der große Nachteil eines Koordinatenwandlers auf der Basis eines parallel arbeitenden Digitalrechenwerkes liegt in dem hohen erforderlichen Schaltungsaufwand — und damit verbunden - in den hohen Materialkosten. Diese werden einerseits durch die Datenwandler an den Ein- gängen und Ausgängen des Rechners verursacht und andererseits durch den großen Speicherbedarf, der nach Glg. (3.1) exponentiell mit der verwendeten Bit-Anzahl ansteigt. Die erforderliche Bit-Anzahl richtet sich bei vorge- schriebener Genauigkeit des Rechenergebnisses in erster Linie nach dem Auflösungsvermögen der einzelnen Funktionstabellen. Dieses ist jedoch wegen der nicht- linearen Zusammenhänge zwischen den Variablen und ihren Funktionswerten und wegen der erforderlichen Skalierungsfaktoren wesentlich schlechter als das Auflösungsvermögen der AD-Wandler.. *(4{cempug-syotedeg wep ne YOTS woyetzsq o4tem-—% usueqeSesue eTtq) *Tyezuy- {tq op UOA 4TeyStTSuey -07 UT USTTEgeg44Xamsuoryyung pun ceTpuemM-qy Zep ueSouzeasSunsotiny :T’C OTTOAEL - 15 - gor-soT | % SE*O % 6£°O % £200*0 Ä % St00*O 97 ‚or se‘z % 04*0 % 340 % ztoco | % 900°0 WT ! | „or’eo't % Tr‘ T % 95° T hm | % moto ; et | „Or'zott | % 18%? % 2t°S % 02°0 % OO OT | ‚or"So*2 % €9*5 % 529 % 8450 | % 680 8 | 2°u = “u SUTSOLTE « “ = q |e/ ° A = B* ue = | | z3ae3 Ssteyotodsızaemgser | -SUOTINUNT-UTSITE TOLSTZTpey AILIHTIPENd | Cou \ = Ao. 2 H N j Fy | soutSs repsq | usTTagesuorgaund A9TPUeM-aAY 1yezuy | -U9TTIZIIAUITSÄg iep uSFOouIsAasgunsaoTFny saTeuTuTu aap ZuimsoTmy | STE In Tabelle hangigkeit von der Bit-Anzahl zusammengestellt. Eine 4.1 sind die theoretischen Werte in Ab- weitere Spalte in Tab. 3.1 gibt den benötigten Speicher- platzbedarf an. Ist z. B. ein Auflösungsvermögen von 1 % gefordert, so ergibt sich daraus eine Wortlänge von 14 Bit. Für einen nach Bild 4.1 aufgebauten Koordinatenwandler wäre dann 6 Ara ss Speicherplatzen eine Gesamtspeicherkapazitat von ca. 10 (bzw. 85 K-Bytes) erforderlich. Ein Festwertspeicher mit einer derart großen Speicherkapazität ist jedoch auch beim heutigen Entwicklungsstand mit so hohen Materialkosten verbunden, daß dieses Rechenverfahren nur in solchen Sonderfällen zur Anwendung gelangen wird, wo höchste Rechengeschwindigkeit verlangt werden muß. Der erforderliche Speicherplatzbedarf läßt sich sehr stark reduzieren, wenn die nichtlinearen Funk- tionen durch lineare Interpolation erzeugt werden /30/. Es müssen dann nicht mehr alle für eine gewünschte Auflösung erforderlichen Funktionswerte abgespeichert werden, sondern nur mehr geeignet ausgewählte "Stütz- stellen" (Bild 3.2). Zur Ermittlung der einzelnen Funktionswerte wird die nachfolgende Interpolations- formel angewendet: f(x,) - £(Xp) f (x) =f (xy) + (x-X9) (3.2) | “7 *0 Für die praktische Realisierung ist es bequemer, diese Gleichung in etwas abgewandelter Form zu verwenden: f (x) =f (xX) + (x-Xp) . tana (3.3) ox 47 m mit f(x,) - f(x,) tan a = A 2 (3.4) X4-XQ_ Im Bild 3.3 ist das Blockschaltbild eines nach diesem Prinzip arbeitenden Tunktionswertgebers dargestellt. f(x)A f(x) b u a X0,%,....Stützstellen f (X 9) > Af =f(x)-f(x) Xo | X x x Bild 3.2: Lineare Interpolation Der bei der Approximation auftretende Fehler Af=f (x) - f (x) (3.5) kann durch die gewählte Anzahl der Stützstellen und durch die Optimierung ihrer Lage auf der Abszisse an die erforderliche Rechengenauigkeit angepaßt werden. Dieses Verfahren erfordert zwar gegenüber dem erst- genannten eine wesentlich geringere Speicherkapazität, der Aufwand an Logikkomponenten (Multiplizierer, Subtrahierer usw.) ist jedoch wesentlich höher. Beide Verfahren unterscheiden sich deshalb in den Gesant- kosten nur unwesentlich. DEKODIERUNG (STUTZSTELLEN - AUSWAHL } Xo xX jp % % X; FESTWERT- FESTWERT- PARALLEL- SPEICHER I SPEICHER II SUBTRAHIERER tan a f(x,) X- Xp tan a PARALLEL f (Xo) PARALLEL - MULTIPLIZIERER -{ SUMMIERER (x-x,).tan a j—t> f (x) Bild 3.3: Blockschaltbild des Funktionswertgebers 4.2 Digital arbeitender Koordinatenwandler mit Mikroprozessor Durch den Einsatz eines Mikroprozessors als Rechenelement ergibt sich eine weitere Möglichkeit, einen digital ar- beitenden Koordinatenwandler aufzubauen. Unter dem Ausdruck Mikroprozessor ist ein System aus einem oder mehreren LSI-Bausteinen zu verstehen, dessen Kern durch die sogenannte Zentraleinheit (CPU) gebildet wird. Diese Zentraleinheit beinhaltet im wesentlichen eine arithmetische Einheit, verschiedene Arbeits- register und die Ablaufsteuerung. Um ein arbeitsfähiges System zu erhalten, muß die CPU-Einheit durch Pro- gramm- und Arbeitsspeicher und durch Ein-Ausgabeein- heiten ergänzt werden. Es ist eine kennzeichnende Eigenschaft aller Nikro- prozessor-Systeme, daß Programminstruktionen sequentiell ausgeführt werden, wodurch die Durch- führung komplexer Berechnungen grundsätzlich langsamer = 35 « vor sich gehen muß als bei fest verdrahteten Logik- Netzwerken. Zusätzlich führt die sequentielle Arbeits- weise zu einer diskontinuierlichen Darstellung der Rechenergebnisse. Die Rechengeschwindigkeit eines Mikro- prozessors ist deshalb das wichtigste Eignungskriterium, wenn er für die Meßwertverarbeitung dynamischer Vorgänge eingesetzt werden soll. Im Gegensatz zum Analogrechner und zu parallel arbei- tenden Digitalrechnern, wo die maximale Rechenge- schwindigkeit für ein bestimmtes Problem relativ leicht abgeschätzt werden kann, ist das beim Mikroprozessor wesentlich schwieriger, weil hier die effektive Rechen- geschwindigkeit durch das Zusammenwirken mehrerer Faktoren bestimmt wird. Es sind dies im wesentlichen: a) die maximale Taktfrequenz bzw. die kürzeste Zykluszeit b) die Leistungsfähigkeit des Instruktionssatzes eines Mikroprozessors c) die Anzahl der Speicher-Adressiermöglichkeiten d) die verwendete Herstellungstechnologie e) die Leistungsfähigkeit der Ein- und Ausgabe- schaltkreise f) die zur Verfügung stehende Programmspeicher- kapazität, durch die die anwendbare Software bestimmt wird. Als Grundlage für die Abschätzung der erforderlichen minimalen Rechengeschwindigkeit eines Mikroprozessors werden die in Kap. i genannte maximale Signalfrequenz von 2 kHz und ein maximaler Rechenfehler von ca. 1 % angenommen. Zur Erzielung dieser Rechengenauigkeit müssen pro Periode des Eingangssignales mindestens hundert Funktionswerte berechnet werden. Damit ergibt sich pro Funktionswert eine maximale Rechenzeit von ca. 5 us. Im Vergleich dazu benötigt ein in MOS-Technologie her- gestellter Standard-Mikroprozessor für die Durchführung einer Hultiplikation zweier 8-Bit-Binärzahlen bis zu 1800 us /28/ . Durch spezielle Berechnunssalgorithnmen und durch Verwendung von bipolaren Bausteinen kann .diese Zeit jedoch um bis zu drei’ Zehnerpotenzen herabge- setzt werden. Für die Gesamtrechenzeit einer Koordi- natentransformation, bei der ja verschiedene Rechenvor- gänge nacheinander ausgeführt und Zwischenergebnisse abgespeichert werden müssen, lassen diese Zahlenwerte Jedoch erkennen, daß die oben genannte Zeit von 5 us nur sehr schwer erreichbar ist. Neben dieser Tatsache muß beachtet werden, daß gerade der größte Vorteil eines Nikroprozessors, nämlich seine Flexibilität, bei einem "Einzweckrechner" wie ihn der Koordinatenwandler darstellt, überhaupt nicht genutzt wird. Für die Durchführung komplexer Rechenvorgänse im Echt- zeitbetrieb erscheint deshalb der Mikroprozessor auf seinem derzeitigen Entwicklungsstand noch wenig ge- eignet zu sein. Es muß jedoch erwähnt werden, -daß gerade auf diesem Gebiet durch die Anwendung neuer Herstellungstechnologien und durch die Weiterent- wicklung von teilweise bit-parallel arbeitenden Prozessoren ("Array-Processors") für die nahe Zu- kunft mit großen Fortschritten in bezug auf Rechen- geschwindigkeit und Kostenaufwand gerechnet werden darf. 4. Realisierung eines neuen Koordinatenwandlers 4.1. Bildung des Vektor-Betrages Die Rechenschaltung für die Berechnung des Vektor- Betrages r aus den Eingangskoordinaten x und y ist eine direkte Realisierung der Gleichung re x +y ae oe Sie weist keine schaltungstechnischen Besonderheiten auf. Im Bild 4.1.1 ist das Blockschaltbild des Rechners dargestellt. x2+y2 Bild 4.1.1 Die beiden Eingangsgrößen x und y werden zunächst in zwei Multipliziererstufen quadriert und die Qua- drate dann in einer Addierstufe aufsummiert. Der nach- folgende Inverter gleicht die am Summierausgang auf- tretende Vorzeichenumkehr wieder aus. Als letzte Stufe folgt dann ein als Radizierer geschalteter Dividierer, der entsprechend der Gleichung (4.1.1) die Wurzel aus der Quadratsumme bildet. Bei der Schaltungsauslegung für diesen Rechner muß beachtet werden, daß der Vektorbetrag r auch als Eingangsvariable für die Bestimmung des Polarinkels p benötigt wird. Es wird sich daher jeder Fehler bei der Berechnung von r auch im Gesamtfehler bei der Be- rechnung von p auswirken. Aus diesem Grund wurden für die Quadricrer und für den Radizierer Präzisionsrechen- bausteine verwendet. 4.2. Die Darstellung des Polarwinkels » 4.2.1. Erzeugung einer Hilfsfunktion f (9) In dem folgenden Abschnitt der Arbeit soll eine neue Methode zur Berechnung des Polarwinkels untersucht werden, die es erlaubt, mit geringem Schaltungsaufwand eine sehr gute Rechengenauigkeit zu erreichen. Das Verfahren beruht auf folgendem Grundgedanken: Man verwendet fiir die Berechnung des Polarwinkels nicht, wie üblich, die Beziehungen p= arctan 2 oder 9° = arcsin = sondern bestimmt 9 in zwei Schritten. Zunächst wird eine Hilfsfunktion f (9) berechnet: f(y) = et (Hsu) 1 + sing Die so gebildete Funktion f (9) wird in einem weiteren Rechenschritt durch eine zweite Hilfs- funktion g (») linearisiert: fCp).g Cp) =K wy (4.2.2) K ... Maßstabsfaktor Diese Methode bringt eine Reihe von Vorteilen mit sich: 1.) Die Funktion f (9) läßt sich sehr einfach und ohne die Verwendung teurer Winkelfunktions- geber realisieren. Nach Bild 2.1.1 ist nämlich cos p ti Bx sin p i His Somit erhält man aus Gleichung (4.2.1) f(y) = — (4.2.3) r¢+y Die Bestimmung von f (9) kann also auf eine einfache Division zurückgeführt werden. 2.) Die Funktion f (9) besitzt nur eine sehr schwache Krümmung und ändert deshalb ihren N \ 085r—- IT \ f(y) INS 06 \ N NA Bild 4.2.1: 02 | NX Verlauf von f (9) N im ersten Winkel- quadranten 0 is 30 45 60 75 90 4.) Wert nahezu proportional mit dem Polar- winkel » . (Die maximale Abweichung von der Geraden beträgt etwa 8 %; siehe Bild 4.2.1). An die Korrekturschaltung für die Linearisierung von f (9) müssen deshalb keine hohen Anforderungen gestellt werden. Wieim nächsten Kapitel gezeigt werden wird, läßt sich diese Korrektur- schaltung mit nur einer Operationsver- stärkerstufe aufbauen. Wie aus Gleichung (4.2.1) zu ersehen ist, ist f Cp) und damit auch die nachfolgende Korrekturfunktion g (9) unabhängig vom Ab- solutbetrag des Vektors bzw. unabhängig vom Betrag der Eingangsgrößen x und y. Die Korrekturschaltung ist daher immer optimal ausgesteuert, wodurch sich trotz eines ein- fachen schaltungstechnischen Aufbaues eine hohe Rechengenauigkeit erzielen läßt. Der Rechner für die Bestimmung von p ist von seiner Struktur her eine Aneinander- reihung einzelner Rechnerstufen. Schwingungs- neigungen, wie sie z. B. durch die Rück- führungsschleifen der inplizierten Schaltung nach Kapitel 2.2 entstehen, werden hier also von vornherein ausgeschaltet. Demzufolge tritt auch keine Reduzierung der Frequenz- bandbreite durch schwingungsdämpfende Filterglieder auf. Das Bild 4.2.2 zeigt das komplette Blockschaltbild des Rechners fiir den ersten Winkelquadranten C¥ FO, y>0). Im unteren Bildteil ist der Verlauf der Signalspannungen aufgetragen über dem Winkel y- dargestellt. Das Diagramm a) zeigt die Ausgangsspannung des Divi- dierers, die der Funktion f (9) entspricht. Diese Spannung wird in der nachfolgenden Rechnerstufe lineari- siert (Bild b) ). Die Spannung U, wird anschließend noch invertiert und zu einer konstanten Größe 5 addiert. Es ergibt sich dann der gewünschte Spannungsverlauf entsprechend Kurve c). a -u2=flp). gly) ro—Jh yo-Jı Uy| -Up | U3! 17 4 1 b) c) 05- 0,51 0,54 S 2 i 2 2 L vo i 7 Bild 4.2.2: Blockschaltbild des Rechners ftir die Be- stimmung des Polarwinkels p » 4.2.2. Die Lineerisierung von f (¥) 4.2.2.4. Der Varistor Wie im nächsten Kapitel gezeigt werden soll, lassen sich mit spannungsabhängigen Widerständen (Varistoren) äußerst einfache Korrekturschaltungen zur Lineari- sierung der Hilfsfunktion f (») aufbauen. Die Einsatzmöglichkeit von Varistoren in der Analog- rechentechnik ist seit langem bekannt. Schon vor zwanzig Jahren wurden in der Literatur eine Vielzahl von Rechen- schaltungen wie Multiplizierer, Radizierer, Winkelfunk- tionsgeber u. s. w. angegeben, die mit Varistoren reali- siert wurden /7/,/22/.Alle diese Schaltungen hatten je- doch gemeinsam, daß sie - bedingt durch die Spannungs- Stromcharakteristik der Varistoren - relativ hohe Be- triebsspannungen’von einigen hundert Volt erforderten, was allerdings bei den damals ausschließlich verwende- ten Röhrenschaltungen durchaus kein Nachteil war. Durch die zunehmende Transistorisierung in der Analogrechen- technik und dem damit verbundenen Übergang zu geringe- ren Betriebsspannungen verloren Rechenschaltungen mit Varistoren trotz ihrer bestechenden Einfachheit immer mehr an Bedeutung. Scheinbar erst durch die Erfordernisse der heutigen Konsumelektronik wurde die Halbleiterindustrie ange- regt, Varistortypen zu entwickeln, die auch bei niede- ren Betriebsspannungen arbeiten. Es stehen deshalb heute eine Anzahl von Typen zur Verfügung, die in dem bei Analogrechnern üblichen Arbeitsspannungsbereich von + 10 V eingesetzt werden können /10/ . Bevor jedoch auf die Schaltungstechnik eingegangen wird, sollen zunächst die Eigenschaften von Vari- storen näher betrachtet werden. we we Varistoren sind Widerstände mit nichtlinearer Spannungs- Strom-Kennlinic. Die nichtlineare Charakteristik kann mit guter Näherung durch folgende Gleichung beschrieben werden: Uexk. (4.2.4) Darin ist U die am Varistor anliegende Spannung, J ist der Strom, der durch den Varistor fließt, K ist ein dimensionsbehafteter Proportionalitätsfaktor, der Exponent m charakterisiert die Nichtlinearität der Kennlinie. Im Bild 4.2.3 ist durch die Kurve J der typische Ver- lauf einer Varistorkennlinie dargestellt. Bei der Dimensionierung von Analogrechenschaltungen ist es jedoch oft bequemer, nicht mit Gleichung (4.2.4) zu rechnen, sondern direkt den spannungsab- hängigen Widerstand des Varistors zu betrachten. Dieser Widerstand R,. kann aus der Gleichung (4.2.4) V und dem ohm’schen Gesetz abgeleitet werden. Aus U=K.a™ folgt ts / mo» damit wird 3,8 U YV m-1 B I Ein typisches Beispiel für den spannungsabhängigen Widerstand eines Varistors zeigt die Kurve Ry in Bild 4.2, 3% 0,5 r mn —4 5 04 ; 10M 4 2 R J 03 im Y -— 500 YINY I 0,2 Di {00K Ry Lene i *o 0,1 10K va a 4 2 0 1K -0,1 LZ -0,2 -0,3 / -04 -0,5 -0-8 -6 -4 -2 0 2 4 6. 8 V 0 U ——t> Bild 4.2.3: Strom- und Widerstandscharakteristik eines Varistors 4.2.2.2. Korrekturschaltungen mit Varistoren Es ist ein naheliegender Gedanke, den Varistor als spannungsabhängigen Widerstand in den Eingangs- oder Rückführungszweig eines Operationsverstärkers einzu- fügen, um so verschiedene Funktionskurven nachzubilden. Wie durch praktische Versuche bestätigt wurde, lassen sich mit nur vier verschiedenen Operationsverstärker- Grundschaltungen eine Vielzahl von Funktionen reali- sieren, wenn die Widerstandsparameter der Verstärker- schaltungen geeignet variiert werden bzw. wenn man mehrere Schaltungstypen miteinander kombiniert. - 29 - Die Bilder A41 bis A44 im Anhang zeigen die vier untersuchten Verstärkertypen mit ihren charakteristi- schen Kurvenscharen. Betrachtet man nun als speziellen Fall die Lineari- sierung von f (pP), so kann nach Bild 4.2.2 für die Eingangsspannung der gesuchten Korrekturschaltung an- geschrieben werden: U,=K.£(py)=K, ER. (4.2.6) 1 + sing Ky eos MaBstabsfaktor Fiir die Ausgangsspannung U, der Korrekturstufe wird entsprechend Bild 4.2.2 b) gefordert: -U, = Ky . (1 - ) (4.2.7) via | Aus den letzten beiden Gleichungen läßt sich demnach die gewünschte Korrekturfunktion g (») definieren: p . _ (1- —) (1 + sing) -U, K, (1 =) 3 g(p) = Fl = Ky (4.2.8) 4 K, ee cos p 1+sinp Die Funktion g (p) nimmt für 95 die unbestimmte Forn 2 an. Zur Lösung der Gleichung wählt man den Ansatz: 8 (9) =} (4.2.9) p Nach der Regel von 1’Hospital /6/ gilt dann we Cols in BBD (4.2.10) ow = gu EE Cy) 2 2 Damit wird aus Gleichung (4.2.8) ling(9)- K, = 9—— + 2 CH 24945 Für die praktische Realisierung der Korrekturfunk- tiong (y) ist es günstiger, die Aus- gangsspannung U, 10 nicht als Funktion V von $ , sondern als 8 LZ Funktion der Ein- “U2 ra gangsspannung U 6 ff auszudrücken. Man Fa erhalt diesen Zu- n X sammenhang, wenn Fa man Gleichung / (4.2.6) in (4.2.7) 2 einsetzt. / Der Verlauf von 0 2 4 6 u, 8 V 10 -U, = U, (U) ist in Bild 4.2.4 dar- gestellt. Bild 4.2.4: Abhängigkeit der Spannung U, von der Eingangs- spannung UL Vergleicht man Bild 4.2.4 mit den Bildern A4.1 bis A4.4 im Anhang, so ist zu erkennen, daß für eine - 31 - Korrekturschaltung am besten die Verstärkerschaltung Typ 4 geeignet ist. Sie wird hier noch einmal kurz skizziert. Rz _ Ry-R2 Rı 4 Rest oo} Ry Uy “Us Korrekturschaltung Die Ubertragungsfunktion dieser Verstarkerschaltung ist gegeben durch -U, Rp ge) sgt = (4.2.12) 1 1 Ry « B V 2 E26 ee (4.2.13) r Ry + R, In Verbindung mit Gleichung (4.2.8) erhält man daraus für das Verhältnis SB, : Ry (1 = 2) (1 + sing) = = 2 (4.2.14) RR ud . . 4 cos p (Der Faktor K, wurde gleich Eins gewählt, d. h.: einer Eingangsspannung U = 10 V entspricht auch eine Aus- gangsspannung -U, = 10 V). Der Widerstand von Rp ist nicht konstant, sondern abhängig von der Spannung U, und indirekt auch vom Polarwinkel yp . See Für = 0 (#£-U, = 10 V) folgt aus (4.2.14) 2 Bar (4.2.15) P 1 ec. ® A Für = 5 folgt aus (4.2.11) und (4.2.14) a 24: % ! RB= TR, (4.2.16) Aus der Gleichung (4.2.5) bzw. aus Bild 4.2.3 ist zu entnehmen, daß der Widerstand eines Varistors gegen“ geht, wenn die an ihm anliegende Spannung Null wird. Für 9=5 , (d. he: -U, = 0) ist der Widerstand Rp identisch mit R,. Es muß also nach Gleichung (4.2.16) gelten: alt . R, (4.2.17) Zur Bestimmung derjenigen Varistorkennwerte m und K, für welche die Funktion g (9) optimal angenähert wird, setzt man für p einen weiteren Wert in Glg. (4.2.14) ein. Es ergibt sich dann z. B. für = T : Te Damit können aus den Gleichungen (4.2.5), (4.2.15), (4.2.17) und (4.2.18) die Werte von Ris berechnet werden, wobei eine der vier Größen frei wahlbar bleibt. Roy m, K 4.2.3. Übergang auf Vierquadrantenbetrieb Wie das Blockschaltbild, Bild 4.2.6, erkennen läßt, ist die beschriebene Rechenschaltung in etwas abge- änderter und erweiterter Form auch zur Berechnung des Polarwinkels $ in allen vier Winkelquadranten geeignet. Abweichend vom Grundprinzip wird jetzt für die Bildung der Ersatzfunktion f (p) nicht mehr die Größe y, son- dern ihr Absolutwert |y| herangezogen: £ (y) = — (4.2.19) ze fl Dadurch wird erreicht, daß am Divisoreingang der Dividiererstufe nur positive Spannungen auftreten. Somit benötigt man für die Quotientenbildung keinen Vierquadranten-Dividierer mehr, sondern kommt mit einem wesentlich billigeren handelsüblichen Zwei- quadranten-Dividierer aus. Das Ausgangssignal des Dividierers läuft wieder durch eine Korrekturstufe, wird hier linearisiert und hierauf von einer konstanten Größe subtrahiert. In der nachfolgenden Schaltstufe wird der Übergang von Vierquadrantenbetrieb auf Zweiquadrantenbetrieb, welcher vor der Dividiererstufe durchgeführt wurde, wieder rückgängig gemacht. Damit ist erreicht, daß die Ausgangsspannung nicht nur ihren Wert linear mit dem Polarwinkel ändert, sondern daß auch das Vor- zeichen von $ berücksichtigt wird. Vektor - Betrag Dividierer Linearisierung x x im tte U2 y x? +y? a x Ev) Y vi} re ly! Uy Absolutwert Subtrahierer Schaltstufe - lyl sign y | 1 — f.(). gp) sign y{i-flp).gly)] i sign y Bild 4.2.6: Blockschaltbild des Koordinatenwandlers fir Vierquadrantenbetrieb Zum besseren Verständnis der Arbeitsweise des Koordi- na