Analog Computers

Reference / Paper · 1962

Die Lösung und Darstellung von partiellen Differentialgleichungen auf dem elektronischen Analogrechner

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German-language article from the 1962 series 'Elektronische Datenverarbeitung — Fachberichte über programmgesteuerte Maschinen und ihre Anwendung' (Heft 5/1962) addressing the solution and display of partial differential equations on electronic analog computers. Covers the method-of-lines finite-difference discretization approach for parabolic (heat conduction) and hyperbolic (wave equation) PDEs, the Laplace transformation programming method, and oscilloscope display techniques including quasi-3D surface plots for visualizing the solution surface u(x,t). Practical circuit diagrams and worked numerical examples are included.

Manufacturer
Unknown
Author
Aachen
Year
1962
Type
Reference / Paper
Language
German
Learning track
specific applications
Pages
19
  • Unknown
  • partial differential equations
  • method of lines
  • Laplace transformation
  • analog computer programming

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Die Lösung und Darstellung von partiellen Differentialgleichungen auf dem elektronischen Analogrechner

Redaktion Dr. H. K. Schuff unter Mitwirkung von elektronische Dr. Heinz Christen, Hamburg datenverarbeitung Dr. F. R. Güntsch, Konstanz Prof. Dr. W. Haack, Berlin Prof. Dr. H. Herrmann, Braunschweig Fachberichte über programmgesteuerte Maschinen und ihre Anwendung N. D. Hill, Hayes/England Dr. Franz J. P. Leitz, Ludwigshafen/Rh. Dr. E. Liebel, Redenfelden/Obb. Prof. Dr. A. van Wijngaarden, Amsterdam Heft 5/1962 Die Lösung partieller Differentialgieichungen und ihre Darstellungsmöglichkeiten auf dem elektronischen Analogrechner Mit 33 Bildern W. Ameling, Aachen Zusammenfassung: Nach einer kurzen Übersicht über den elektronischen Analogrechner und die angewandte Program - mierung werden die verschiedenen Lösungsverfahren und Methoden zur Lösung partieller Differentialgleichungen mit dem elektronischen Analogrechner behandelt. Neben den angegebenen Fehlerabschätzungsmeihoden werden verschiedene Darstellungs - möglichkeiten der Lösungsfunktionen betrachtet und einige bisher unbekannte Möglichkeiten angegeben. Summary: After a short summary about the electronic analog computer and the necessary programming the different solution procedures and methode of solution for partial differential equations on the electronic analog computer are treated. Besides the given methods for error estimation different possibilities for interpreting the solutions are considered and some previously Ahnen HAMDEN unknown possibilities are mentioned. 1, EINLEITUNG Während gewöhnliche Differentialgleichungen nur eine ein- zige unabhängige Veränderliche enthalten, sind in partiellen Differentiaigleichungen mehrere, rnindestens zwei unabhän- gige Veränderliche vorhanden, Partielle Differentialgleichun- gen kommen deshalb bei all den physikalischen Problemen vor, bei denen die betrachtete Größe nicht nur von der Zeit, sondern auch noch vom jeweiligen Ort abhängt. Bei derarti- gen Aufgaben, wie Wärmeleitung, Potentialbetrachtung elektromagnetischer Felder, Schwingungsproblemen von Saite, Balken oder Membrane, treten z.B. neben der Zeit- größe t die Raumkoordinaten x, y, z (in kartesischen Koordi- naten) oder r, $,Xin Kugelkoordinaten) als unabhängige Veränderliche auf, Somit muß im allgemeinen mit vier unab- hängigen Veränderlichen gerechnet werden; es sei denn, daß gewisse zulässige Vereinfachungen eine Reduzierung der Anzahl der unabhängigen Veränderlichen gestatten. Eihe par- tielle Differentialgleichung kann Ableitung nach allen vor- handenen unabhängigen Veränderlichen enthalten. Soll die Lösungsfunktion U eine Funktion von x, y, z und t sein, so versteht man unter der partiellen Ableitung nach irgendeiner der Veränderlichen den Grenzwert des entsprechenden Diffe- renzenquotienten, z.B,: @U_ lim Um,y,z,1tA) -UR,y, 2) t At=0 At Bei der Ableitung nach t sind also x, y, z als konstant zu betrachten. Da bei elektronischen Analogrechnern nur die Zeit als unab- hängige Veränderliche auftritt, lassen sich auf dem elektro- nischen Analogrechner grundsätzlich nur Probleme mit einer unabhängigen Veränderlichen lösen, Um den bisherigen Aus- führungen elektronischer Analogrechner gerecht zu werden, muß man also nach Verfahren suchen, die es gestatten, eine partielle Differentialgleichung auf eine Anzahl gewöhnlicher Differentialgleichungen zurückzuführen, Den Ingenieur interessieren von den rein theoretischen Lösungs- möglichkeiten linearer partieller Differentialgleichungen vor allem die Anwendung der Laplace-Transformation, der d’Alernbert'sche Ansatz und die Trennung der Veränderlichen (Eigenwertproblem). Die Laplace-Transformation ist vor allem dann mit Vorteil anzuwenden, wenn die Lösungsfunktion der linearen partiellen Differentialgleichungen nur von zwei Ver- änderlichen abhängt, Bei den Aufgaben des Ingenieurwesens ist stets eine spezielle Lösung, d.h. eine Lösung in einem bestimmten Gebiet, dem Grundgebiet gesucht. Für Probleme mit mehr als zwei Veränderlichen wird das Gebiet entspre - chend mehrdimensional, Zur Ermittlung einer eindeutigen Lösungsfunktion einer partiellen Differentialgleichung müssen außer der Angabe des Grundgebietes noch die auf der Beran- dung des Grundgebietes zu erfilllenden Bedingungen angege- ben werden, Vielfach wird eine Unterscheidung in Anfangs- 198 und Randbedingungen vorgenommen, Im folgenden wollen stabsfaktor. Die Notwendigkeit der Wahl eines Amplituden- wir unter Anfangsbedingungen oder Anfangswerten stets die maßstabes ergibt sich aus der Tatsache, daß den abhängigen Werte verstehen, die von allen in der Lösungsfunktion Veränderlichen des physikalischen oder mathematischen auftretenden Raumkoordinaten innerhalb ihrer Variations- Problems beim elektronischen Analogrechner Spannungen grenzen und der Zeitkoordinate für t= 0 abhängen. Randwerte gegen Erde zugeordnet werden, Maximal zulässige Spannungs- sind solche Werte, die von allen vorhandenen Raumkoordina- werte sind im allgemeinen + 100 V (Sonderfälle + 200 V) ten der Variationsgrenzen und der Zeitkoordinate für t>0 bei mit Elektronenröhren bestückten Rechenverstärkern und abhängen. Im Grunde genommen sind Anfangswerte auch 2.2. t10 V bei mit Transistoren bestückten Rechenver- Randwerte. Ihre gesonderte Bezeichnung nimmt lediglich stärkern. Zur Vermeidung von Verwechslungen zwischen Bezug auf die besondere Bedeutung der Veränderlichen t bei zugeordneten Größen des Problems und der Rechenmaschine technischen Problemen, werden wir gleiche Bezeichnungen beibehalten und den Ma- schinengrößen nur ein Zusatzzeichen geben. Dieses Zusatz- zeichen möge ein Querstrich über dem Symbol sein. Den Proportionalitätsfaktor wollen wir mit kleinen griechischen Buchstaben bezeichnen. Es soll gelten: Da bei elektronischen Analogrechnern stets nur die Zeit als unabhängige Veränderliche auftritt, könnte man annehmen, daß der elektronische Analogrechner zur Lösung partieller Differentialgleichungen nicht geeignet ist, Tatsächlich kommt jedoch der Lösung partieller Differentialgleichungen mit dem elektronischen Analogrechner eine immer steigende Bedeutung y= uf ‘¥ zu, In der vorliegenden Arbeit werden die fiir den elektroni- . } oder allgemein schen Analogrechner in Frage kommenden Methoden der Tren- nung der Veränderlichen und die Umformung partieller Diffe- (a) a yo) rentialgleichungen mittels Differenzenquotienten in ein n System gewöhnlicher Differentialgleichungen betrachtet, Den verschiedenen Lösungsverfahren wird kurz die angewandte Die Bestimmung des Proportionalitätsfaktors erfolgt ent- Programmierung vorangestellt, Der letzte Abschnitt bringt sprechend [| einige bisher unbekannte Darstellungsmöglichkeiten der Lö- a: 2 1 sungen partieller Differentialgleichungen. n |y® | max 2, DIE PROGRAMMIERUNG DES ELEKTRONI- Für die Integration gilt allgemein: SCHEN ANALOGRECHNERS x . . + . n n+l n Die Analyse eines vorgegebenen physikalischen Problems dy _ J d y dx + dy gliedert sich in folgende Arbeitspunkte ; dx? a nti dx” (x= 0) x 1. Aufstellen des Gleichungssystems, 2. Umformung der mathematischen Gleichungen durch Ein- Mit den angegebenen Transformationen führen von Maßstabsfaktoren für Zeit und Amplitude in T Maschinengleichungen, — & __ eens @ on EB / OD oy Ww 3. Herstellung der Rechenschaltung unter Verwendung der y= & +1 Mr y T (t = 0) n 0 verschiedenen Symbole entsprechend den durchzuführen- den Rechenoperationen, Da sich laut Bild 2.1 für die Ausgangsspannung des Integrators 4. Bestimmung der Schaltelemente und der Größe der zuzu- die folgende Abhängigkeit von der Eingangsspannung ergibt: führenden Spannungen. Die Grundelemente des elektronischen Analogrechners sind r Integrierer, Summierer, Potentiometer, Multiplizierer und a =" Ro edt TE Funktionsgeneratoren, Im Bild 2,1 sind die Bezeichnungen der verschiedenen Recheneinheiten, ihre Symbole, die ent- “TH sprechenden Schaltungen und die mathematischen Formulie- erhalten wir - y° als Ausgangsspannung, falls die Eingangs- rungen angegeben. Da die Maschinenzeit stets die unabhän- spannung yo ) ist gige Veränderliche des Problems ist, soll für die Zeittransfor- mation gelten: 1 x \ T=mr.t und 1, wot ke 2 | bzw, Mr “+1 i T = Mr "x u a 2 E=- yo ay (r=0) 7 © Gxt (y= 9) Hierin bedeuten: t die Maschinenzeit, t oder x die unabhän- gigen Veränderlichen eines Problems und my der Zeitmaß- ist, 199 Bezeichnung Symbol Schaltung Mathematische Formulierung Hochverstärkender (> e.=-Vee mit V >> 104 - Gleichspannungsverstärker eg &o ° & K Potentiometer e;| A eg =K-e; mit 0<K<1 otentio Os TER . i Koeffizientenverstarker fi eof gi eu=-ke, mit 0<k > = pS . e = R Vorzeichenumkehrer ° u R ol j eo ej eo Rn n e ky En fr e--% k,e, =] Summierer e ke e fe Ry e; fo | 7 mit 0<k = hy ey vR 1 &o v T E ek fepdr+E Einfacher Integrator k 0 ei Go e, (t=0)=E mit 0<k =o T n e E eo--f L k,e,dr+E Verallgemeinerter e oval Integrator 2 e, . ir ° e, (t= 0)=E mit O<ky Ee ej,{T) m , e,{t) Versch. Möglichk.: e, (tr) =-M-e,, (1) + e,, (1) Multiplizierer rein elektronisch elektromechanisch mit z.B. M=1072 V-1 e2/r) FG fo | 2-B.: e, =! (e,) ej & Relaisschalter, ° ’ . Diodenschaltung, Funktionsgenerator 4 x-y-Schreiber mit e, = ye me Abtastvorrichtung [u Lösung von 7 Diff.-Gleich. eg = f(r) € mu oder s.o. to Schreibendes Meßgerät I! eo = f (7) 7 => Bild 2.1. Symbole der Recheneinheiten 200 Durch eine aus n-Integratoren bestehende Integrationskette kommt man somit von y™) nach Y. Aus diesen erhaltenen Größen baut man nun rückwärts wieder entsprechend der Ma- schinengleichung yo auf und hat damit die Maschinen- gleichung erfüllt, 3. DIE METHODE DER TRENNUNG DER VERÄNDERLICHEN Die Anwendung der Lösungsmethode der Trennung der Verän- derlichen ist für lineare Systeme wegen der Gültigkeit des Superpositionsprinzips zulässig. Mit dieser Methode formen wir eine partielle Differentialgleichung in ein System gewöhn- licher Differentialgleichungen um. Man geht davon aus, daß die Lösung der partiellen Differentialgleichung von z.B. zwei unabhängigen Veränderlichen x und t als eine Kombination zweier Funktionen f(x) und fo(t) dargestellt werden kann, f,(x) soll nur von x und fo(t) soll nur von t abhängen, Mit diesem Ansatz geht man in die ursprüngliche partielle Diffe- rentialgleichung, In vielen Fällen ist es nunmehr möglich, einen Ausdruck für f}(x) und deren Ableitungen von einem Ausdruck für fo(t) und deren Ableitungen zu trennen. Die einzige Möglichkeit für die gleichzeitige Existenz dieser Aus- drücke in einer Gleichung für beliebige x und t-Werte ist die, daß beide gleich einer Konstanten sind, So kommen wir zu zwei gewöhnlichen Differentialgleichungen für x und t. Die Konstante bezeichnen wir mit A . Die verschiedenen Lösungsfunktionen müssen die Randbedingungen erfüllen, Dies ist jedoch nur für bestimmte Werte von A der Fall. Die so ermittelten Werte A werden die Eigenwerte des Problems genannt. Die zugehörigen Lösungsfunktionen sind die Eigen- funktionen. Die vollständige Lösung des Problems ergibt sich aus der Summe aller Eigenfunktionen, Als Beispiel sei die eindimensionale Wärmeleitungsaufgabe au Bu axe ot betrachtet. Ein isolierter Stab der Lange |= 6m und der Anfangstemperatur U,(x) = 100 °c mit der Materialkonstan- s . ten c= 1074 me sei gegeben. Die Temperaturverteilung u(x,t) des Stabes als Funktion der Zeit t und des Ortes x ist gesucht, wenn den Enden des Stabes zur Zeit t= 0 eine Tem- peratur von 0°C aufgezwungen wird, Wir versuchen mit dem Produktansatz us 9 : fo) (3.1) die Trennung der Veränderlichen zu erhalten. Geht man mit diesem Ansatz in die partielle Differential- gleichung, so ergibt sich: ar (x) df_(t) fi) . mm = c £0) dt (3.2) oder der df 1 19 99 (3.3) . a Fi) ax f(t) dt Soll die gesuchte Lösung in der gesamten x-t-Ebene gelten, so müssen beide Seiten gleich einer Konstanten sein. Bezeich nen wir diese mit -A, so gelten die folgenden gewöhnlichen Differentialgleichungen : 2 d £9) —z- + Aft (H = 0 (3.4) dx dr) ar + A) =0 (3.5) Die Methode der Trennung der Veränderlichen führt im allge- meinen auf ähnliche Ausdrücke. Das Wesentliche an diesen Gleichungen ist der Parameter A , Die verschiedenen Werte 1, die diese Gleichungen und die vorgegebenen Randbedingungen des Problems erfüllen, sind die Eigenwerte des Problems. Die Lösungsfunktionen fj(x) und fo(t) mit den Parametern 1, sind die Eigenfunktionen des Problems. Man erhält z.B. Lö- sungen folgender Form: f 9 = A, sin V?n "X (3.6) An - at xO) = BT e (3.7) Da unendlich viele Eigenwerte des Problems auftreten können, ergibt sich die Lösung allgemein zu: @ _ u(x, t) -> A, . a (sin ( ya. -xle n=1 An < t (3.8) Theoretisch kommen zwar unendlich viele Eigenwerte in Betracht, es geniigt jedoch vielfach bei technischen Prob- lemen die Berücksichtigung von einigen der niedrigsten Eigen- werte, um zu brauchbaren Ergebnissen zu kommen, Durch Differentiation von Gl. 3,8 läßt sich zeigen, daß die Lösung die Differentialgleichung erfüllt. Auch bei partiellen Differentialgleichungen mit mehr als zwei unabhängigen Veränderlichen kann die Methode der Trennung der Veränderlichen angewendet werden. Gl. 3.1 liefert uns somit die beiden gewöhnlichen Differen- tialgleichungen 3.4 und 3.5, die mit dem elektronischen Analogrechner zu lösen sind, Nach Durchführung der Zeit- und Amplitudent ansformation erhalten wir gemäß den in Abschnitt 2 gewoffenen Verein- barungen: x FO Hg TH = 0 x —m—— = ay 19 1 (3.9) oder FG - Be! roa O = “Aw 1 Im Bild 3,1 ist die zugehörige Rechenschaltung gezeigt: we Miro) f, Kl gro) k fy! K (x) of, (x) ||, 1 2 1 > f ! ı I _ ator re me hay hoe ac," me yy a N Se NS zu Bild 3,1 Von den Randbedingungen u(0,t) und u(1,t) der partiellen Differentialgleichung geht bei der Lösung mit dem elektro- nischen Analogrechner für x = const. = 0 u(0,0) als Anfangs- bedingung und u(1,0) als Randbedingung in die Differential- gleichung 3.4 ein, Die Wahl der zweiten Anfangsbedingung u'(0,0) ist beliebig. Sie muß nur ungleich 0 sein; ihre Größe hat keinen Einfluß auf die Bestimmung des Eigenwertes, Ge- sucht sind nunmehr die Werte A die auch die zweite Rand- bedingung erfüllen. Die Einstellung des Potentiometers 1 wird solange geändert, bis auch die zweite Randbedingung erfüllt ist. Aus den verschiedenen A N -Werten lassen sich bei vorgegebenen Hp, und & 9) die Werte An ermitteln. Es ergeben sich in diesem Fall alle ganzzahligen Vielfachen des ersten A-Wertes, Der Analogrechner liefert gleichzeitig noch die Eigenfunktionen, Durch Versuch und Fehlerbetrachtung muß nunmehr diejenige Linearkombination der Eigenfunktio- nen gesucht werden, die die Funktion u(x, 0) am besten an- nähert, Wegen des symmetrischen Aufbaues der Funktion 1 u(x, 0) (symmetrisch zu g) kommen in diesem Fall nur die symmetrisch zu Le liegenden Sinusfunktionen in Frage, also 341,54 4; 741 ....; die Bestimmung der Amplituden der Eigenfunktionen ist relativ umständlich, da für n-Werte auch n-Schaltungen entsprechend Bild 3.1 aufgebaut werden mussen, Mit den ermittelten A „Werten hat nunmehr die Lösung der Gleichung 3.5 auf dem elektronischen Analogrechner zu er- folgen. Nach Durchführung einer Zeit- und Amplitudentrans - formation erhalten wir; Im-- am & QD = 77T ©, 2 oder (3.10) Foo = _ fn In fo ( Wr und & 09 sind Amplitudenmaßstabsfaktoren). Für Gl, 3,10 ist im Bild 3,2 die Rechenschaltung aufgebaut. Als Lösungsfunktion erhalten wir exponentiell abnehmende Funktionen, wobei die Abnahme mit vom jeweiligen A Wert abhängt, Baut man für jeden A „Wert eine Schaltung ent- sprechend Bild 3.2 auf, so sind wir in der Lage, die Lösung auf dem Analogrechner für jedes beliebige x als Funktion der Zeit t darzustellen. Die Genauigkeit hängt nur von der An- zahl der berücksichtigten A -Werte, d,h. der Güte der Funk- tionsannäherung u(x,0) und der Genauigkeit der Rechenein- 201 heiten ab, Durch Hinzunahme weiterer Einheiten kann die Genauigkeit beliebig erhöht werden, Praktisch beschränkt die Ungenauigkeit der Recheneinheiten die erzielbare Genauigkeit. Bild 3.2 Da wir sowohl die x-Abhängigkeit als auch die t-Abhängig- keit auf dem gleichen elektronischen Analogrechner darstel- len, können wir stets nur die x-Abhängigkeit für konstantes t oder die t-Abhängigkeit für konstantes x zur Darstellung bringen. Man geht praktisch so vor, daß man die Rechenkrei- se I so lange rechnen läßt bis der gewünschte x-Wert erreicht ist und fixiert durchdenSchalter A diesen Zustand f(x); (Bild 3.3). Anschließend wird der Schalter B geschlossen und die Multi- plikation durchgeführt, Am Ausgang des Summierers erscheint dann eine der Lösungsfunktion u proportionale Spannung für x= const, als Funktion der Zeit, Läßt man zuerst den Rechen- kreis II arbeiten und hält den Rechenprozeß bei einem be- stimmten Zeitwert an, so erhält man nach der Betätigung von Schalter A am Ausgang des Summierers eine zu u proportiona- le Spannung für t= const, als Funktion von x. Für viele Aufgaben ist es von Vorteil, die Eigenwerte und Eigenfunktionen mittels Fourier-Analyse zu bestimmen, Die Bestimmung der Amplituden und Frequenzen der verschiede- nen Sinusschwingungen rein rechnerisch oder mechanisch mit dem Harmonischen Analysator oder elektrisch mit dem elek- tronischen Analogrechner unter Verwendung eines allgemeinen Funktionsgenerators ist weniger umständlich und führt zu genaueren Ergebnissen als die Ermittlung der Amplituden durch Versuch und Fehlerbetrachtung, Der Lösungsgang der Aufgabe wäre zweckmäßig folgender: 1, Fourierdarstellung der Funktion u(x, 0). 2. Aufbau der Rechenkreise I, und IL, für die erhaltenen Eigenwerte entsprechend Bild 3.3. 3, Abschätzung des Fehlers bei Verwendung von n-Rechen- kreisen. 4, Lösung der partiellen Differentialgleichung für t= const, x beliebig oder x= const, und t beliebig. Dieser Lösungsgang hat noch folgenden Vorteil: Anstelie der Rechenschaltungen I, kann die in Bild 3,4 angegebene Re- chenschaltung mit nur einem Verstärker zur Erzeugung einer Sinusschwingung vorgegebener Amplitude, Frequenz und Phase verwendet werden, Hierdurch werden bei n-Rechen- kreisen insgesamt zwei-n Verstärker eingespart, Bei vor- gegebener und beschränkter Verstärkerzahl läßt sich hier- durch die Anzahl der verwendbaren Rechenkreise für die darzustellenden Eigenfunktionen verdoppeln. Für die Schal- tung entsprechend Bild 3,4 ergibt sich bei Anschalten einer Gleichspannung e,= - U zur Zeit T= 0 unter der Bedingung i, = 0 und bei Verwendung eines Gleichspannungsverstärkers mit sehr hohem Verstärkungsfaktor V (V > 10%) folgender Ausdruck für die Ausgangsspannung e, als Funktion der Zeit 202 | *% I; I | n 4 [ 3 , | # n 8; | _=-_____ _ %_| | In-ı Murder bee — — — eet Ucsto) Uc 30) .— Bild 3.4 1 =(U+U (0) +2 0) + in — eo [ 19 U0) vr, sin Zt 1 +, + U] cos = t (3.11) RC Mit dieser Schaltung sind wir also in der Lage, Sinusfunk- tionen oder Cosinusfunktionen bestimmter Frequenz und Amplitude zu erzeugen, Die Frequenz cw ist bestimmt durch die Wahl von R und C. Es gilt; (3/12) Die Amplitude der Sinus- und Cosinusfunktion können wir durch die Größe der Gleichspannungen U; U 0: Ui: c U (0) und U (0) bestimmen, c3 c4 Es ist zweckmäßig für die Amplitude der Sinusschwingung nur mit U und für die der Cosinusschwingung nur mit Uoz(0) zu arbeiten. Alle anderen Spannungsquellen mögen nicht vor- handen sein. Hierdurch benötigt man erstens nur zwei Span- nungsquellen und zum anderen erhält man einfache Einstell- möglichkeiten für die Erzeugung beliebiger Amplituden und Phasen, Durch die Anwendung des Uberlagerungssatzes haben wir die Möglichkeit, eine komplizierte Aufgabe aus einfachen Teil- Bild 3,3 aufgaben aufzubauen und die Einzellösungen zu überlagern, Eine Aufgabe mit beliebigen Anfangsbedingungen und unter- schiedlichen aber konstanten Randbedingungen führen wir auf die folgenden Teilaufgaben zurück: a) Reines Anfangswertproblem ; Randwerte Null, b) Reines Randwertproblem ; Anfangsbedingung und zweiter Randwert Null, c) Reines Randwertproblem ; Anfangsbedingung und erster Randwert Null, Unter der Annahme, daß LOsungswerte erst ab Erreichen gewisser t-Werte interessant sind, ist es wünschenswert, eine Fehlerabschätzung bei Berücksichtigung einer endlichen An- zahl von Grundrecheneinheiten durchzuführen, Bei Verwen- dung von Quotientenkriterien ist in vielen Fällen eine Ab- schätzung der Teilsummen und der Fehler möglich. Der Zusammenhang zwischen Anzahl der Recheneinheiten und Genauigkeit führt im allgemeinen auf transzendente Glei- chungen, deren Auswertung zweckmäßig in Tabellen oder graphisch erfolgt. Die Methode der Trennung der Veränderlichen hat den großen Vorteil, daß man die Lösungsfunktionen z.B. für jeden belie- bigen x-y-Wert darstellen kann. Dies ist bei der im nächsten Abschnitt angegebenen Methode der Um formung partieller Differentialgleichungen mittels Differenzenquotienten in ein System gewöhnlicher Differentialgleichungen nicht möglich. Außerdem gestattet die Kombination der exakten Eigenwert- und Eigenfunktionsbestimmung mittels Fourieranalyse und der anschließende Aufbau der entsprechenden Rechenkreise, Feh- lerabschätzungen durchzuführen und die Bestimmung der erforderlichen Anzahl von Rechenkreisen bei einer vorgegebe- nen oder gewünschten Genauigkeit. 4, DIE UMFORMUNG PARTIELLER DIFFEREN- TIALGLEICHUNGEN MITTELS DIFFERENZEN- QUOTIENTEN Die Umformung partieller Differentialgleichungen mittels Differenzenquotienten in ein System gewöhnlicher Differen- tialgleichungen ist die bei Analogrechnern fast ausschließlich angewandte Methode. Während man bei der Lösung partieller Differentialgleichungen in der numerischen Mathematik jeden vorkommenden Differenzenquotienten ersetzt, läßt man bei der Lösung mit dem elektronischen Analogrechner stets noch Ableitungen nach einer unabhängigen Veränderlichen bestehen, Aus diesem Grunde sind die Abschätzmethoden der numerischen \tathematik nicht zu verwenden. Im weiteren werden vorzugs- weise nur partielle Differentialgleichungen mit zwei unab- hängigen Veränderlichen betrachtet. Bezeichnen wir diese mit x und y, so werden wir später derjenigen Veränderlichen die Maschinenzeit T zuordnen, die wir nicht durch Differen- zenquotienten ersetzen. Beim Differenzenverfahren teilt man ein vorgegebenes Inter- vall (a,b), in welchem die Lösung gesucht wird, in n äqui- distante Abschnitte Ax ein. Ax wird die Maschenweite oder Schrittweite genannt und auch mit h bezeichnet. Beim Differenzenverfahren werden jetzt Bestimmungsglei - chungen für die Näherungswerte Y, an der Stelle x; =atiäx aufgestellt, Hierzu werden in den Differentialgleichungen für diskrete Yi die Differentialquotienten durch einfache oder verbesserte Differenzenquotienten ersetzt. Der Differentialquotient ist der Grenzwert des Differenzen- quotienten, Für den 1, und 2, Differentialquotienten giltz.B. d + Ax) - y(x dy _ yx = yo) (4.1) dX A x30 x 2 dy_ lim yx t+ 2 Ax) - 2y(x + Ax) t y(x) (4.2) dx? Ax=0 (Ax)? , Die Teilung der x-Achse in äquidistante Abschnitte ist nicht erforderlich, im allgemeinen aber zweckmäßig, Ändert sich die Abschnittsweite von Punkt zu Punkt, so muß der Wahl des Differenzenquotienten besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Bei der Darstellung des Differentialquotienten in Gl. 4.1 und 4,2 wurde der Differentialquotient an der Stelle x durch Funktionswerte an der Stellex,xtAxu.xt2 Ax ausgedrückt, Derartige Differenzenquotienten bezeichnet man üblicherweise als vorwärtsgenommene oder vordere Differen- zenquotienten. Würde man z.B. die Stellen x + Ax; x xt 5 und x - Ax zur Bildung des Differenzenquotienten heranziehen, so erhält man den zentralen Differenzenquotien- ten. Der Differenzenquotient, der sich bei Verwendung der Stellen x, x - Ax und x -2Ax ergibt, wird entsprechend mit rückwärtsgenommener oder rückwärtiger Differenzen - quotient bezeichnet. Für hinreichend kleines A x wird die Annahme als berechtigt angesehen, daß die mittels Differenzenquotienten ermittelte Lösung eine brauchbare Näherung der partiellen Differential- gleichung darstellt, Eine Verkleinerung der Intervallbreite bedeutet beim Digitalrechner nur eine Vergrößerung der Rechenzeit, Beim elektronischen Analogrechner bedeutet jedoch z.B. eine Verdopplung der Anzahl der Abschnitte auch eine Verdopplung der Anzahl der Recheneinheiten. Aus die- sem Grunde kommt den verbesserten Differenzenquotienten eine erhöhte Bedeutung zu. 203 Bei der Herleitung der einfachen und verbesserten Differenzen- quotienten gehen wir aus von der Entwicklung einer Funktion y(%x9 + A x) in eine Taylorreihe um den Punkt x, . Es gilt: y (%) "RI yx, tA x) = ya at Art Art... ts ) +—— (49 (4.3) Durch Auflösen nach y (9) ergibt sich: x, +Ax) - y&,) Ax y' (x) = dy u Xx= x Ersetzt man also den Differentialquotienten 0) an der Stelle x= x, durch den sogenannten einfachen Diffe- y(xy FAX) - y(xy) Ax einen Fehler entsprechend der Größe der Summe sämtlicher vernachlässigter Glieder aus Gl. 4.4. Der Fehler wird mit kleiner werdendem Ax kleiner, aber die Konvergenz ist schlecht. Die Konvergenz würde wesentlich besser, wenn auch noch die zweite oder dritte Ableitung yg bzw. yg inGl. 4.4 durch Differenzenquotienten ersetzt würden, Dieser Weg wird bei der Herleitung verbesserter Ausdrücke für den Differenzen- quotienten, sogenannte verbesserte Differenzenquotienten, beschritten. renzenquotienten , so machen wir Ausgehend von der Taylorentwicklung einer Funktion y,= y¥& ti A x) um den Punkt xp: Y Ay? ; . GAX) @ EAN yF a4 Pr (= Xp) (4.5) bilden wir eine Linearkombination der verschiedenen y, mit geeigneten Koeffizienten a, Die Näherung wird umso besser, je mehr Punkte zur Darstellung des Differenzenquotienten her- angezogen werden. Die Koeffizienten a, werden nunmehr so bestimmt, daß möglichst viele der dem durch einen Differen- zenquotienten zu ersetzenden Differentialquotienten folgenden höheren Ableitungen der Taylorentwicklung keinen Beitrag zum Differenzenquotienten ergeben. Tabelle 1 gibt eine Zusammenstellung der am häufigsten gebrauchten Differenzenquotienten. Gleichzeitig ist der Aus- druck des nächsten nicht verschwindenden Gliedes der Taylor- entwicklung mit angegeben. Umfangreichere Tabellen siehe [5] . Für jeden der Differenzenausdrücke entsprechend Tabelle 1 läßt sich ohne großen Aufwand die zugeordnete Rechen- schaltung angeben. 204 Ausdruck des nachsten nichtverschwindenden Ableitung Differenzenausdruck Gliedes der Taylor- Entwicklung ? i ( - ) - Ax [27 % Ax 17% 2 ° 1 (4x21... gax 9°? 6 ly; 1 (Ant — (5) -y + - + 12 4x CY, By, sy 4 Y_9) 30 Yo 1 An m -gy + . + - EI oax N EV FW ZT Yz) 10 0 1 (Ax? - + - rr gax WW) 3 Yo 1 (Ax? (A - + -9y_ + ee Bax re, 9, * 2¥5) 4 % 1 5 (4) _—— -2 - + . -_— 3 BAx CL 8¥9 7 81 * Yq) 36 (ANY, 1 (Ant © - - + - + ar 12x 1 H18y, - by, F¥4) 20. +o r Ly cay ty) Ay? (4 0 (an Yı “Yo TY 2 % 1 1 6 _ + - + . i 4 (6) ame ¥-2 ty, 3 F 16y_| - ¥_y) 990 (ANY, 1 11 2 (4) — - + - a (Awe % Fu Fu PR) ig (ANY, 1 (An? 6) —on - +6y +4y. - AR“ a ey Fa, YQ) 12 °o bee 1 1 (5) ty. + - . 2 % 20408 ya +3, -¥ 4) „Ar Yo (ey +8y -13y +13y -8y ty.) — Ayty (A x8 da MTV OV TV 129 1%) “Yo IV y — wy aw +e - + wi 2 (6) 0 (ax? V7 47, +8) - tyg) g (AX y, Da auf das nach dem Einführen des Differenzenquotienten sich ergebende Differentialgleichungssystem im allgemeinen eine Tabelle 1 Zeit- und Amplitudentransformation angewendet werden muß, sind zur Dimensionierung der Schaltelemente stets die Maß- stabsfaktoren erforderlich. Die Differenzenausdrücke nach Tabelle 1 werden normalerweise nicht erst ineinem Summie - rer gebildet und erst dann einem Integrator zugeführt, sondern man verwendet Summenintegrierer,um Verstärker zu sparen. Um den grundlegenden Aufbau einer Rechenschaltung für eine partielle Differentialgleichung zu zeigen, sei eine Warme- leitungsaufgabe betrachtet. Das Verhalten der wärmeleitung wird durch die partielle Differentialgleichung 2 0 wed = c 0 u(x, t) (4.6) Ox at al mit c= ~~ beschrieben, Die als örtlich und zeitlich unveränderlich angenommenen Konstanten haben folgende Bedeutung: Hw = wärmeleitfähigkeit ¢@ = Dichte c= spezifische Wärme Die Größe U(x,t) meleiters, d.h. eines Stabes verschwindender Dicke oder auch stelle die Temperatur eines linearen Wär- eines veränderlichen Leiters dar, bei welchem die Tempera- tur nur von einer Raumkoordinate abhängt. Der uns interessie- rende Verlauf eines gegebenen Stabes bestimmter Länge de x<l soll für die folgenden Anfangs- und Randbedingungen ermittelt werden: a) Anfangsbedingungen: U(x, +0)= u, = 100 °c o b) Randbedingungen: Ur0,0= AD = 0 C fürt>0 U -0,1)= A= 0°C fürt>o. Der Stab der Lange 1= 6m und mit einem C= 0,1 s/m® möge am Anfang und Ende Kontakt mit Wärmespendern haben, die die Enden auf Temperaturen halten, die grundsätzlich mit der Zeit variieren dürfen, Wir nehmen zuerst den leicht über- blickbaren Fall, daß diese Temperaturen am Anfang und Ende des Stabes konstant sein sollen. Gesucht ist die Temperaturverteilung U(x, t) für t>0. Da wir von der Differenzenmethode Gebrauch machen wollen, ermitteln wir den Temperaturverlauf U(t) an diskreten Stel- len i. 4x mitz,.B. Ax=1m und 12125. Nach Einführung des einfachen Differenzenquotienten für 2 Ulx,t . . a ER ) ergibt sich für Gl. 4.6 der folgende allgemeine Ausdruck U -2U TU a om i ntl n n-1 dt c cAw® lll see lily Uo Uy Up Us; Ue Us Yh’ Bild 4,1 205 Durch die Aufteilung des Stabes in sechs Abschnitte entspre- chend Bild 4.1 erhalten wir für die Punkte x] * x, das fol- gende System von Differentialgleichungen du U_-2U +U 1 12 1 0 dtc (Ax)? du uU_-2U_+U “2173 1 dtc (Ax? du U,-2U,+U, —-- 4.7 dt Cc (Aw)? (4.7) dU U-2U +U 4 105 4 3 dc (An)? du U, -2U FU 5 1 5 4 dtc (An? Die Randbedingungen stellen die Temperaturen an den beiden Enden x= 0 und x= 1 dar. Dieses Gleichungssystem ist nun- mehr auf dem elektronischen Analogrechner zu lösen. Da wir ein völlig symmetrisches System vor uns haben und U,(t) = Uj)() = 0 °C ist, vereinfacht sich der Schaltungsaufbau ganz erheblich. Es ist nämlich: Uj = um U, = UO Es genügt also die Lösung dem folgenden Differentialgleichungs- system: du U_-2U_+U _ 2 1.0 dt c© (Ax) du uU -2U_ + 123 2 4.8 dt c (Aw® -®) du 2U_ - 2U 1 2 3 dt Cc (Ax? Zum Entwurf der Rechenschaltung haben wir den Ubergang zu den Maschinengrößen zu machen, Die Temperaturen an den verschiedenen Punkten x, , Xo und Xe werden durch Spannun- gen gegen Erde dargestellt. Für die Zeit- und Amplitudentransformation soll gelten: T=Me-t (4,9) U= aU (4, 10) _ du _ au 4,11 u la ( ) 206 Damit ergibt sich aus Gl, 4,8 A ee ae & , (Ax) ( 2 1 0) oalr- wel m Q ye 8 o a 3 _ a w -2U_+U_) (4,12 2 1 ( ) | u am Die Amplitudenmaßstabsfaktoren bestimmen wir wie folgt: Da die Temperatur zur Zeit t= 0 die hdchstmégliche des Problems ist, ordnen wir dieser Temperatur die maximale Spannung des Analogrechners von 100 V zu. Es soll also gelten; < —max _ 10V ewahlt o¢ =1 v ou 100% «8 0 % max 1 dtlmax An? eine Übersteuerung erfolgen sollte, müssen wir den Maßstabs- faktor noch ändern. Es soll also gelten: Wir versuchen "U anzusetzen. Falls max max 100 V 2, V as— = «Ay 1 — ı Una —_, 100°C °c c( Ax) Mit diesen Maßstabsfaktoren kommt man vom Gleichungs- system 4,12 zu folgender Darstellung: "=u -2u tu 1° 2 10 vs -2u tu 4.13 uy u u u, ( ) u = 2u -2W 3 3 Damit liegt die im Bild 4,2 dargestellte Rechenschaltung fest, An dem symmetrischen Aufbau erkennt man sofort die Mög- lichkeit der Erweiterung durch Hinzunahme weiterer Punkte, Entsprechend der angegebenen Programmierung gilt: Tv & 1 0 — Mr a, (t= 0) 0 Yrs) U - 1 Go G 7 el I) “Up (t20) Für den einfachen Integrator entsprechend Bild 2.1 gilt T er fear te mit k= — 0 i RC 0 Damit ergibt sich e, = -U fir e=U falls ye be * “RC me %ı und (T= 0) 0 (t= 0) Mit den gegebenen Werten ergibt sich unter der Annahme Mr, = 10 dh. tT =10t: 1 Vv 1 1 °C - ke =. =1sl bzw. RC=1s RC 10 s 2 ,¥ 9,15'1m lor m Cc Wir wahlen C = 1 pF und R= 1 MOhm, Weiterhin ergibt sich: Vv a U =-1—. 0 (t=0) °C ™ 100°C = - 100 V U_=0, dau.=0 °c, Damit liegt die Schaltung endgültig fest. Wir verwenden Summenintegrierer. Die vollständige Schaltung ist im Bild 4.3 dargestellt. Die Lösungsfunktionen U für die konstanten x-Werte x] = Xs; Xg= X, und x, sind im Bild 4,4 dargestellt. Die Schaltung für einen beliebigen Punkt ist in Bild 4,5 noch- mals dargestellt. Diese Schaltung gilt für den einfachen zen- tralen Differenzenquotienten. Gehen wir zum verbesserten Differenzenquotienten über, so gilt bei ganz entsprechender Wahl der Maßstabsfaktoren:: — |] —— —— — — ‘=—(-U +16U - 30U +16U - 5 2‘ n-2 n-1 n 4.14) ntı rg) I ray Die zugehörige Rechenschaltung ist in Bild 4.6 dargestellt. *U3 (p20) Bild 4,2 207 r=0 =] te =] T=0 =100V IMn EST | un R E= 100V 3 rn 4 et yu yee per 1MNQ Bild 4,3 Hs Tt U IMA T=0 f= in (tz0) 1MQ r _ > Uns —_—_- IMN Olaf Unet 4 Bild 4,5 RMN -Un-2 TSMR _ U,-1 IH r=0 E=Un(reo) _—a7sma| “¢ n+2 7 _ O4M2Q _ “Un \ OU, Bild 4,6 Wie die für beide Näherungen auf dem elektronischen Analog - rechner erzielten Lösungsfunktionen zeigen, stimmen die er- haltenen Lösungen sehr gut überein, Der maximale Fehler liegt im Bereich t<0,1s und beträgt bis zu 3 %o. Für Zeiten t>0,1s liegt der Unterschied zwischen beiden Näherungs- lösungen unter 1 Oo. Der Fehler ist für den Punkt x; am größten. Der Unterschied zwischen den Lösungen mittels ein- fachen und verbesserten Differenzenquotienten wird aber wesentlich größer, wenn die Funktion u(x, t=0) (d.h. die Anfangsbedingungen), nicht konstant ist, sondern sich mit dem Ort ändert, wenn z.B. Ug= - Uy; Ug = Uy; Uy=- Uy und Us = U, ist. Hier treten bei einfachen Differenzen- quotienten Fehler bis zu 10 % auf, 5, ABSCHÄTZUNG DES FEHLERS Für viele mit der Methode der Trennung der Veränderlichen lösbare Aufgaben läßt sich bei Anwendung des Quotienten- kriteriums eine Abschätzung der Teilsummen und der Fehler bei Berücksichtigung einer begrenzten Anzahl von Rechen- einheiten durchführen. Für die zweite Methode der Lösung partieller Differentialgleichungen mittels Differenzenquotient ergeben sich leider nicht derartige Abschätzverfahren, ob- wohl die Methode selbst übersichtlicher und anschaulicher ist und fast ausschließlich angewendet wird. Die Fehler beim Rechnen mit einfachen und verbesserten Differenzenquotienten sind darin begründet, daß man alle höheren Ableitungen der Taylor-Entwicklung von einem bestimmten Wert an nicht mehr berücksichtigt. Daher kommt es, daß Fehlerabschätzun- gen nicht allgemein gültig sind, sondern bei Variation von Anfangs- und Randbedingungen neu untersucht werden müssen. Je nach Art des verwendeten Differenzenquotienten beginnen die ersten nicht berücksichtigten Glieder mit ( Ax)“ oder höheren Potenzen von Ax. Die Vernachlässigung ist umso eher zulässig, je höher‘die Potenz von Ax und je kleiner Ax ist, Bei der iterativen Fehlerabschätzung verkleinert man Ax so- lange, bis eine weitere Unterteilung in x-Richtung auf die Lösung keinen nennenswerten Einfluß mehr hat, Vielfach lohnt dieser Weg nicht, da erstens der Aufwand in keinem Verhält- nis zur Verbesserung der Lösung steht und zweitens die doch stets vorhandenen Ungenauigkeiten der Rechenkomponenten diese Verbesserung wieder zunichte machen, Eine Möglichkeit zur überschlägigen Abschätzung der Restglieder besteht darin, daß man sich durch graphische Differentiation, z.B. mit dem Derivimeter, die höheren Ableitungen beschafft, Die in [10] dargestellte Methode der h? -Extrapolation führt zu brauchbaren Ergebnissen bei nicht zu großem Aufwand. Hat man bei Verwendung eines einfachen Differenzenquotien- ten eine Näherungslösung y(x) erhalten, so wird der Fehler weitgehend durch das erste nicht berücksichtigte Glied der Taylorentwicklung verursacht, Dies ist in vielen Fällen von (An? abhängig. Unter der Annahme, daß 2 Y¢x, Ax) = fx) t(4Ax) £0) (5.1) eine gute Näherung darstellt, kann man durch eine geeignete Kombination zweier Näherungslösungen Yıx 4 x]) und Yo Ax.) die Fehlerfunktion f,(x) eliminieren. 208 Aus 5 Yo, Ax.) =f) t(Ax) + £00 und Ax.)=f0 +(dx.)”- f Yo(x, 4x5) = fm FAR) £00 erhält man 2 2 (4x,) - Y@Ax) - (Ax,) Y,(x, Ax,) f(x) = (5.2) 2_ 2 (Ax,) (Ax,) so können wir aus einer Kombination von drei Lösungen für Ax ,Ax_ und Ax. aus 1 2 3 2 2 Y, (x,4x,)= fo) + (Ax,) f(y) + (Ax) . f, 9 Ax.)= f(x) +(Ax £0) + (Ax)? 5.6 Y, KARIN) + ( x) 19 ( %,) of) 6.9 Y, (x, Ax.) = f(x) + (dx,)" . £9) + x)" . £0) die Fehlerfunktionen f(x) und fo(x) eliminieren. Nach ent- sprechenden Umformungen erhält man; 2 2 2 2 2 2 Y - -Y A -Ax ]+tY Ax [Ax - A Ax, Ax, (Ax, Ax] dx x, [4 x, 4 a) 34%, x, (Ax, xo] 109) = 2. 2 2, 2 2,2 (5.7) Ax [Ax -4xJ- Ax°-Ax° [Ax -Axj+ Ax" Ax” [Ax - Ax Ax, 3 [ “9 x] 1 3 I 1 3) 1 2 I 1 a! Diese Extrapolation läßt sich mit geringem Schaltungsaufwand Für den häufig angewandten Sonderfall, daß auf dem elektronischen Analogrechner durchführen, Der größte A Ax Aufwand steckt im Aufbau der zwei Rechenkreise mit unter- A x, = _ und Ax = 1 schiedlicher Schrittweite 4x. Man kann sich aber auch so 3 8 helfen, daß man die erste Näherungslösung von einem x-y- . . . . . m . ist, erhält man Schreiber aufzeichnen läßt und diese Funktion später über einen Funktionsgeneratorzusatz abtasten läßt. Dadurch ist der fix) = 1 Y -1ey +2 erforderliche Verstärkeraufwand nur durch die kleinste Schritt- () = 12 ( 17 Yo 7 Y,) (5.8) weite Ax bestimmt, Die Multiplikation der zwei Näherungs- lösungen Y.% A x,) und Yo(x, A Xo) bei gleichzeitiger Addition wird im Summierer entsprechend Bild 5.1 durch- geführt. 1 R, Re ¥(x,4X;) {—_} Rz Y/xar) o— (7 Hr) Bild 5,1 Für die Dimensionierung der Schaltelemente muß gelten: R 2 1 (Ox) (5.3) . = pa A 5 . R, (A %,) ( x) . > Z ı B R, (A x.) (4x,) Hat die Extrapolation aus zwei Näherungslösungen noch kein befriedigendes Ergebnis gezeigt, so muß man Ax noch weiter verkleinern. Entsprechend der iterativen Fehlerabschätzung wird man im allgemeinen zu genaueren Lösungsfunktionen kommen, Nehmen wir an, daß die Lösungsfunktion allgemein in der folgenden Form geschrieben werden kann: Y(x, Ax) = f(x) +(A x)" £09 +(A 9° f, (5.5) Die Multiplikation der drei Näherungslösungen Y,, Yo und Y, bei gleichzeitiger Addition entsprechend Gl. 5.8 wird im Summierer entsprechend Bild 5.2 durchgeführt, fix) Bild 5.2 Für die Dimensionierung der Schaltelemente muß gelten; R Foti R. 12 1 R F_4 R. 3 2 R F_3 R 4 3 Ax, Ax; Der Sonderfall Ax = und Ax = — liefert 2 34 1 12 11 f(x)=—Y -— +1—Y 5.9 CO= 7 Ya ar Yet tar %s (6.9) Bei Verwendung des zentralen Differenzenquotienten fiir die erste Ableitung: 1 nat. 2 4 „am AN MN a6) 3! 0 5! 0 würden bei der Extrapolation aus zwei Näherungslösungen erst Glieder ab der 5. Ordnung eine Rolle spielen. Die Berück- sichtigung einer dritten Rechnung ergibt eine Näherung, bei der erst Glieder von der 7, Ableitung an Fehler verursachen können. Ganz entsprechend läßt sich die Extrapolation aus zwei oder drei Näherungslösungen zum Erhalt einer genaueren Lösung bei Verwendung verbesserter Differenzenquotienten anwenden und führt selbstverständlich zu Ergebnissen, bei denen erst ent- sprechend höhere Ableitungen einen Fehlerbeitrag liefern, Diese Methode der Extrapolation aus verschiedenen Näherungs- lösungen hat den Vorteil, daß man erstens entsprechend der iterativen Fehlerabschätzung den Einfluß der kleineren Schritt- weiten verfolgen kann und zweitens durch eine Kombination dieser so erhaltenen Näherungslösungen Lösungen erhalten kann, bei denen der Einfluß der normalerweise bei den Einzel- lösungen vernachlässigten höheren Ableitungen ganz erheblich herabgesetzt wird. 6. VERSCHIEDENE DARSTELLUNGSMÖGLICH- KEITEN DER LÖSUNGSFUNKTIONEN Je nach dem Aufgabengebiet und der späteren Verwendung der Lösungsfunktionen sind verschiedene Darstellungen wünschens- wert, Bei der Lösungsmethode mittels der Trennung der Ver- änderlichen war es möglich, eine Rechenschaltung anzugeben, die es erlaubte, für beliebige x-Werte die Lösung als Funktion von x darzustellen, Die Methode war allerdings beschränkt auf den Fall konstanter Randbedingungen. Da aber bei den meisten Problemen nichtkonstante Randbedingungen vorliegen, = <= SQ 75 50} 25 Bild 6.1 209 scheidet dieses Verfahren